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Bring Me The Horizon - Amo 2019

Bring Me The Horizon sind definitiv nicht mehr die Band von vor ein paar Jahren.
„Amo“ zeigt einen komplett veränderten Bandsound. Die dreizehn Songs des Albums haben weder mit Metalcore noch mit Modern Metal viel zu schaffen. Im Sound der Band sind elektronische Sounds, Drum & Bass und Dance-Beats die bestimmenden Elemente. Bring Me The Horizon muss man allerdings zugestehen, dass man für solch eine radikale Änderung der musikalischen Ausrichtung richtig dicke Eier braucht.

„i apologise if you feel something“ macht direkt zu Beginn klar, dass „amo“ sich soundtechnisch auf ganz anderen Wegen befindet, als es die Alben der Briten vorher getan haben. Am Ende sind 2:19 Minuten vergangen und man wurde mit ordentlich Elektronik auf das kommende „MANTRA“ vorbereitet.

„MANTRA“ bleibt stehen als ein Song, der viele (neue) Stärken der Band zu vereinen weiß. Saftiger Gitarrensound, elektronische Spielereien und dazu ein Mitsingrefrain, der ordentlich ins Ohr geht. Ruht euch aber ja nicht auf dem Song aus, denn „nihilist blues“ kommt nicht nur mit noch mehr Effekten auf Olis Stimme daher, sondern klingt mit noch mehr Elektrospielereien wie ein Dance-Song aus den 90ern. Den Song kann man wirklich auch auf jeden „Clubfete-Sampler“ packen. Drum ’n‘ Bass-Parts, sphärische Gesangsmelodien einer weiblichen Stimme sowie Oli, dazu Dance- und House-Sounds, das sitzt. Dennoch ist das Ganze interessant arrangiert, nur eben unfassbar ungewohnt für einen BMTH-Song. „in the dark“ stellt anschließend einen eher ruhigen Rock-Pop-Song dar, der aber mit einem gut in den Mix eingearbeiteten Gitarrensound punkten kann. Ausreichende Rockattitude trifft auf sanfte Pop-Sounds und eine dazu passende Hook. Ein Song, der gut ins Ohr geht.

Mit „wonderful life“ und „sugar honey ice & tea“ wird dann wieder die rockigere Schiene eingeschlagen, auch wenn letzteres immer wieder ruhigere Momente für sich beansprucht. Am Ende bleiben drückende Gitarren, die aber gerade bei „sugar honey ice & tea“ immer wieder mit ordentlich Elektronik durchmixt werden, seien es Sounds oder Stimmen. Zwischen den beiden Songs dürfen „ouch“ und das bereits bekannte „medicine“ Platz nehmen. Ersteres darf wieder hart in die Drum ’n‘ Bass-Schublade greifen und wird mit Sicherheit auf so einigen DJ-Sets Freunde finden.

„why you gotta kick me when i’m down?“ präsentiert sich anschließend wieder ganz neu und erinnert einen doch glatt in den Strophen an aktuellen Deutschrap, der momentan so durch die Lande zieht.
„fresh bruises“ darf dann als Interlude auf dem Album Platz nehmen und
„mother tongue“ ist wohl der Popsong der Platte, der sofort an Owl City erinnert. Natürlich wieder kein BMTH-Stil wie wir ihn von früher kennen, aber dann doch ein ganz cooler Song. „heavy metal“ darf dann was mehr nach vorne gehen und besticht gerade im Refrain mit ordentlich Indie-Rock-Vibe. Mit „i don’t know what to say“ endet „amo“ und setzt mit Streichern und Akustikgitarre nochmal ein balladenhaftes Ausrufezeichen.
Gut, wem´s gefällt.

Viele Fans werden sich abwenden, das ist mal sicher, und ich gehör dazu.
Nicht mehr mein Ding, was BMTH jetzt so machen.

Tracklist

1. I Apologise If You Feel Something
2. Mantra
3. Nihilist Blues
4. In The Dark
5. Wonderful Life
6. Ouch
7. Medicine
8. Sugar Honey Ice & Tea
9. Why You Gotta Kick Me When I’m Down?
10. Fresh Bruises
11. Mother Tongue
12. Heavy Metal
13. I Don’t Know What To Say

 

Bring Me The Horizon - sugar honey ice & tea (Lyric Video)

 

Und hier noch eins, das wenigstens ein bissi an die alten BMTH erinnert.
Ausserdem ein Dani Filth, der im folgenden Musikvideo einen selbstironischen Auftritt hinlegt.

 

Bring Me The Horizon - wonderful life (Lyric Video) ft. Dani Filth