... eine Münchner Band greift nach den Sternen – das ist eigentlich nichts Neues, doch Alev hat das Potential dies auch zu erreichen. Eine Mischung aus Alternativ Rock mit Einflüssen des Elektro und des Death-Metals bilden das Gerüst für die kraftvolle Stimme der Sängerin Alexandra Janzen. Eine starke Front-Frau ist aber dennoch kein Erfolgsgarant für eine Band, Patrick Fleischer (Guitar), Martin Fahrnholz (Bass), Saner Ariduru (Guitar/Keybords) und Niki Brockt (Drums) bilden hierbei die Halterungen des Gerüst und verstärken es mit Können und Leidenschaft. Der Bandname Alev soll diese Leidenschaft sichtlich verstärken, denn er Bedeutet übersetzt „Flamme“.
Das gleichnamige Album „Alev“ wird definitiv nicht langweilig, da der Name („Flamme“) das Programm darstellt, nachdem sich die 5 Münchner richten. Die Songs sind eingängig und bieten genügend Abwechslung - vom zarten Flüstern bis zum Löwengebrüll ist alles vorhanden und wird von den gekonnt gespielten Instrumenten unterstrichen. Death-Metal-Einlagen, rockige Abgänge und melancholische Balladen verziert mit bissigen Texten und der Melodie im Vordergrund, da dürfte jedes Rockerherz höher schlagen.
Der Opener „Where Are You“ zeigt uns direkt den Fassettenreichtum des kompletten Albums, das melodisch gehaltene Stück wird durch das elektrolastige Intro zum Leben erweckt und schreit ab dem Mittelteil dem Leben entgegen.
Es scheint, als würde „My Cover“ nur dazu dienen, die Stimme von Alex in den Vordergrund zu stellen und das ist Alev wirklich gelungen, gerade bei diesem Stück wird klar, dass Alex ihrer Vorgängerin in keiner Weise hinterherhinkt, sondern eher noch für den Antrieb der Band sorgt. Alex's Stimme ist in diesem Stück teilweise fast instrumentfrei zu hören und macht es, auf diesem Album, einzigartig.
Stücke wie „Unique“ und „Devotion“ sind auf die gleiche Stufe zu stellen, sie fassen das Grundprinzip des Albums auf; den Überraschungseffekt. Der Beginn und die Eingängigkeit der Tracks lassen auf eine Ballade schliessen, bei denen die Texte immer im Vordergrund stehen. In dem Stück „Unique“ findet man einen perfekten Wechsel zwischen Gitarre und Drums und „Devotion“ stachelt gegen Ende noch mal ordentlich an um auf das schnellere Stück „Disconnected“ anzuschließen.
Bei „Stained Lies“ sieht die ganze Sache schon wieder anders aus, das Stück lebt vom Tempo, das sich immer mehr Steigert. Ein Gitarrensolo, das ebenso gut platziert, wie auch gespielt wurde passt optimal zu den geshouteten Parts, die das Stück so abwechslungsreich gestalten. „Stained Lies“ ist somit eines der gelungensten Stücke auf diesem Album und wird dennoch von „Institutionalized“ gesteigert.
„Institutionalized“ ist das, mit Abstand, härteste Stück auf dem Album „Alev“ und bietet, vom ordentlichen Tempo mal abgesehen, einen gemischten Chorus und im Gegenzug hierzu auch genügend Atempausen, die man bei diesem Track auch dringend nötig hat.
Das Schlusslicht „At The Right Time“ erstrahl als Halbballade und ist direkt die erste Singleauskopplung aus „Alev“. Ein sehr ruhiges Stück, dass durch die Grundmelodie und Ausstrahlung die beste Wahl zur ersten Auskopplung darstellt.
Das Licht geht dann endgültig mit dem Bonustrack „Cause And Effect“ aus. Dieses Stück bildet eine eigene Atmosphäre und hebt sich durch die starken industrial- und elektrolastigen Parts vom kompletten Rest-Album ab. Die verzerrten Gesangparts, die sich durch das ganze Album ziehen, kommen hier äusserst eindrucksstark zum Einsatz.
Fazit:
Alex hat sich offensichtlich sehr gut in der Band eingelebt und bildet das optimale Bindungsglied zwischen der Vergangenheit und Zukunft von Alev. Das Album „Alev“ hat starke Ohrwurm Tendenzen und wird daher nicht so schnell in Vergessenheit geraten.
Die ach so bösen Death-Metaller dürfen an diesem Album nicht all zu viel Freude haben, da die Shouts etwas zu kurz kommen, doch für jeden Musikliebhaber, der sich auch gern mal etwas rockiges anhört, ist dies ein lohnenswerter Kauf!
Anspieltipps: My Cover, Stained Lies & Where Are You
Bewertung: 5,5 von 6 Punkten
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