"Groß muss es mich machen"! So lassen sich die ersten Höreindrucke zum neuen Kalmah Sumpfkind 12 Gauge zusammenfassen. Doch alles der Reihe nach. Nach erfolgreichem Kampf "For The Revolution" in Kanada haben es Kalmah erneut geschafft, dem Sumpflord ein Fleckchen Erde trockenzulegen. Dass sie dabei äußerst gekonnt zu Werke versteht sich von selber, die Details interessieren mich aber.
Rust Never Sleeps täuscht Stille vor, schlitzt dann messerscharf das morgendliche Silentium in zwei Hälften. Wunderschöne Melodieläufe, die Ähnlichkönner wie Children of Bodom meilenweit im Morast hinter sich stecken lassen. Von Anfang an ist klar, das Kalmah der heimliche Metalthron Finnlands gehört, zweifelt da noch jemand dran? One Of Fail verbeugt sich hintergründig geschickt vor Slayers Raining Blood, allerdings eben mit diesem typischen Kalmha - Groove, starke Nummer. Bei Bullets Are Blind umschlingen sich möderisch scharfe Riffs mit "regnenden" Keyboards und vereinen sich zum starken Ohrwurm, oder sollte man im Kalmah Kontext besser von Blutegel sprechen? Grandios eröffnen Swampwar und Better Not To Tell das Schwimmfest, allerdings geht man auch hier nicht baden, man beweist vielmehr Gespür für langsame Nummern, die eher im Midtempo angesiedelt ist. Völlig überraschend brettern dann in beiden Songs Solos in bester Dave Mustaine durch den Torf - man kann angesichts dieser Spielfreude nur seelig lächeln und alle bedauern, die kein Metal hören.Hook The Monster hingegen ist kein Lordi Song, hier regieren mächtige Chöre, die einem kalt den Rücken runter laufen ;klingt ungefähr so, als würd eine ganze Armee Sumpfmonster Spalier und bereit zum Kampf stehen, Dreizack hoch! Godeye ist ein schwerer Klopper, der sich zur heimlichen Hymne des Albums mausert. Kreischende Riffs, die sich in immer schnellerem Tempo gegenseitig hochschrauben, dazu die mächtigen Growls von Sänger Pekka Kokko. Klassische Elemten lassen sich im Song ebenfalls nachweisen, natürlich im Metalgewand, versteht sich. Überraschend schunkelig beginnt 12 Gauge, melodische Gitarren - Akustiken werden erst im weiteren Verlauf mit wütender Härte versehen, um schließlich erneut die Sümpfe mit mehrstimmigen Shouts erzittern zu lassen. Was soll man angesichst dieser puren Metalessenz noch sagen? Ich bin völlig sprachlos! Steigerung möglich? Na klar, man höre das sägende Sacramentum, garstig böse faucht es dabei aus den Speakern, gegen Ende etwas sanfter, der perfekte Song um das neue Rock Hard zu lesen, welches mir just der freundliche Postbote vorbeibringt :-)!
Fazit: Fazit siehe Beginn des Reviews. Groß werden Kalmah mit diesem Album mit Sicherheit! Für alle, die schnellen, dabei sehr melodischen Metal mögen, unabhängig davon, ob dies Death, Thrash oder gar Black Metal ist, Kalmah bieten hierbei für jeden was, und dieses ist die große Stärke dieser Band
Anspieltipps: alles
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Wunsch&Gruß
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