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Brothers Of Metal - Emblas Saga 2020

Freunde heroischen Power Metals werden bereits beim Gedanken an das Erstwerk (PROPHECY OF RAGNARÖK) der Brüder und einen Schwester vor Begeisterung frohlocken: Eintauchen in die nordische Mythologie, dabei stets ein Hauch Manowar-Überepik – klingt so weit gut. Mit EMBLAS SAGA wählt der Trupp den sicheren Weg und bleibt seiner Ausrichtung treu. Natürlich gehen nahezu alle Songs dank simpler Strukturen sofort ins Ohr, auch das Wechselspiel zwischen weiblichem und männlichem Gesang funktioniert.

Auf Emblas Saga geht offenbar auf, was die Band bei ihrer Gründung wohl als musikalische Version hatte. Insbesondere auch, dass die Gruppe drei Sänger hat: Auf Emblas Saga ist die glockenklare und dennoch oft überaus kraftvolle Ylva Eriksson zumeist in den Vordergrund gemischt, was die Band mitnichten zu einer „Female-fronted-Band“ macht. Denn Joakim Lindbäck Eriksson und Mats Nilsson (die mal nach Chris Boltendahl, mal nach Lordi klingen) wechseln sich an ihrer Seite überlegt und passend mit ihr ab, sorgen so für einen Konterpart, unterstützen einander mit gedoppeltem Gesang oder sorgen mit parallel verlaufenden, aber leicht voneinander abweichenden Melodiebögen für Detailtiefe beim Gesang.

Hinzu kommt, dass diverse Einflüsse beziehungsweise Gesangsstile eingearbeitet wurden: Neben vielen recht klassischen, kraftvollen Power Metal Gesangspassagen (etwa beim straighten Headbanger Chainbreaker oder das mit knackigen Gitarrenriffs glänzende Hel) gibt’s immer wieder singulär eingestreute Bombast-Chöre (bei To The Skies And Beyond sogar kurz an Mönchsgesänge erinnernd), die das Ganze breitwandiger machen. Zudem sorgen einige Folk Elemente speziell durch Ylva Eriksson und singulär eingestreuten schwedischen Lyrics für eine gewisse Originalität und Gänsehautmomente (man höre dazu zum Beispiel die wunderbare Ballade Weaver Of Fate oder die zum dahinschmelzenden Anfänge von Kaunaz Dagaz oder des Titeltracks mit Herr Der Ringe Reminiszenz).

Hervorzuheben ist auch, dass es Abwechslung in den Songstrukturen gibt und eben nicht nur ein 08/15 Schema der Marke „Riff-Vers-Chorus-Riff-Vers-Chorus-Solo-und-noch-mal-Riff-Vers-Chorus“. Stattdessen wird versucht, das Saga-Motto des Albums zu unterfüttern, indem es immer wieder erzählerische Momente gibt: etwa durch hörspielmäßige Intros (Brood Of The Trickster oder kurz am Anfang von Njord). So hat der Hörer nicht nur wegen der Texte (Wikinger-Gedöns) das Gefühl, hier wird eine Geschichte erzählt. Klar, das haben schon andere Bands wie zum Beispiel Manowar gemacht, aber gut gemacht (und das ist es in diesem Fall) passt das einfach wunderbar zu einer True Metal Band. So gibt es Songs wie Theft Of The Hammer, das erzählerische Emblas Saga oder das sehr flotte Ride Of The Valkyries, die ohne echten Refrain auskommen und sich dennoch ins Hirn brennen. Brothers Of Metal haben auf ihrem Zweitling aber auch eine Ladung Mitgrölpassagen eingespielt: So etwa die hymnenhaften One und To The Skies And Beyond oder auch bei Njord, das stark an Sabaton erinnert

Dazu braten die Gitarren von Dawid Grahn, Pähr Nilsson und Mikael Fehrm dass es eine wahre Freude ist. Und das auch durchaus mal richtig mächtig, donnernd und fast schon böse wie bei Hel. Also nicht nur fröhlich-flockig und hymnenhaft, sondern wie beim Gesang auch mit diversen Einflüssen versehen. Von folkigen, tänzelnden Melodien über davon eilenden Uptempo-Speedern bis hin zu Kopfkino-Harmonien: Die Jungs scheinen alles drauf zu haben.

Bandmitglieder:

Gesang – Ylva Eriksson
Gesang – Joakim Lindbäck Eriksson
Gesang – Mats Nilsson
Gitarre – Dawid Grahn
Gitarre – Pähr Nilsson
Gitarre – Mikael Fehrm
Bassgitarre – Emil Wärmedal
Schlagzeug – Johan Johansson

Tracklist

01           Brood Of The Trickster
02           Powersnake
03           Hel
04           Chain Breaker
05           Kaunaz Dagaz
06           Theft Of The Hammer
07           Weaver Of Fate
08           Njord
09           Emblas Saga
10           Brothers Unite
11           One
12           Ride Of The Valkyries
13           To The Skies And Beyond

 

BROTHERS OF METAL - One (2019) // Official Music Video // AFM Records

 

zu hören bei www.darkradio.de