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Arch Enemy - Covered In Blood 2019

„Alte Klassiker blutig gecovert“
Hier hört man neben der aktuellen Sängerin Alissa White-Gluz auch die heutige Managerin der Band Angela Gossow (2000 – 2014) zum Beispiel auf den Songs The Oath und Kill With Power, oder auch Johan Liiva (1995 – 2000) zum Beispiel auf den Songs Aces High und Starbreaker.

In jedem der vorliegenden Songs kommt unmissverständlich Arch Enemys eigener Sound durch. So und nicht anders sollte dann auch ein Coveralbum sein.

Die "Vertödlichung" von Pop-Klassikern wie 'Shout' von Tears For Fears (mit hintergründiger Synthesizerspur und melodischen Vocals, die von Alissa White-Gluz' Geschrei übertönt werden) oder Mike Oldfields 'Shadow On The Wall' (wie schlecht die Frontfrau singen kann, hört man hier besonders deutlich) steht ARCH ENEMY ebenso wenig wie epischer bzw. melodischer Metal, wofür man sich nur Manowars 'Kill With Power' (mit einer übermotivierten Angela Gossow) oder die Queensryche-Vergewaltigung 'Walk In The Shadows' zu Gemüte zu führen braucht.

Die Pretty-Maids-Walze 'Back To Back', das thrashige Europe-Gespann aus 'Scream Of Anger' (mit Ur-Sänger Johan Liiva) und 'Wings Of Tomorrow' oder der Dream-Evil-Langweiler 'The Book Of Heavy Metal' (eine Auftragsarbeit für Century Media von 2007) wurden den typischen ARCH-ENEMY-Stil stimmig angeglichen. Sterbensöde hingegen : die zigsten Aufgüsse von 'Breaking The Law' (Judas Priest; später leidet deren 'Starbreaker', wieder mit Liiva, unter einem dünnen Sound)

Das Interessanteste an "Uncovered" sind zweifelsohne die vielen Old-School-Hard- und Grindcore-Nummern, mit denen Michael Amott seinen frühsten Einflüssen Rechnung trägt. Die kurzen Eruptionen 'Nitad' (Moderat Likvidation), 'When The Innocent Die' (Anti-Cimex) sowie gleich vier Tracks von Skitslickers aus Göteborg und die Hymnen 'City Baby Attacked By Rats'bzw. 'Warning' (G.B.H.,Discharge ) bilden den unterhaltsamen Mittelteil der Platte, die man im Übrigen nicht als reine Geldschneiderei bezeichnen darf, wenn man sich die üppige Spielzeit und Liner Notes des Bandkopfes im Booklet vor Augen führt.

Die Songs
„Shout“ von TEARS FOR FEARS ist nicht unbedingt ein leichter Einstieg ins Album. Allerdings haben Alissa und ihre Mitmusiker es geschafft, dieser Hymne ein passendes metallisches Kleid zu verpassen, ohne es lächerlich wirken zu lassen. Eine der besten Versionen, die man von diesem Track jemals hören durfte. Mit „Shadow On The Wall“ findet es ein weiterer Song auf der Tracklist, den auch szenefremdes Publikum kennen dürfte. Von dieser Version dürfte allerdings selbst MIKE OLDFIELD überrascht sein, der typische ARCH ENEMY-Sound trifft auf 80er Jahre Attitüde und erschafft eine düstere Atmosphäre, die man nicht erwarten konnte. Ein absoluter Everblack und als Coverversion bereits bekannt, ist „Breaking The Law“ von JUDAS PRIEST. Als Track auf „War Eternal“ konnte man sich bereits vom Zusammenspiel der New Wave Of British Heavy Metal und Melodic-Death-Metal überzeugen. Dem guten Old-School-Punk aus UK wird mit „City Baby Attacked“ gehuldigt. Es ist schon etwas ungewohnt, die Band in diesem Tempo zu hören. Der Sound klingt etwas dreckig und dennoch perfekt produziert.

Ein interessantes Experiment, das dieses Album noch interessanter macht. „The Zoo“ sollte in der Metal-Szene weitreichend bekannt sein. Diesen Meilenstein der SCORPIONS sehen ARCH ENEMY als Anreiz und Inspirationsquelle für ihren eigenen Werdegang. „The Book Of Heavy Metal“ ist ein grandioser Song, den man einfach lieben muss. Nach dieser Frischzellenkur klingt er noch giftiger und aggressiver als das Original, ein netter, kleiner Ohrwurm, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Oft belächelt, von anderen vergöttert, aber ihren Stammplatz haben MANOWAR im Metal wohl zweifelsohne. „Kill With Power“ ist eine gute Wahl, da sich Ex-Sängerin Angela Gossow schön auspowern kann und dem Track fast eine ernstzunehmende Attitüde einhaucht. Nun kommen wir zu den unsterblichen Legenden. Den Auftakt übernimmt „Symphony Of Destruction“. Was für ein Riff, was für eine Stimme. Hier wären sogar MEGADETH zufrieden, wie ihr Song präsentiert wird. Der nächste Kandidat ist „Aces High“. Eine gute Version der unsterblichen IRON MAIDEN, dennoch nicht ganz so gelungen wie die Vorgänger. Da wir gerade bei den Herren aus England sind: Das Ende dieses Tribute Albums wird mit „The Ides Of March“ besiegelt und hinterlässt den Hauch der Zeitlosigkeit.

ARCH ENEMY präsentieren eine Zusammenstellung von Bands und Tracks, die einen Einfluss auf die Bandmitglieder hatten.

Tracklist

1. Shout (Tears For Fears)
2. Back To Back (Pretty Maids)
3. Shadow On The Wall (Mike Oldfield)
4. Breaking The Law (Judas Priest)
5. Nitad ( Moderat Likvidation)
6. When The Innocent Die (Anti-Cimex)
7. Warsystem (Skitslickers)
8. Armed Revolution (Skitslickers)
9. Spräckta Snutskallar (Skitslickers)
10. The Leader (Of the Fuckin‘ Assholes) (Skitslickers)
11. City Baby Attacked By Rats (G.B.H.)
12. Warning (Discharge)
13. The Zoo (Scorpions)
14. Wings Of Tomorrow (Europe)
15. The Oath (Kiss)
16. The Book Of Heavy Metal (Dream Evil)
17. Walk In The Shadows (Queensryche)
18. Incarnated Solvent Abuse (Carcass)
19. Kill With Power (Manowar)
20. Symphony Of Destruction (Megadeth)
21. Aces High (Iron Maiden)
22. Scream Of Anger (Europe)
23. Starbreaker (Judas Priest)
24. The Ides Of March (Iron Maiden)