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Black Sabbath - XIII Unloaded 2017

Es scheint, als gäbe es bei dieser Band weder Anfang noch Ende. Alles bleibt immer Gegenwart.

Black Sabbath - XIII Unloaded 2017



Langsam, bleischwer und unerbittlich misanthropisch fräst sich die monumentale Gitarre Tony Iommis in die Ohrmuschel. Keine Laubsäge, sondern Hirnsäge! "Ist dies das Ende des Anfangs oder der Anfang vom Ende?" fragt Ozzy an der Eingangstür zum Tower of Doom. Jeder Besucher, der diese Höllenpforte namens "13" durchschreitet, ist augenblicklich dem Fluch dieses schwefligen Zeitlupenmetals verfallen. Kreuzigung? Nein, Sabbath, schwarzer Sabbath!

Sollten diese Klänge also tatsächlich die letzten Töne von Black Sabbath Mark I sein, wäre es ein großartiger Abschied in künstlerischer Würde. Wenn dieser Doom - immerhin ihr gemeinsames Kind - tatsächlich die Verdammnis bedeutet, dann bin ich gern verdammt in alle Ewigkeit.
Haben mich doch Black Sabbath mein ganzes Leben lang begleitet, schliessen sie nun den Teufelskreis.
Für mich legen Götter ihre Waffen nieder.
Und ein Ozzy, der jetzt schon, zu Lebzeiten, einen festen sitz im Riesengrossen Metal Olymp hat.

Aber die Metal-Senioren um Ozzy Osbourne lassen sich eine Hintertür offen.
Der seit Jahren angeschlagene Ozzy Osbourne tappte beim Klassiker "Paranoid" doch durchaus federnd auf der Bühne herum. Und das Publikum tobte. Mit einem letzten Konzert in Birmingham - der Ort, wo sich die Gruppe 1968 gründete - hat die britische Heavy-Metal-Band Black Sabbath ihre Mammut-Tournee und zugleich ihre Karriere beendet.
"Danke, gute Nacht, vielen, vielen Dank", rief Lead-Sänger Osbourne, als die Gruppe am Samstagabend die Bühne in der 16.000 Zuschauer fassenden Arena verließ. Konfetti regnete auf die Bühne, Luftballons stiegen auf, zum Abschluss gab es noch ein Feuerwerk. Mit Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Osbourne waren fast alle Gründungsmitglieder dabei.
Die Abschlusstournee "The End Tour" hatte die Musiker von den USA nach Australien und in die Nachbarländer, nach Europa, wieder nach Nordamerika, Südamerika und erneut nach Europa geführt. Insgesamt gaben sie 81 Konzerte - offiziell soll es die letzte Tour der Gruppe gewesen sein.
Eine Hintertür ließen sich die Musiker aber auch dieses Mal offen: Iommi sagte dem britischen Sender BBC, die Band verabschiede sich nicht als solche, es werde nur keine Welttourneen mehr geben. "Ich würde aber nicht ausschließen, noch mal eine Einzelshow zu machen oder sogar ein Album." Osbourne dagegen sagte: "Was mich betrifft, ist dies das Ende." Er selbst wolle allein als Musiker in Zukunft weitermachen.
1970 erschien das erste Album der Musiker, das den Titel "Black Sabbath" trug. Musikalisch hatten sie zuletzt vor vier Jahren mit dem Comeback Album "13" an ihre Klasse erinnert: "Is This the End of the Beginning? Or the Beginning of the End?", sang Osbourne auf dem Album. Auch mit Hinblick auf das aktuelle mögliche Karriereende: gute Frage.


Mit Regenguss, Donner und unheimlicher Kapellenglocke klingt das Album dort aus, wo einst die Reise mit ihrem Übersong "Black Sabbath" ("Black Sabbath, 1970) begann.
Es scheint, als gäbe es bei dieser Band weder Anfang noch Ende. Alles bleibt immer Gegenwart.
Tracklist

01. End Of The Beginning
02. God Is Dead
03. Loner
04. Zeitgeist
05. Age Of Reason
06. Live Forever
07. Damaged Soul
08. Dear Father
09. Methademic
10. Peace Of Mind
11. Pariah
12. Season Of The Dead
13. Cry All Night
14. Take Me Home
15. Isolated Man
16. Naïveté In Black

https://www.youtube.com/watch?v=jZ-HyKPBohU