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Bad Wolves - Disobey 2018

Manchmal braucht es nicht mehr als ein tragisches Ereignis, um den Globus quasi über Nacht zu übernehmen.
Für BAD WOLVES, die u.A. von den beiden Hauptsongwritern Tommy Vext (ex-DIVINE HERESY; Vocals) und John Boecklin (ex-DEVILDRIVER; Drums) erschaffen wurden, war es der THE CRANBERRIS Coversong "Zombie", der weltweit viral ging, weil man sich dazu entschied, der verstorbenen Sängerin Dolores O’Riordan, die bereits fest für ein Duett mit Vext eingeplant war, ein musikalisches Denkmal zu errichten.


Die LP startet ohne lange zu zögern mit dem Song “Officer Down”, der ein kurzes Intro bietet und direkt mit dem für die Band typischen Palm-Mute-Geschrabbel und Bending in der Gitarre losgeht. Hat da jemand DevilDriver geschrien? Japp, der alte Drummer ist auch dabei und das merkt man SOFORT! Auch der ständige Wechsel zwischen Screaming und “normalem” Gesang ist ein großer Vorteil, der sich durch das ganze Album zieht.
Direkt als Zweites kommt dann die bekannte Single “Learn to Live”. Absoluter Favorit, immer noch. Die groovigen Gitarren- bzw. Drumparts lassen bei jedem Durchhören mitnicken.
Auch der dritte Song im Bunde, “No Masters”, besticht mit einem sehr breiten Refrain, in dem Vext mit seiner Stimme absolut punkten kann. Auffallend ist aber das fehlende Wummern im Song
Als Nächstes kommt der große Hit von Bad Wolves, das “The Cranberries”-Cover von Zombie, welches inzwischen 48 Millionen Aufrufe allein bei Youtube hat und auch ordentlich verkauft wurde. Zusammenhängend dazu muss leider auch erwähnt werden, dass die ehemaligen Sängerin der Band, Dolores O’Riordan, bei der Aufnahme mitwirken wollte, am Tag der Aufnahme traurigerweise verstorben ist.
Seitdem jedoch ist die kurz danach veröffentlichte (und auch gar nicht mal schlechte) Single in aller Munde und hat Bad Wolves einen immensen Boost gegeben.

Dass BAD WOLVES ihr Handwerk verstehen, ist keine Frage. Gitarren-Riffs die ihm Ohr bleiben, Drumming, das seinesgleichen sucht und ein Bass, der das Instrumentale makellos abrundet. Am Gesang geben sich Cleans, Shouts und Rap die Klinke und schaffen ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gesamtbild, wobei die Stimme von Tommy Vext oft an FIVE FINGER DEATH PUNCH erinnert.

Das Projekt Bad Wolves bietet den beteiligten Musikern eine willkommene Gelegenheit, die eigenen Grenzen auszuloten. Diese Freiheit endet in Slipknot-Raserei, Faith No More-Vollbremsungen, Breaking Benjamin-Radiocharme, Five Finger Death Punch-Balladen oder Rückgriffen auf Soundgarden. Bad Wolves nut­zen die gesamte Spannbreite des Modern Metal – manche Riffs wirken aufgrund der hohen Rhythmisierung fast gescratcht und greifen klanglich nach Djent.

Zudem steht mit Tommy Vext (Divine Heresy, Snot) jemand am Mikro, der überschlagende Mushroomhead-Momente ebenso kreieren kann wie schüchterne Nachdenklichkeit. Was noch fehlt, ist die Masse an Hits, die diesem Konstrukt gefühlt innewohnt. Es liegt noch einiges verborgen. Ein sehr vielversprechender Start einer guten Band – und das nicht nur, weil Bad Wolves sämtliche Einkünfte von ‘Zombie’ an die drei hinterbliebenen Kinder O’Riordans spenden.

 

Tracklist

  1. Officer Down
  2. Learn To Live
  3. No Masters
  4. Zombie
  5. Run For Your Life
  6. Remember When
  7. Better The Devil
  8. Jesus Slaves
  9. Hear Me Now
10. Truth Or Dare
11. The Conversation
12. Shape Shifter
13. Toast To The Ghost

 

BAD WOLVES "Learn To Live" Official Music Video