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Rockfels 2017 - 15. - 17.6. Loreley/Sankt Goarshausen

Rockfels 2017 vom 15. bis 17.6. auf der Loreley

Zum dritten mal in diesem Jahr wurde die Loreley zum Rockfels und euer Phogl war zum 9. (!) mal in Folge zum Festival auf dem altehrwürdigen Felsen.

Zunächst einmal fiel direkt bei der Anfahrt ins Auge, dass sich aktuell auf der Loreley tut... Aus dem Tal sah man, dass die Bäume hinter der Freilichtbühne weg waren (schade), es ein neues Dach gab (schick) und auch das Hotel gewichen ist (ebenfalls gut). Generell wird hier wohl noch, wenn man den Schildern glaubt, bis 2019 gebaut, was aber alles in allem dieses Jahr zu keinen Beeinträchtigungen führte.
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Nun sollte es aber losgehen und der Veranstalter hat keine Kosten und Mühen gescheut, so dass der Weihnachtsmann zur Eröffnung des Festivals eingeladen war und gleich die erste Band, TXL aus Berlin ankündigte.
Diese rockten bei besten Wetter gleich los und gaben, passend zum nun fließenden Bier, Alkohol zum besten.
Ebenfalls hat der Rockfels nun auch eine offizielle Hymne, welche ebenfalls von TXL stammt. Zu Rock den Fels kam das Publikum dann ordentlich in Schwung.

Als nächstes gaben sich Kissin Dynamite die Ehre. Die 5 Jungs, die nun auch schon seit über 10 Jahren feinen Metal machen, heizten dann die Stimmung noch weiter an. Bei Songs wie DNA oder Sex is war kam das Publikum der Aufforderung von Sänger Hannes Braun nach und kam mehr und mehr in Bewegung. Lobenswert erwähnte er auch, dass wenig bis keine Smartphones im Publikum zu sehen waren wozu sie den thematischen passenden Song Hashtag your Life spielten. ;)

Auf die dann doch recht junge Band folgten Ugly Kid Joe, welche sich ursprünglich '89 gründeten und seit 2010 wieder als Band zusammen sind. Nachdem das Publikum nun schon in bester Stimmung war, konnte es direkt weiter rocken, während die Band einen Klassiker nach dem anderen spielte. Zum Abschluss durfte das Ace Of Spades Cover nicht fehlen, welches auch auf dem neuen Album Uglier Than They Used ta Be zu finden ist.

Aus der Schweiz kamen dann Krokus, um mit ihrem Rock weiter durch den Nachmittag zu führen. Diese Band brachte nun wirklich die meiste Tradition mit auf die Loreley, nachdem sie nun schon seit 42 Jahren rocken. Ihr Alter merkte man ihnen aber nicht an, so ging es gleich druckvoll los. Mit Long Stick Goes Boom hielt der klassische Rock Einzug auf dem Rockfels. Insgesamt hätte zwar die Abmischung etwas besser sein können, aber dennoch sorgten Krokus für gute Stimmung.

Darauf folgte eine Ikone des Deutschen Rock, Axel Rudi Pell. Mit Burning Chains folgte direkt das ganze Publikum, dass seine Songs natürlich zu genüge kannte. So rockte Axel von Song zu Song, über Nasty Reputation bis hin zu Rock The Nation um als würdige Vorbereitung zum ersten Headliner Gotthard zu dienen.

Fast genau so lange Metal-Tradition brachte dann Gotthard auf die Bühne. Der seit 2010 am Mikrofon stehende Nic Maeder brachte neue Songs wie Silver River (Opener ihres Auftritts, sowie Opener ihres neuen Albums) als auch Klassiker wie Mountain Mama erstklassig rüber. Auch Songs wie Stay with me, die "in jedem verkackten Rockradio" laufen, durften natürlich nicht fehlen. Zur Zugabe durften dann (die ebenfalls aus der Schweiz kommenden) Krokus mit auf die Bühne, so dass es die Power von 10 Künstlern auf die Ohren gab und so den ersten Headliner anständig abschloss.

Freitag, 16.6.

