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Ancestral - Master Of Fate 2017

Kein Pomp, kein Kitsch, einfach nur Metal der Spaß

Ancestral - Master Of Fate 2017



Italienische “Power” Metal Bands “glänzen” meistens durch 08/15 Riffs, klebrige Keyboards und dünne Produktionen, die nur von einem noch dünneren Winzeln um Gnade hinter dem Mikrofon übertroffen werden.
Soweit die Klischees, welches durchaus begründet ist. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen, und spätestens wenn Euch das Eröffnungsstück Back To Life die Trommelfelle versohlt, dann ist Schluß mit lustig.
Dabei hat man die immerhin seit 1999 agierenden ANCESTRAL aus Castelvetrano, Sizilien, eigentlich nicht wirklich auf der Rechnung. Gut, zwei Alben in zehn Jahren stehen ja auch nicht gerade für Nachhaltigkeit
Doch deren Zweitwerk MASTER OF FATE ist ein nachhaltiges Album, denn das Quintett bringt in den 54 Minuten Spielzeit ohne Kompromisse auf den Punkt, was den Speed Power Metal europäischer Prägung ausmacht.

Die aus Sizilien stammende Truppe ANCESTRAL legen, soviel kann man mit Sicherheit jetzt schon sagen, eines der herausragenden Alben dieses Frühjahrs vor. Das Quintett, das bereits seit knapp 18 Jahren existiert, bis dato aber erst eine CD veröffentlichen konnte („The Ancient Curse“, 2007), legt mit ihrem Zweitwerk „Master Of Fate“ ein bleischweres Album vor, das irgendwo zwischen Power und Speed Metal angesiedelt ist, hin und wieder aber dermaßen drauflos drischt, dass die Schwelle zum Thrash Metal zumindest zeitweilig überschritten wird. Welche Gründe es auch immer gewesen sein mögen, die dazu beigetragen haben, dass es um ANCESTRAL gut zehn Jahre eher ruhig war, es ist ein Glück, dass die Band offenbar den notwendigen langen Atem hatte.

Ansonsten wären der Szene Knaller wie der Opener „Back To Life“ entgangen, ein Stück, dessen Titel man mit Sicherheit auch programmatisch verstehen darf. Und der Song ist tatsächlich ein beeindruckendes Beispiel der spielerischen und kompositorischen Qualitäten der Band. Tempi-Wechsel, messerscharfes Riffing, ausgefeilte Melodiearbeit, ANCESTRAL machen hier schlicht alles richtig. Als größter Pluspunkt der Scheibe erweist sich, dass die Band immer wieder den Härtegrad anzieht, teilweise sogar Blast-Beats einbaut und dadurch keine Seichtigkeit aufkommen lässt. Gepaart mit den äußerst eingängigen Refrains von Stücken wie „Seven Months Of Siege“ oder dem Titelstück ergibt dies eine absolut gelungene Mischung, die außerdem noch in ein enorm druckvolles Klanggewand gekleidet wurde

Was Alessandro Olivo und Carmelo Scozzari hier im Eiltempo an Riffs abfackeln, hat Dragonforce - Niveau und die Tempowechsel sitzen perfekt. Das macht vor allem Wind Of Egadi, Refuge Of Souls (eines der besten Instrumentals seit langem!), Lust For Supremacy (mit Maidschem “Oh Oh” Part) und From Beyond zu unantastbaren Speed/Power Metal Hymnen.
Über denen herrscht, ebenfalls unantastbar in Kiske Manier mit Leichtigkeit Megatrone Frontmann Jo Lombardo.

Kein Pomp, kein Kitsch, einfach nur Metal der Spaß macht und diverse Highlights parat hält. Hätte "Master Of Fate" ein paar klassische Harmonien aus dem Abendland weniger, ginge er fast als US-Metal durch.
Ist das bereits in der ersten Januarhälfte schon das Power Metal-Album des Jahres? Das wird die Zeit zeigen, schließlich haben wir ja noch über elf Monate vor uns, aber diese Scheibe legt die Messlatte ganz schön hoch!

Tracklist

01. Back to Life
02. Wind Of Egadi
03. Seven Months of Siege
04. Master of Fate
05. Refuge of Souls
06. Lust for Supremacy
07. No More Regrets
08. On the Route of Death
09. From Beyond
10. Savage


https://www.youtube.com/watch?v=yWXPJlXRr_E