Zum Hauptinhalt springen

Crematory - Oblivion 2018

Für den einen sind Crematory schon lange zur unverbesserlichen Gothic-Kapelle verkommen, für den anderen hingegen ein Garant für Sucht auslösende Ohrwürmer.

 

Crematory - Oblivion 2018



Für den einen sind Crematory schon lange zur unverbesserlichen Gothic-Kapelle verkommen, für den anderen hingegen ein Garant für Sucht auslösende Ohrwürmer.

Wie schon auf MONUMENT (2016) steht auch OBLIVION der Einsatz zweier Gitarristen sehr gut zu Gesicht. Der Klargesang von Tosse Basler nimmt reichlich Raum ein, ohne dabei die drückenden Growls von Felix Stass in den Hintergrund zu drängen. Eine gelungene Gewichtung! Die Platte hat gute Momente - keine Frage. Positiv hervorzuheben wären das rockende ‘Until The Dawn’, das Richtung Halbballade gehende ‘Stay With Me’ oder das stampfende ‘Oblivion’ mit seinem eingängigen Refrain.

Mit "Salvation" schieben Crematory 'nen sicheren Felsen vor ihre uneinnehmbare Festung. Dieser Song besitzt alles, was ich von einem Crematory-Song erwarte. Felix' unverkennbares Organ trifft auf einprägsame Melodie - gesegnet sei diese Kombination! Es folgt "Ghost Of The Past", der nicht minder zu gefallen weiß und sich in gleicher Manier in das Erinnerungsvermögen fräst. Die vermutete Kunstpause bleibt aus, denn mit "Until The Dawn" schiebt sich ein weiterer Kracher stampfend vor die Akustik-Öffnung meiner Schmalzbehausung. Ab jetzt reißt die Schwerkraft am Song-Niveau, dachte ich aber nur. Etwas behutsamer, doch nicht weniger genial, schwebt "Revenge Is Mine" durchs Crematory-geschwängerte Panorama - ebenso wie "Wrong Side", der definitiv nicht auf der falschen - sondern eher noch auf der Habenseite - landet.

Open your Mind, denn "Stay With Me" tritt zunächst etwas sehr lieblich auf die Showbühne, wobei auch hier die Melodie unfassbar eingängig ist.
"For all of us" steht an 8. Stelle des Albums und treibt derbes Riffing direkt in die Magengrube, natürlich trägt auch hier wieder 'ne Melodie die Verantwortung.

Was man beim Gesang positiv anerkennen muss, ist, dass man nicht stumpf auf gegrunzte Strophen und Refrains mit Klargesang setzt, sondern hier sehr geschickt variiert, und somit jedem Song einen eigenen Charakter gibt. Der Grundcharakter von "Oblivion" ergibt sich eher wieder aus der Produktion mit den orchestraleren Synthesizern. Am Ende hat man dann noch mit dem schweren "Demon Inside" noch einen richtigen Brecher eingebaut, der an die Frühphase der Formation erinnert und in dem sich der gute Felix austoben kann. Die Scheibe hat vielleicht nicht ganz die Qualität des Vorgängers, auch wegen der angesprochenen Mängel, doch es zeigt, dass die neue Besetzung besser funktioniert als die alte auf den letzten Outputs.

Das Ergebnis ist durchwegs überzeugend. Die Mischung aus Growls, klarem Gesang und der Spaghat zwischen Abwechslung, Dynamik und Kreativität tut hier sein übriges.


Tracklist

01. Expectation (1:27)
02. Salvation (4:36)
03. Ghost Of The Past (3:59)
04. Until The Dawn (4:36)
05. Revenge Is Mine (4:50)
06. Wrong Side (4:12)
07. Stay With Me (4:13)
08. For All Of Us (4:06)
09. Immortal (3:32)
10. Oblivion (4:52)
11. Cemetary Stillness (4:50)
12. Blessed (4:02)
13. Demon Inside (4:06)

https://www.youtube.com/watch?v=wayA2QG-2TU