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Bad Wolves - N.A.T.I.O.N. 2019

Hört man sich einen der (älteren oder neueren) Songs von Bad Wolves an, so merkt man, dass die Bandmitglieder Ahnung haben, von dem was sie tun. In Anbetracht der Tatsache, dass die Herrschaften um Sänger Vext bereits allesamt in anderen Bands aktiv waren, ist das natürlich auch nicht weiter verwunderlich.
Nicht mal eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Debüts „Disobey“ steht nun der Nachfolger „N.A.T.I.O.N.“ in den Startlöchern. Während das Erstlingswerk insbesondere durch seine Gradlinigkeit und modernen Metalsounds herausstach, war bereits nach den ersten vier Single-Auskopplungen der neuen Scheibe klar, dass die Songs auf „N.A.T.I.O.N.“ wohl etwas „verspielter“ daherkommen würden.

Mit „I’ll Be There“ gab’s den ersten Vorgeschmack auf die Ohren und der Track ist auch so ziemlich genau das, was man sich für das neue Album von Bad Wolves vorgestellt hat. Schnelle Strophen, kraftvoller Gesang (und Rap!) von Vext und ein etwas hymnischer Refrain. Eine gute Kombi für einen modernen Metalsound, der schnell ins Ohr geht.

Als zweiten Song präsentierten uns die bösen Wölfe „Killing Me Slowly“ und im Gegensatz zu „I’ll Be There“ kam dieser schon deutlich „hardrockiger“ und radiotauglicher daher (so radiotauglich, dass ein gewisser privater Rock-Radiosender aus Hessen den Track in seine Nachmittagsplaylist aufgenommen hat; an dieser Stelle nur des Vergleichsmoments zu „Disobey“ wegen erwähnt). Der Song besitzt eine eingängige Melodie und ist deutlich weniger metallisch als noch die erste Single.

Ebenso verhält es sich mit „Sober“, dem dritten Track, den Tommy Vext und Co. aus „N.A.T.I.O.N.“ auskoppelten. Letzterer ist sogar noch etwas ruhiger als „I’ll Be There“ und der Fan der älteren Songs von Bad Wolves sollte schon merken: Das zweite Album der Jungs aus L.A. wird wohl etwas an altbekannter Härte einbüßen.

Das ist natürlich per se erstmal nichts Schlimmes. „Killing Me Slowly“ und „Sober“ sind solide Rocktracks mit Ohrwurmcharakter, auf denen man jedoch vergeblich nach dem altbekannten Metal-Sound sucht.
„Killing Me Slowly“ und „Sober“ kann man wohl deklarieren als „really catchy, kind of more mainstream stuff“ und in diese Kategorie reihen sich auch Songs wie „No Messiah“, „Back In The Days“ oder „Better Off This Way“ ein. Bei letzteren wartet man teilweise leider vergeblich auf DEN Moment und im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Song bleiben sie auch auf’s erste Hören weder im Ohr noch im Kopf.

Mit „stuff that’s probably heavier, as or more heavy than the last record“ meint Coyle sicherlich „I’ll Be There“ (das in gewisser Weise als etwas weiterentwickelter Sound der ersten Platte beschrieben werden kann; Nu Metal-Vibes lassen grüßen), „The Consumerist“ oder das doch recht experimentelle „Foe Or Friend“. Letzteres kommt mit Chorgesängen daher, die etwas stutzig machen. Das Lied geht ebenso wie „The Consumerist“ aber eindeutig vorwärts. Einmal mehr zeigt Tommy Vext hier seine gesanglichen Qualitäten. Seine tiefe Stimmfarbe verleiht den Screams wirklich etwas Besonderes

Der Rest der Tracklist ist dann tatsächlich „a lot of stuff in the middle“. „Learn To Walk Again“ beispielsweise kommt mit einem modernen Metalcore-Sound daher und besitzt zeitgleich Tempo. Ein Song, der sicherlich live bei einem breiten Publikum gut ankommt. „Crying Game“ (das ebenfalls bereits durch Vorab-Release bekannt war), „LA Song“ oder „Heaven So Heartless“ befinden sich ebenfalls irgendwo „in the middle“, wobei „LA Song“ zur „härteren Mitte“ und „Heaven So Heartless“ eher zur „weicheren Mitte“ zählen würde.

Bad Wolves, bestehend aus Tommy Vext (ex-Divine Heresy), Drummer John Boecklin (ex-DevilDriver), Gitarrist Doc Coyle (Vagus Nerve, ex-God Forbid), Gitarrist Chris Cain (Bury Your Dead) und Bassist Kyle Konkiel (ex-In This Moment)
BAD WOLVES unterstreichen mit "N.A.T.I.O.N.", dass sie dem Ruch, ein fadenscheiniger Allstar-Act zu sein, langfristig entwachsen können. Wer 2019 breitbeinige US-Mucke mit heavy Gitarrenriffs, Donner-Drumming und Radio-Choruses hören möchte, kommt an der Band nicht vorbei.

Tracklist:

1. I'll Be There
2. No Messiah
3. Learn To Walk Again
4. Killing Me Slowly
5. Better Off This Way
6. Foe Or Friend
7. Sober
8. Back In The Days
9. The Consumerist
10. Heaven So Heartless
11. Crying Game
12. LA Song

 

Bad Wolves - Killing Me Slowly (Official Music Video)

 

zu hören bei www.darkradio.de