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Death Angel - Humanicide 2019

Dass DEATH ANGEL auch 15 Jahre nach der Wiedervereinigung bis in die Haarspitzenmotiviert sind, hört man „Humanicide“ jederzeit an. DEATH ANGEL legen im Vergleich zum ebenfalls exzellenten Vorgänger „The Evil Divide“ noch eine ordentliche Portion Aggression nach. Die gesamte Band spielt tight und engagiert wie aus einem Guss, die Rhythmusfraktion ballert, dass einem das Herz aufgeht. Über diesem Gewitter thronen großartige Melodiebögen die traditionellerweise Kernelement jedes Songs der Gruppe sind, sowie der facettenreiche Gesang von Mark Osegueda, welcher einmal mehr unter Beweis stellt, einer der ganz großen Sänger des Genres zu sein.

Der eröffnende Titelsong schlägt noch in die von „The Evil Divide“ oder „The Dream Calls For Blood“ gewohnte Kerbe. Natürlich lassen DEATH ANGEL in den folgenden 40 Minuten weiterhin brachiale Thrash-Riffs auf den Hörer niederregnen. Doch fügen sie ihrem Sound immer wieder überraschende Elemente hinzu.

In „Immortal Behated“ experimentiert die Band zum ersten Mal mit einem Piano. Der melodische Midtempo-Stampfer arbeitet auf einen treibenden Refrain hin. Vor allem Osegueda brilliert dank mitreißender Gesangslinien. Synthesizer unterstützen die unheimliche Stimmung des Songs. Das Piano-Outro drückt zum Abschluss eine große Ladung Melancholie rein.

„I Came For Blood“ wiederum ist ein astreiner Punkrock-Track. Statt durch technischen Anspruch zu beeindrucken, sorgt ein straighter Drumbeat für augenblickliches Kopfnicken. Das Mainriff auf der anderen Seite geht sofort ins Ohr, während der Refrain zum Mitgrölen anregt. Trotz aller Punk-Vibes darf ein virtuoses Gitarrensolo natürlich trotzdem nicht fehlen.

Ein weiterer ungewöhnlicher Song ist „Aggressor“. Hier sorgen DEATH ANGEL für jede Menge Kopfkino. Das Quintett kombiniert rasende Riffs mit sphärischen Synthesizern.

Auf „The Dream Calls For Blood“ hatten DEATH ANGEL noch den BLACK SABBATH-Klassiker „Heaven And Hell“ gecovert. In Form von „Revelation Song“ reichen sie auf „Humanicide“ ihre eigene Variante eines solchen Epos nach. Dabei erinnert insbesondere der pumpende Bass an das tighte Spiel von Geezer Butler.

Doch alle Thrasher, die sich bei so vielen Experimenten um den ureigenen DEATH ANGEL-Sound sorgen, können aufatmen. Schnörkellos vorpreschende Songs wie „Alive And Screaming“, „Divine Defector“ oder die Hymne „The Pack“ bestechen mit feinstem Bay-Area-Riffing, wie es eben nur von Rob Cavestany kommen kann.

Diese größtenteils unfassbar aggressive, aber dennoch bekömmliche, vielseitige und immens spielfreudige Platte zeigt uns eine Band, die seit vielen Jahren in schöner Regelmäßigkeit im Jungbrunnen plantscht und Alben aus dem Ärmel schüttelt, die vollkommen zurecht nur die besten Kritiken einheimst. Davon schneidet sich auch "Humanicide" eine deftige Scheibe ab, garniert das mit einer fast schon unverschämt hohen Qualität und kratzt genau deshalb vehement am Treppchen der Top-Alben für 2019.

Bandmitglieder:

Gesang – Mark Osegueda
Gitarre – Rob Cavestany
Gitarre – Ted Aguilar
Bassgitarre – Damien Sisson
Schlagzeug – Will Carroll

Tracklist:

01. Humanicide
02. Divine Defector
03. Aggressor
04. I Came For Blood
05. Immortal Behated
06. Alive And Screaming
07. The Pack
08. Ghost Of Me
09. Revelation Song
10. On Rats And Men
11. The Day I Walked Away (Bonus)

 

DEATH ANGEL - The Pack (OFFICIAL LYRIC VIDEO)