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Almanac – Kingslayer 2017

Inhaltlich geht es auf „Kingslayer“ nicht um Fantasy, auch wenn dies das in dunklen Tönen gehaltene Cover vermuten lässt.

Almanac - Kingslayer 2017



Gerade einmal 1 1/2 Jahre ist es her, dass Ex-Rage Gitarrist Victor Smolski mit seiner neuen Band ALMANAC das Debütalbum „Tsar“ veröffentlichte.
Jetzt legt er mit „Kingslayer“ das zweite Album vor.

Im Fall von Peavy Wagner und Victor Smolski war die Trennung goldrichtig: Während Wagner seit zwei Alben der dreckig-goldenen Rage-Phase huldigt und damit sich wie auch seinen Hörern sichtlich Spaß bereitet, verfolgt Smolski mit Almanac einen bombastischeren Ansatz.

Dieser fußt auf den drei weise, nicht übertrieben eingesetzten Sängern Andy B. Franck (Brainstorm), David Readman (Pink Cream 69) und Jeannette Marchewka (Lingua Mortis Orchestra). Die stimmliche Opulenz ergänzt die musikalische Bandbreite des TSAR-Nachfolgers: Die Stücke zeigen teils orchestrierte, instrumentale Vielfalt und hymnische Ansätze.

Die zehn Songs, von denen der Titelsong eher als kurzes Zwischenspiel durchgehen dürfte, werden von Smolski - der neben der Gitarre auch die Keyboards eingespielt hat - zusammen mit Athanasios Tsoukas am Schlagzeug und Basser Tim Rashid sehr kompetent und tight dargeboten. Drüber sitzen - wie auch schon auf dem Debüt „Tsar“ - gleich drei Sänger, was dem Album durchaus einen theatralischen Musical-Effekt verpasst: Neben David Readman, der sonst bei Pink Cream 69 am Mikro steht, sind das noch Andy B. Franck von den unverwüstlichen Brainstorm und die bereits vom Lingua-Mortis-Projekt (ursprünglich eine Rage-Nebenbaustelle) bekannte Jeannette Marchewka.

Inhaltlich geht es auf „Kingslayer“ nicht um Fantasy, auch wenn dies das in dunklen Tönen gehaltene Cover vermuten lässt. Allerdings stehen sehr wohl Tyrannen, Despoten und der titelgebende „Königsmord“ im Fokus. Nur eben in realen Kontext eingebettet - und vor allem in teils wirklich großartige Songs. Wirkt der Auftakt mit „Regicide“ noch ein wenig unentschlossen, ist spätestens mit dem zweiten Song „Children Of The Sacred Path“ klar, dass Smolski nicht nur wieselflink Gitarre spielen kann, sondern auch ein hervorragender Melodienspender ist. „Guilty As Charged“ kommt mit seinem geshouteten Refrain dann wieder ein wenig bieder daher, „Hail To The King“ nimmt ein wenig das Gas raus, ehe „Losing My Mind“ die zweite Melodiegranate auf „Kingslayer“ ist und die erste Halbzeit gelungen abrundet.

Das kurze „Kingslayer“ bildet den stimmungsvollen Auftakt zum großartigen und erneut hochmelodischen „Kingdom Of The Blind“, bei dem vor allem die Keyboards die Dramatik förmlich ausschwitzen. Definitiv ein Höhepunkt auf dem Alamanc-Zweitwerk.

Genau wie das folgende „Headstrong“, das mit einer gelungenen Orchestrierung zu punkten weiß und bei dem der Wechselgesang besonders eindrucksvoll klingt. „Last Farewell“ (der Kenner ahnt es schon) ist die obligatorische Ballade - aber eine, die durchaus gut ins Ohr läuft und mit kitschiger Lagerfeuerromantik so gar nichts am Hut hat. Zum Abschluss serviert man dem Hörer noch einmal ein echtes Brett: „Red Flag“ beinhaltet alle Zutaten, die „Kingslayer“ zu einem richtig guten Album machen: einen hymnischen Refrain, ein hektisches Prog-Riff, wuchtige Drums, einen cleveren Songaufbau, orchestrale Keyboard-Untermalung sowie die tolle Leistung der drei Sängerinnen und Sänger.

Klasse !!!!!!!

Tracklist


    Regicide
    Children Of The Scared Path
    Guilty As Charged
    Hail To The King
    Losing My Mind
    Kingslayer
    Kingdom Of The Blind
    Headstrong
    Last Farewell
    Red Flag

https://www.youtube.com/watch?v=MkH2FdVOg-Y