Der Freitag begann etwas kühler und teilweise bewölkt (man kann sich trotzdem einen Sonnenbrand holen ;)), womit sich sehr angenehme Temperaturen ergaben.
So hatte die erste Band, der Gewinner des Bandcontests, Motörhaze, dann die Aufgabe, das Publikum anzuheizen.
Da bei gut gecoverten Songs wie Bomber oder Overkill mit authentischer Stimme keine Füße und Köpfe still halten konnten, war dies genau der richtige Act zum Warmup. Als letzter Song durfte dann natürlich auch Ace of Spades nicht fehlen.

Danach trafen Xandria auf der Bühne ein um schon mal einen Symphonic-Vorgeschmack auf Tarja am Samstag zu geben.
Mit ihrer Sängerin Dianne van Giersbergen schallten harte Riffs gepaart mit einer erstklassigen Symphonic-Stimme über die Loreley, welches genau die Richtige Bühne dafür darstellte. Für Liebhaber des Symphonic Metals wurde hier jedenfalls mit Songs wie Valentine oder Where the Heart is the Home jede Menge geboten.

Als nächstes stand die Rockfels Showband auf dem Programm, welche sich als TXL herausstellte. Am Freitag gab es nun aber eine Setlist nur aus Coversongs um den frühen Nachmittag etwas aufzulockern. So wurde das Publikum mit Coverversionen von Songs wie Die Immer Lacht und Nobel geht die Welt zu Grunde unterhalten.

Danach gab es wieder klassischere Metal-Töne auf der Loreley. Sanctuary starteten auch mit dem Klassiker Die For My Sins aus 1987. Die Band spielte auch weitere alte Songs wie Soldier of Steel, welche, nachdem ein Karton mit Demos auf dem Dachboden gefunden worden war, 2017 noch einmal erneut aufgenommen wurden auf dem Album Inception. Der Auftritt der US-Power Metaler machte auf jeden Fall Lust, hier einmal reinzuhören.

Danach sollte es mit Delain mehr Symphonic Metal aus unserem Nachbarland Niederlande geben. Nachdem das Publikum natürlich noch "Energy" für die 6 Musiker hatte, ging es los mit Songs wie Fire with Fire und Don't Let Go. Das Publikum zum mitfeiern und mitsingen animiert und die Stimmungskurve ging weiter bergauf und bot somit beste Voraussetzungen für Saltatio Mortis.

Mit Früher war alles besser ging es pünktlich um halb acht dann in den Abend. Zu Prometheus wurde es dann in der ersten Reihe bei Pyro und Flammen noch etwas heißer als es die Band schon mit ihrer Stimmung schaffte. Da ja ebenfalls der Weihnachtsmann da war, durfte natürlich in der Setliste Willkommen in der Weihnachtszeit nicht fehlen.
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Bevor sie die Bühne dann für Blind Guardian räumten gab es als Zugabe noch Spiel mit dem Feuer.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis Dato Blind Guardian noch nicht live gesehen hatte, allerdings überzeugte mich der Auftritt vollkommen über die Qualität ihrer Liveperformance.
Los ging es mit Welcome To Dying und Nightfall, bevor Hansi Kürsch sein Publikum begrüßte.  Nachdem mit Prohecies ein neuer Song gespielt wurde stand der Rest des Abends dann unter dem Motto Imaginations From The Other Side, welche die Band an einem Stück durchspielte. Mit textsicheren und angeheizten Publikum war die Stimmung und Atmosphäre natürlich großartig. Mit Ende des Albums war aber der Auftritt noch lange nicht beendet und unter schicker Lichtshow in der Abenddämmerung durften natürlich als Zugaben Valhalla, The Bards Song und Mirror Mirror nicht fehlen wobei der Bard Song natürlich kräftig vom Publikum gesungen wurde. Somit erwies sich auch der zweite Headliner würdig, den Rockfels zum beben zu bringen.

Samstag, 17.06.
Nach einer etwas kühlen Nacht wurde man auf dem Zeltplatz von dem bollern der Harleys geweckt, die Tag für Tag als Sightseeing-Stop die Loreley auf dem Programm haben.
Passen dazu war die erste Band dazu, Ohrenfeindt. Die Jungs aus Sankt Pauli spielten als erste Band mit ihrem "Rocker-Sound" auf und rissen so das Publikum aus dem Schlummer. Songs wie Rock'n'Roll Sex God hätten sicher auch den Harleyfahrern gefallen.

