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Delain - Apocalypse And Chill 2020

Mit ihrer EP „Hunter’s Moon“ aus dem Jahr 2019 haben sie ja bereits einen kleinen Vorgeschmack auf ihren gegenwärtigen Sound gegeben. Mit „Apocalypse & Chill“ folgt nun endlich ein neues Album.

Bereits das Artwork weicht deutlich von den bisherigen Veröffentlichungen ab. Eine junge Dame liegt gemütlich im Bikini und mit Sonnenbrille auf einer Strandliege, während die Welt im Hintergrund aus den Fugen gerät und zu brennen beginnt. Passender hätte man einen Albumtitel wohl nicht umsetzen können. Thematisch geht es jedoch nicht allein um den Weltuntergang, sondern vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen und daraus erwachsende Probleme. Aber auch grundsätzliche Gesellschaftskritik wird dezent in einigen Stücken verarbeitet.

Auch musikalisch lassen sich schnell erste Unterschiede zum Vorgänger „Moonbathers“ finden, da DELAIN auf der aktuellen Scheibe wieder deutlich rockiger zu Sache gehen. Neben der etwas härteren Grundausrichtung fallen zudem relativ schnell der moderne Keyboard-Sound und weitere kleinere elektronische Spielereien wie zum Beispiel bei „Chemical Redemption“ auf. DELAIN verstehen es sehr gut, harte Gitarrensounds gekonnt mit bombastischen Keyboards zu verschmelzen. Zwar war dies schon immer ein Trademark der Niederländer, jedoch wirkt auf „Apocalypse & Chill“ alles nochmals stimmiger. Viele Passagen haben einfach den so oft beschworenen Filmmusik-Charakter. Perfekte Beispiele hierfür sind unter anderem „Burning Bridges“, „To Live Is To Die“ und „Masters Of Destiny“, bei welchen auch der Gesang von Charlotte Wessels absolut überzeugt.

Die Sängerin der Band ist über die letzten Jahre wirklich verdammt gereift und nimmt auch schwierige Passagen mit Leichtigkeit. Die kräftigen Töne gelingen ebenso wie die leisen und so ist „Ghost House Heart“ nicht nur deshalb eine wunderbare Ballade geworden. Das Stück beginnt sehr reduziert nur mit leisem Piano und Wessels‘ Gesang und steigert sich im Verlauf lediglich ein wenig in seiner Dramatik, indem dezentes Schlagzeugspiel und einige Streicher zum Einsatz kommen. Natürlich haben DELAIN auch auf „Apocalypse & Chill“ wieder einen Gast dabei und so steuert Yannis Papadoupolis (Beast In Black) bei „Vengeance“ seinen Gesang bei.

Das Album startet mit dem Song „One Second“. Eine starke Nummer mit Growl-Passagen und richtig viel Power.

Der nächste Titel „We Had Everything“ ist stark Synthesizer-geprägt, ohne dadurch an Härte zu verlieren. Das gilt ebenso für das folgende „Chemical Redemption“. „Burning Bridges“ haben wir euch HIER schon vorgestellt. Eine abwechslungsreiche Nummer, die von leicht poppigen Klängen bis zu Growl-Parts ein breites Spektrum abdeckt.

Die drei folgenden Tracks „To Live Is To Die“, „Let’s Dance“ und „Creatures“ sind allesamt typische Delain Songs mit der bekannten Kombination von harten Gitarren, symphonischen und poppigen Elementen sowie dem klaren und ausdrucksstarken Gesang von Charlotte. Mit der Piano-Ballade „Ghost House Heart“ wird die Endrunde des Album langsam eingeläutet.

Das folgende „Masters Of Destiniy“ (schon auf Hunter’s Moon vertreten) läutet eine Phase von drei Songs ein, die etwas symphonischer als der Rest des Albums geraten sind. „Legions Of The Lost“ und „The Greatest Escape“ heißen die anderen beiden Titel. Gerade beim letzteren Song kommt Charlottes Stimme besonders schön zur Geltung. Mit „Combustion“ schließt eine Instrumental-Nummer Apocalypse & Chill ab. Der Song geht mit seinen außergewöhnlichen Synthesizer-Parts in Richtung Industrial Metal.

DELAIN gehören zur Creme de la Creme des Symhponic Metal und diesen Titel macht ihnen nichts und niemand mit dem neuesten Silberling „Apocalypse & Chill“ streitig!


Besetzung

Charlotte Wessels – vocals
Martijn Westerholt – keyboard
Timo Somers – guitar
Otto Schimmelpenninck van der Oije – bass
Joey de Boer – drums


Tracklist

1     One Second 3:37
2     We Had Everything 4:08
3     Chemical Redemption 4:39
4     Burning Bridges 4:14
5     Vengeance-Featuring – Yannis Papadopoulos 4:52
6     To Live Is To Die 3:47
7     Let's Dance 4:07
8     Creatures 3:39
9     Ghost House Heart 2:59
10     Masters Of Destiny 4:53
11     Legions Of The Lost 5:17
12     The Greatest Escape 4:26
13     Combustion (Instrumental) 5:25

 

DELAIN - Ghost House Heart (Official Video) | Napalm Records

zu hören bei www.darkradio.de