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Brennstoff - Inferno 2019

Knapp zwei Jahre nach der letzte Platte Schlag auf Schlag steht nun der neue Longplayer von Brennstoff (gegründet 2011) in den Startlöchern. Das Ensemble aus St. Ingbert im Südwesten der Bundesrepublik (Saarland) veröffentlicht Mitte Oktober diesen Jahres ihr nun schon viertes Album Inferno mit insgesamt 1o Songs, einem Intro und einem Outro.

Beim Intro bahnt sich langsam an, was einen auf Position zwei der Platte Inferno mit dem gleichnamigen Titel erwartet. Eine richtige Kante, die mit lauten Gitarren und harten Drums von einem sich anbahnenden Inferno berichtet. Mit einem kleinen Seitenhieb gegen die Obrigkeit verführt der Tack trotz leicht politischem Unterton zum mitgrölen. Also genauso wie man es von Brennstoff erwartet.
Der nächste Song umschreibt mit seinem Namen sowohl den Song als auch die Band. „Kompromisslos“ stellt klar, dass sich vielleicht die Musik der Band weiterentwickelt hat, aber die Einstellung immer noch die gleiche ist wie vor vielen Jahren. Man kann und will es nicht allen recht machen, also zeigt man der Welt den Mittelfinger.

Etwas tiefsinniger aber kein Bisschen ruhiger geht es mit „Vergessen“ weiter. Ein Lied von einer zerbrochenen Bruderschaft, die man zwar nicht vergisst, der man aber hauch nicht hinterher trauert, lädt zum Nachdenken ein. Bei 120 Dezibel denkt man über gemeinsam durchgezechte Nächte nach und wie schnell doch auch die vermeintlich engste Bindung im Nichts verschwinden kann. Man denkt gerne an diese Zeiten, zieht aber einen Schlussstrich und geht neue Wege. Ein guter Rat, verpackt in einen sehr sauber eingespielten Song, der mit einem überzeugenden Gitarrensolo veredelt wurde.

Auf „Das Sind Wir“ wird berichtet, dass sich gewisse Dinge niemals ändern werden. Die alten Gassenhauer hören und dabei einen heben. Szenetreue, feiern bis zum Abwinken und lange Nächte in der heimischen Stammkneipe gehören als Thema selbstverständlich auf dieses Album.
Humorvoll wird der Unterschied zwischen der Gedankenwelt von Mann und Frau auf „ZFKIR“ erklärt. So haben das schöne Geschlecht und die Herren der Schöpfung laut Brennstoff sehr unterschiedliche Ansichten wie das perfekte Date auszusehen hat. Wie man es als Mann auch macht, es ist verkehrt. Tut uns Leid Mädels, aber egal wie sehr wir es auch versuchen, die rosarote Brille passt uns leider nicht. Was wollt ihr denn nun wirklich? Einen Strauß Blumen, ein paar Rosen oder doch lieber eine Kiste Bier? Ist schließlich gerade im Angebot… Sei es drum, falls Interesse besteht „ZFKIR“.

Deutlich ruhiger und etwas melancholisch geht es mit „Warum“ weiter. Die frage die hier gestellt wird: Warum sollte ich mich ändern? Die Antwort darauf gibt man sich selbst. Man muss nicht jede gefallen, auch wenn das bedeutet, dass man die eine oder andere Enttäuschung oder Schramme hinnehmen muss.

„Auf Das Ganze“ lässt die vergangenen Tage hochleben und sagt aus, dass man genauso weiter machen will wie bisher und sich darauf freut. Auch wenn es die Gesellschaft nicht gerne sieht, hiervon lässt man sich nicht beeindrucken. Man zahlt den Preis für das Leben das man gewählt hat und interessiert sich wenig für andere Meinungen.

Mit Kopf-Hoch-Parolen und motivierenden Texten macht „Kampf“ Mut zum Durchhalten. Sehr allgemein gehalten trifft dieser Song die Aussage, man solle nicht in Selbstmitleid zerfließen, sondern den Kampf annehmen und sich seinen Feinden stellen. Untermauert wird der eindringliche Text durch starke, durchdringende Musik die tatsächlich sehr motivierend wirkt.

Der Puls, nun bei einer ungesunden Anzahl an Schlägen pro Minute, darf bei „Keine Toleranz“ (feat. Fabi & Rolle) noch nicht runterfahren. Man nimmt hier mit sarkastischem Unterton aber harten und deutlichen Worten gepaart mit kräftiger Musik einige Kollegen aus der Deutschrock-Szene aufs Korn. Hierbei stellt Brennstoff klar das es nicht sein kann, dass einige Bands nur wegen der Verkaufszahlen auf der Bühne und Ihren Platten viel Scheiße erzählen.

Man distanziert sich von Bands die Sauflieder machen aber Selters trinken oder Lieder über Rebellion verbreiten, aber am nächsten Morgen dem Professor um viertel vor neuen einen Apfel aufs Pult legen. Dieser Track wirkt definitiv alles andere als gestellt. Falls sich die eine oder andere Band beim Hören angegriffen fühlt, einfach mal beim Songwriting fürs nächste Album etwas besser über die Inhalte nachdenken, auch wenn das vielleicht auf Kosten der abgesetzten Einheiten geht.
Geschlossen wird das Album so lautstark wie es begonnen hat. Mit „In Die Ewigkeit“ verabschiedet man sich bei den Hörern der Platte und macht dem Songtitel entsprechend klar, dass dieses nicht der letzte Streich war.

Tracklist

 1. Intro
2. Inferno
3. Kompromisslos
4. Vergessen
5. Das Sind Wir
6. Auf Das Ganze
7. ZFKIR
8. Warum
9. Kampf
10. Keine Toleranz
11. In Die Ewigkeit
12. Outro

Bandbesetzung:
Thomas - Gesang
Christian - Drums
Niklas - Gitarre
Andreas - Bass
Sven - Gitarre

 

Brennstoff feat. Fabi & Rolle Keine Toleranz

 

zu hören bei www.darkradio.de