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Adrenaline Mob - We The People 2017

Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass Album Nummer drei verdammt in den Arsch tritt

Adrenaline Mob - We The People 2017



Frischer, Aggressiver und Stärker als je zuvor.
Gitarren-As Mike Orlando liefert ein Killer-Riff nach dem Nächsten ab, Allen shoutet und singt als wäre es die letzte Aufnahme seines Lebens während Schlagzeug-Neuzugang Jordan Cannata den Swing seines direkten Vorgängers A.J. Pero mit Portnoys Technik vereint. Zwischen Rock, Metal, AOR und einem modernem Soundgewand ist die Truppe in dieser Form absolut unschlagbar.
"Der Titeltrack wurde sehr stark vom vergangenen Wahljahr inspiriert", so Frontmann Russell Allen. "Die Platte reflektiert unsere Gesellschaft hier in Amerika. Der Albumtitel spiegelt unsere Zeit wider. Die Songs haben bestimmte, einzelne Geschichten, die für sich allein stehen. Viele von ihnen wurden auch vom Klima beeinflusst, in dem wir heute leben, und andere drehen sich darum, eine gute Zeit zu haben, frei zu sein und Rock 'n' Roll zu lieben. Alle Tracks haben eine Persönlichkeit und einen eigenen Charakter, wenn man so will."

„We The People“ erhebt sich mit seinen Hitqualitäten noch einmal über das ohnehin schon mächtige Metalpaket und sticht in puncto Einprägsamkeit und Melodie heraus. Das dritte Album bietet die ganze Bandbreite an Facetten zeitgemäßen Metals auf. “Bleeding Hands” ist in seiner verhaltenen, melodischen Manier typischer US-Collegeradio-Metal a la SHINEDOWN, den Kontrapunkt dazu setzt „Til The Head Explodes”, das dem Titel entsprechend fett röhrt. “What You're Made Of” fällt aufgrund des Gesangs ein wenig aus dem Rahmen und gerade vor dem Hintergrund des verhalteneren “Blind Leading The Blind“ darf Allen seine Powerröhre präsentieren. Titel wie “Violent State Of Mind” oder “Lords Of Thunders” fassen die Assets der Band zusammen - allenorts regiert modernes, hartes Riffing, fette Grooves und eine Melodieführung zum Niederknien.
Als ob das nicht schon genug wäre, thront die mächtige Röhre von SYMPHONY X-Sänger Russell Allen über all dem und veredelt das kernige Gesamtpaket. Gerade bei ADRENALINE MOB scheint er es neben seinen anderen Projekten (etwa ALLEN/LANDE) zu genießen, seine Stimme abseits der vertrackteren Sounds seiner Stammband dem modernen, gradlinigen und kraftstrotzenden Metalsound von AM zu leihen. Das von der Titelwahl doch ausgelutschte „Rebell Yell“-Cover hievt das wieder mit dem Totenkopf-Maskottchen ausgestattete Album auf eine Spielzeit von 62 Minuten. „We The People“ ist ein brutal gutes, modernes Metalalbum, dessen Melodien und Songs sich dermaßen im Gehör festsetzen, dass wir hier einem kleinen Jahreshighlight lauschen dürfen. Vorausgesetzt man ist gut Freund mit Bands wie DISTURBED, HELLYEAH, FOZZY & Konsorten.

Der Titelsong „We the people“ thematisiert den Egoismus, die Naivität und die Unmündigkeit der Gesellschaft. Die starken, teilweise schrillen Gitarrenriffs unterstreichen soundmäßig den textlichen Vorwurf und die Drums schütteln den Hörer vier Minuten lang richtig wach. Musikalische Schläge auf den Hinterkopf.

„Raise ‚em up“ gehört dagegen eher zu den Songs des Bereiches „mitnicken und mitsingen“. Verhältnismäßig schlicht gehaltene Gitarrenriffs plus dominierendes, treibendes Schlagzeug heben die Laune und reflexhaft auch die Hände beim Refrain, der eben dazu auffordert.

Bei „The blind leading the blind“ nehmen Adrenaline Mob endlich mal wieder zeitweise die Geschwindigkeit raus und der Song arbeitet sowohl mit akustischen als auch elektrischen Gitarrenklängen. Balladenhaft wirkt trotzdem höchstens der Refrain. Die Vocals stechen hier gegenüber den Instrumenten deutlich hervor und man glaubt Allens extrem kraftvollen Gesang, dass er förmlich die Welt vor die Hunde gehen sieht, weil wir nur blind denen folgen, die behaupten, sie würden den Weg kennen.

Das ganze Album ist einfach zu laut, was über die 13 Tracks einfach unglaublich anstrengt - als ob ständig jemand auf einen eindrischt. Hinzu kommt ironischer Weise, dass das Schlagzeug zu sehr in den Vordergrund gemischt ist, teilweise ist es so laut, dass der Sound verzerrt.
Doch nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass Album Nummer drei verdammt Arsch tritt und mindestens eine Handvoll bärenstarker Songs zu bieten hat.

Tracklist

1 - King of the Ring 4:22
2 - We the People 4:14
3 - The Killer's Inside 5:53
4 - Bleeding Hands 4:55
5 - Chasing Dragons 4:10
6 - Til the Head Explodes 4:32
7 - What You're Made Of 3:30
8 - Raise 'Em Up 5:06
9 - Ignorance & Greed 5:25
10 - Blind Leading the Blind 4:16
11 - Violent State of Mind 5:07
12 - Lords of Thunder 6:03
13 - Rebel Yell 5:07

https://www.youtube.com/watch?v=Scazgvmy30w