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Battle Beast - No More Hollywood Endings 2019

Der Abgang von Anton Kabanen (Jetzt Beast In Black) - hallt auch auf dem zweiten Album nach seinem Rausschmiss noch nach.
Rekapitulieren wir noch einmal kurz, weshalb sich BATTLE BEAST seinerzeit von ihrem Gitarristen und Hauptsongwriter Anton Kabanen getrennt haben – wegen musikalischer Differenzen. Dieser rief hernach BEAST IN BLACK ins Leben und machte so weiter wie bisher – im gleichen Fahrwasser wie BATTLE BEAST. Nun haben wir also zwei Kapellen, die so ziemlich gleich klingen und die in kurzem Abstand hintereinander ihre Alben veröffentlichen – kürzlich machte die Konkurrenz mit „From Hell With Love“ den Anfang, nun legen BATTLE BEAST mit „No More Hollywood Endings“ nach.

Während die Finnen auf BRINGER OF PAIN (2017) unverhohlen dem Stahl Priest’scher Prägung frönten, wollen Battle Beast nun wieder etwas mehr Variabilität an den Tag legen.

Gleich zu Anfang des Openers „Unbroken“ begrüßen einen Orchester und Chöre. Eine Kombination, die mit ihrem Bombast an NIGHTWISH erinnert und in dieser Form nur angedeutet auf dem Vorgängeralbum beim Song „Lost In Wars“ vorkam. Dieser und die beiden darauffolgenden Songs zeigen schnell, dass es auf „No More Hollywood Endings“ um einiges emotionaler zugeht als auf den bisherigen Alben der Band. Das äußert sich nicht nur in den Texten, die auf Problemen aus dem echten Leben beruhen, sondern auch in der Musik. Erstmals nutzen BATTLE BEAST echte Streicher, die sie entsprechend umfangreich einsetzen. Auch die Vocals sind den gefühlvolleren Themen angepasst, was dem Hörer ganz neue Dimensionen von Nooras Stimme eröffnet.

„Unfairy Tales“ versprüht einen LORDI-Vibe und ändert so den Kurs. Etwas später leitet „The Hero“ dann die zweite, härtere Hälfte des Albums ein. Dieser Song macht ab dem ersten Refrain süchtig und ist der mit Abstand beste auf „No More Hollywood Endings“. Den Hörer erwarten aber noch einige weitere Anspieltipps. „Piece Of Me“, „The Golden Horde“ und „World On Fire“ verkörpern alle das, wofür man BATTLE BEAST liebt. Mit der Ballade „I Wish“ greifen sie dann aber doch noch daneben. Das Stück mag zwar jenen gefallen, die explizit auf Balladen stehen, es bremst das Album aber extrem aus und nimmt ihm den Schwung, den seine Vorgängerstücke aufgebaut haben.

Die erste Hälfte des Albums ist soft, fast ZU soft. Der METAL-Anteil ist eher gering. Doch die Songs selbst vermögen dennoch durchaus zu gefallen. In der zweiten Hälfte hingegen drehen die Finnen richtig auf und liefern Knaller um Knaller – unter anderem mit dem absoluten Highlight „Raise Your Fists“ und dem schnellen „The Golden Horde“.

Battle Beast sind zweifellos am besten, wenn sie ihre Powerfrau am Mikro von der Leine lassen. Noora’s Stimme ist absolut einzigartig und was sie damit anfangen kann, zeigt sie auf eindrücklichste Weise auch auf der Bühne. Es geht jedoch verdammt lange, bis der sympathische Blondschopf endlich die Sau rauslassen kann…!

Aaaaaaber -
Wer neues klassisches Battle Beast-Material hören will, muss Beast In Black auflegen. Denn das Quintett um Noora Louhimo ist eine andere Band als noch vor vier Jahren, die sogar vor Symphonic Metal und Pop-Rock nicht zurückschreckt.
Das leider nur auf der Hälfte anwesende „Beast“ hätte da sicher noch etwas retten können.


Tracklist

1     - Unbroken 4:08     
2     - No More Hollywood Endings 3:54     
3     - Eden 4:00     
4     - Unfairy Tales 3:33     
5     - Endless Summer 3:37     
6     - The Hero 4:13     
7     - Piece Of Me 3:39     
8     - I Wish     4:26     
9     - Raise Your Fists 6:10     
10     - The Golden Horde 3:58     
11     - World On Fire 4:03     
12     - Bent And Broken (Bonustrack) 3:50     
13     - My Last Dream (Bonustrack) 3:50

 

BATTLE BEAST - Endless Summer (OFFICIAL MUSIC VIDEO)