Aus Hamburg ging es weiter nach Griechenland mit Firewind. Die Band um Gus G. hatte vorher wohl einen Deutschkurs belegt und konnte so das Publikum um ein paar Schreie bitten, die sie natürlich bekommen sollten. Mit Songs von Mercenary Man oder Hands of Time spielten sich die Band mitten in den Gehörgang und bescherte dem Publikum eine knappe Stunde feinsten Power Metal.

Weiter ging es mit Progressive Rock/Metal von King's X. Mit ihrem eigenen musikalischen Stil brachten sie ein wenig Abwechslung auf den Rockfels. Der Unterhaltungswert für das Publikum war ebenfalls gegeben, so dass die Stunde schnell vorbei ging.

Die nächste Band, die etwas zu spät dran war, war eines meiner persönlichen Highlights, Alestorm aus Schottland. Die Band rund um Gavin Harper hat sich dem Pirate Metal verschieben, nimmt das ganze zwar nicht zu ernst wie Running Wild, aber für gute Stimmung mit sehr guter Musik ist die Combo einfach perfekt.
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Nach dem Start mit Keelhauled war die Stimmung schon prächtig, auch wenn zunächst das Mikro von Gavin etwas zu leise war. Neue Songs wie Mexico von dem erst frisch erschienen Album No Grave But The Sea durften natürlich nicht fehlen, genau wie Fucked With An Anchor, bei dem dem Publikum das Fluchen wie ein Pirat beigebracht wurde. Nach der Zugabe Rum und über einer Stunde bester Pirate-Metal Party ging es dann mit Queensryche etwas ruhiger weiter.

Die Progressive Metaler aus den USA spielten natürlich mit Songs vom Album Operation Mindcrime (und dem Titeltrack) auf, das wohl jeder Metalfan schon einmal gehört hat. Gut in Stimmung gebracht blieb hier das Publikum weiter in guter Laune und lies sich etwas in die Welt des progressive entführen und zwischendrin durfte zu Songs wie Queen Of The Ride auch geheadbangt werden.

Der nächste Act sollte dann erneut ein kleiner Sprung im Stil sein, denn nun fand sich Tarja auf der Bühne ein. Wer jetzt noch auf dem Zeltplatz war wurde spätestens nun von dem kraftvollen und gut abgemischten Sound rund um Tarja Turunen hergelockt. Songs wie Supremacy gingen direkt in den Gehörgang. Das Highlight stellte aber wohl für viele Once dar, mit dem Tarja dann zumindest einen Song aus ihrer Nightwish-Zeit zum besten gab.

Den Abschluss des Abends und des Festivals bildeten dann Powerwolf, die sich auf der Bühne einfanden um am Abend die Messe des Heavy Metal zu feiern. Nachdem Attila mit Army of the Night seine Armee an Metalern in Stimmung gebracht hatte schickte er sie mit Amen & Attack in den Kampf. Das Publikum gab natürlich so angefeuert noch einmal alles. Nach etwas Übung mit Attila und Falk Maria durfte dann zu Armata Strigoi auch mitgesungen werden. Mit wirklich super Bühnenshow ging es weiter durch die Messe und es gab glaube ich niemanden im Publikum, der sich bei Ressurection By Errection oder Werwolfs of Armenia noch entziehen konnte.
Eigentlich sollte ja dann (schon ;)) um 23:00 Schluss sein, aber nachdem sie schon bis auf die letzte halbe Minute ihre Spielzeit ausgenutzt haben gab es noch einmal, als würdigen Abschluss des Festivals und Auftrittes, In The Name Of God obendrauf!

Fazit
Alles in allem war es wieder ein top Festival auf der Loreley, auch wenn die Reihenfolge der Band manchmal ein wenig merkwürdig war. (Passen Alestorm nicht besser zu Powerwolf ;)) Die Organisation war mal wieder ein wenig chaotisch, aber das tat dem ganzen natürlich keinen Abbruch. Weiterhin lobend erwähnen möchte ich die saubersten Dixies die ich je bis zum Ende auf einem Festival erlebt habe!

Leider gibt es noch keine Ankündigung, ob/wann es 2018 wieder auf die Loreley geht. Eine "Verabschiedung" durch den Veranstalter fand leider auch nicht statt was wohl am Überziehen von Powerwolf lag.
Wenn es aber nächstes Jahr wieder Rock den Fels heißt, lasst es euch nicht entgehen.

Euer Phogl
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Der idyllische Campground