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Bullet For My Valentine - Gravity 2018

Die walisische Metal-Band Bullet For My Valentine hat mit Gravity ihr mittlerweile sechstes Studioalbum herausgebracht.
Auf den zwölf Tracks der fertigen Platte zeigen BFMV erneut, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Eine breite musikalische Range, die von aggressiven Screams bis hin zu den melodischsten Passagen, die die Band bisher je zu Papier gebracht hat, alles abdeckt, was sich die Fans nur wünschen können, ist eins der ganz großen Highlights der Scheibe.

Fancy hin oder her – BULLET FOR MY VALENTINE haben‘s einfach drauf. Ihr Gespür für eingängige Melodien, treibende Riffs und tanzbaren modernen Metal ist einzigartig. Das bereits sechste Album der Briten hat sich dabei ein wenig geöffnet. Unverkennbar BFMV in den Refrains, den Bridges und Strukturen, trauen sich Matt Tuck & Co. dieses Mal noch etwas mehr und weben Rock-Elemente und auch Synthie-Parts in ihren Sound ein, ohne ihre ureigenen Trademarks zu verwässern. »Gravity« drückt und schiebt und macht einer der wohl erfolgreichsten englischen Bands wirklich alle Ehre. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit bis Songs wie ‚Letting You Go‘, ‚Piece Of Me‘ oder ‚Over It‘ die Tanztempel, Hallen und Äcker zum Beben bringen werden.

Bullet for my Valentine, die sich seit ihrer Gründung 1998 dem Metalcore zurechnen und an den Metallegenden Metallica und Iron Maiden orientieren, sind mit der Musikrichtung und deren Aufstieg Anfang des Jahrtausends groß geworden und können mittlerweile selbst schon zu den jüngeren Klassikern britischen Metals gezählt werden. So wurde die Band um die beiden Gründungsmitglieder Sänger/Gitarrist Matthew Tuck und Gitarrist Michael Paget und, seit 2015, Bassist Jamie Mathias bereits zweimal vom Metal Hammer zur Best British Band gekürt, zuletzt 2010. Die Messlatte für ein neues Album hängt also hoch.

The very last time
ist die erste Ballade des Albums und beginnt ruhig und nachdenklich. Der Beat ist schlicht und synthetische Klänge untermalen den Gesang. Erst in der zweiten Strophe kommt eine melodische Gitarre hinzu und die Intensität des Songs steigert sich zum Ende hin in ein aufgeladenes Finale.
Piece of me
von Anfang an schnell und laut. Der Text ist sehr einprägsam und lädt seine Zuhörer zum sofortigen mitsingen ein, bevor der Song mit einigen Shouts sein Finale erreicht. Ein Song, der live gut funktionieren wird, aber auch beim mehrfach hören noch Spaß macht.
Under again
passt sich perfekt in das Album ein. Textlich aussagekräftig und musikalisch definitiv nicht vergleichbar mit den Songs, die wir von BFMV gewöhnt sind, vereint es doch die neuen und alten Einflüsse der Band in sich und ist so ein guter Mittelpunkt des Albums.
Gravity
titelgebend für das Album ist Gravity auch ein Aushängeschild des Albums. Gravity hat alles, was ein Song haben muss um im Ohr zu bleiben und Spaß zu haben einmal angehört, eine Ohrwurmgarantie.
Coma
zeigt ganz deutlich, wie experimentierfreudig die Band auf diesem Album ist. Coma ist hart, sowohl was die Riffs angeht, als auch den Text, welcher tief blicken lässt und dem geneigten Zuhörer einiges über den Frontman der Band verrät.
Don’t need you
nach einem kurzen Intro wird es laut. Die Strophen des längsten Songs des Albums sind fast durchgehende Shouts und liefern dem Album alles, was wir bis dahin vielleicht noch vermisst haben. Der typische Wechsel zwischen den wüsten Strophen und cleanem Gesang,  lädt zum Headbangen und Abgehen ein und wird sicherlich auf den nächsten Konzerten für die richtige Stimmung sorgen.
Breathe underwater
den Abschluss der Platte bildet eine weitere Ballade. Matt Tucks Stimme schafft es, einem eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen und der Song bildet einen ruhigen, aber dennoch starken Abschluss für ein grandioses Album.
Leap of faith
Der erste Song des Albums beginnt mit einigen elektronischen Einflüssen, die zwar neu sind, aber der Qualität des Songs nichts anhaben. Der Song steigert sich danach schnell zu einem typischen Feuerwerk aus harten Gitarrenriffs und dem melodischen Gesang von Matthew Tuck. Ganz klar, Leap of faith macht Lust auf mehr.
Over it
die erste Singleauskopplung ist ein solider Song, der aber weder heraussticht, noch untergeht. Im Grunde genommen ein ganz standardgemäßer Song von Bullet for my Valentine mit einigen Neuerungen. Einzig der Refrain geht schnell ins Ohr und bleibt dann auch eine Weile dort.
Letting you go
ist zu Beginn ruhig und auch hier werden elektronische Klänge zur einzigen Begleitung der Vocals. Doch nach der ruhigen ersten Minute setzt der wütende Refrain einen Kontrast und beschleunigt das Tempo des Songs um einiges. Eine abwechslungsreiche vierminütige Achterbahnfahrt, die alles bietet, dass einen Song der Jungs aus Wales ausmacht.
Not dead yet
ist kraftvoll und Aussagekräftig. Die Message: wir leben und können alles tun, was wir wollen. Der Song ist eine Hymne, die zum lauten mitgrölen gemacht ist und jedem ein gutes Gefühl gibt, der sich den Song anhört.

 

Tracklist

  1. Leap Of Faith (3:19)     
  2. Over It (3:48)     
  3. Letting You Go (3:44)    
  4. Not Dead Yet (3:22)
  5. The Very Last Time (3:57)    
  6. Piece Of Me (3:26)     
  7. Under Again (4:11)     
  8. Gravity (4:01)     
  9. Coma (3:34)     
  10. Don't Need You (2018 Version) (4:50)     
  11. Breathe Underwater (3:41)

Bullet For My Valentine - Letting You Go