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Candlemass - The Door To Doom (Japanese Edition) 2019

Als CANDLEMASS letztes Jahr nach mehr als 30 Jahren die Rückkehr von Ur-Sänger Johan Langquist verkündeten, waren die Erwartungen an die nächste Scheibe der schwedischen Doom-Pioniere unfassbar groß. Kein Wunder, schließlich öffneten Bassist und Bandgründer Leif Edling und seine Kollegen mit ihrem legendären Debüt „Epicus Doomicus Metallicus“ dem damals noch recht jungen Genre Tür und Tor. Mehr als passend also, dass die neue Platte des Epic Doom-Gespanns den verheißungsvollen Titel „The Door To Doom“ trägt.

Der Opener „Splendor Demon Majesty“ zeigt: CANDLEMASS bleiben ihrem Erfolgsrezept aus schwer-stampfenden Riffs, epischer Melodiösität und treibender Rhythmik treu. Warum nicht, hat man die Formel einmal geknackt, muss man schließlich keine unnötigen Wagnisse eingehen. Eines fällt jedoch sofort auf: Gab es bei „Epicus Doomicus Metallicus“ noch Kritiker, die von Johan Langquivsts gesanglicher Leistung nicht vollends überzeugt waren, kann man diese auf „The Door To Doom“ nur schwer kritisieren. Die bedrohlich-dramatische Nuance in seiner Stimme geht Hand in Hand mit dem drückenden, atmosphärischen Sound der Platte.

Und CANDLEMASS legen tatsächlich noch eine Schippe obendrauf! Was macht man, wenn man ohnehin schon als Mitbegründer eines Genres gilt? Genau, man lädt sich mal eben den Urvater des Doom Metals für ein virtuoses Gastsolo ein. Tatsächlich sorgt Gitarrengott und BLACK SABBATH-Legende Tony Iommi auf „Astorolus – The Great Octopus“ für ein wirklich spektakuläres Solo, welches dem ohnehin sehr düsteren, stimmungsvollen Song den letzten Feinschliff verleiht. „Bridge of the Blind“ erweist sich als tieftraurige Ballade, die vor allem dank ihres gefühlvollen Gitarren-Arrangements glänzen kann – authentisch, atmosphärisch, emotional. „Death’s Wheel“ schafft für all diejenigen, denen das gerade Gehörte zu soft war, Abhilfe. Die Nummer ist eine bitterböse Riff-Dampfwalze direkt aus dem Doom-Handbuch.

Absolutes Highlight des Albums ist jedoch fraglos der Trip ins „House of Doom“. CANDLEMASS nehmen den Hörer mit auf eine rasante Reise, die vorbei an schwermetallisch-gallopierenden Verses, dem unfassbar epischen Gänsehaut-Chorus und der tiefdüsteren Orgel-Bridge führt und schließlich in einem schweißtreibenden Gitarrensolo endet, bei dem selbst der oben erwähnte Doom-Urvater Iommi feuchte Augen bekommen dürfte.

Und auch wenn das große Finale „The Omega Circle“ nicht ganz an den vorangegangenen Track herankommt, so kann die Nummer doch mit ihrem schaurig-schönen Akustikintro, dem schleppend-kraftvollen CANDLEMASS-Sound und dem vor Rock ’n‘ Roll-Charme nur so sprühenden Gitarrensolo punkten.

Tracklist

1     Splendor Demon Majesty 5:29
2     Under The Ocean 6:12
3     Astorolus-The Great Octopus 6:42
4     Bridge Of The Blind 3:43
5     Death's Wheel 6:50
6     Black Trinity 6:05
7     House Of Doom 6:26
8     The Omega Circle 7:16

 

CANDLEMASS ft. TONY IOMMI - Astorolus - The Great Octopus (Official Video) | Napalm Records