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Anthem - Nucleus 2019

Als Gründungsjahr kann man 1981 notieren. Gefunden haben sich die Herren in Tokio und präsentierten auf ihrem neuesten Album ihre Interpretation zeitgemäßen Metals.
Sie genießen in ihrem Heimat­land seit über drei Jahr­zehnten Kultstatus und versuchen seit Ende der Achtziger, auch andere Regionen zu erobern. Hierzulande besteht hinsichtlich ihrer Bekanntheit noch Nachholbedarf.
Man setzte schon früh auf zeitlosen Metal, den man auch Anno 2019 bedenkenlos genießen kann. Nach einigen Besetzungswechseln haben die Musiker nun ihre Wohlfühl-Kombination erreicht und werfen mit „Nucleus“ einen Blick zurück. Alle Tracks wurden neu aufgenommen, wodurch ein interessantes Best-Of-Album entsteht.

Der Frontmann sang ja bereits die ersten Versionen der meisten Tracks ein, da diese von "Gypsy Ways" und "Hunting Time" stammen, dem ikonischen Doppelschlag der Gruppe von 1988 bzw. '89. Dazu gehören beispielsweise neben den Doublebass-Monstern 'Immortal Blind', 'Venom Strike' und 'Stranger' das Accept- bzw. Priest-verdächtige 'Black Empire' sowie die fürs Jahrzehnt typischen Stadion-Hymnen 'Eternal Warrior' und 'Awake', komplett mit subtilen Keyboard-Teppichen, die selbst im zeitgenössischen Kontext keinen Kitsch verbreiten.

Das achtminütige Epos 'Ghost In The Flame' lässt das Drama der frühen Rainbow aufkommen und gehört zu ANTHEMs größten Momenten überhaupt. Der Sound der Platte ist bombig - zeitgemäß wie zeitlos -, und selbst chronische Verächter asiatischer Bands, die sich am meistens eigenartigen Timbre der Sänger stoßen, können nichts beanstanden; Morikawa gehört zu den kraftvollsten Frontern seiner Nation und bestätigt durch seine Performance nur, dass man der Band nach ihrer zwischenzeitlichen Auflösung noch ein langes Weiterleben wünschen darf.

Mit "Nucleus" kann man sich einen umfassenden Überblick von ANTHEMs Diskografie verschaffen und erkennt alle Vorzüge, mit der sich die Japaner seit 1981 (mit Unterbrechung) einen Namen machte.
Alles in Allem ist „Nuclues“ eine gute Best-Of Scheibe, die Liebhabern von klassischem Heavy Metal gefallen dürfte. Sie sticht aus der umfangreichen Diskographie von Anthem heraus, weil alle 13 Songs mit komplett englischen gesungenen Texten kommen. Das gab es bei Anthem bisher noch nicht.

Tracklist

Disc 1

1.     Immortal Bind 4:31     
2.     Black Empire 4:50     
3.     Overload     4:24     
4.     Stranger     4:17     
5.     Linkage     4:51     
6.     Eternal Warrior 5:05     
7.     Ghost In The Flame 7:58     
8.     Venom Strike 4:47     
9.     Awake 4:53     
10.     Omega Man 4:06     
11.     Pain 4:16     
12.     Echoes In The Dark 5:09     
13.     Unbroken Sign 4:18

Disc 2 (Live)

1.     Victim In Your Eyes 3:56     
2.     Gold & Diamonds 5:11     
3.     Blast 4:36     
4.     Frozen Fate 4:36     
5.     Are You Ready? 3:21     
6.     Machine Made Dog     5:53     
7.     Hunting Time 6:25     
8.     Engraved 4:46     
9.     The Sign     4:22     
10.     Pain 4:40     
11.     Wild Anthem (Double Drums) [With Mad Ohuchi] 5:42

 

ANTHEM - Black Empire (OFFICIAL VIDEO)