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Diamond Head - The Coffin Train 2019

Die alten Recken Diamond Head veröffentlichen im 43. Jahr ihres Bestehens eines ihrer besten Alben – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Produktion? Nie klangen die New Wave Of British Heavy Metal-Vorreiter fetter. Songwriting? Derart Song-dienlich hat die Band um Gründungsmitglied und Lead-Gitarrist Brian Tatler selten komponiert.

Legt man das von einem düsteren Covermotiv gezierte Album nun in den Player so wird man unwillkürlich vom Energielevel des Openers 'Belly Of The Beast' mitgerissen. Das unglaublich treibende Riffing, der unaufhörlich pumpende Bass und die zackige Drumarbeit lassen jeden Adrenalinspiegel sofort klettern und wenn Rasmus Bom Andersen anfängt zu singen, gibt es kein Halten mehr. Seine unwahrscheinlich kraftvolle und gleichzeitig klare Stimme, packt jeden, der auf harte Rockmusik steht. So funktioniert der Spagat aus alter Schule und zeitgemäßer Umsetzung. Wer jetzt denkt, dass die Eröffnungsnummer naturgemäß besonders stark ausfällt, dem kann man zustimmen, muss aber den Zweiflern sofort hinterher rufen: "Das restliche Material ist keinen Deut schlechter!"
Andy „Abbz“ Abberley ist über die gesamte Laufzeit der Platte schlichtweg sensationell und wird nur noch von der Gesangsleistung des erst seit 2016 in der Truppe agierenden Sängers Rasmus Bom Andersen getoppt. Dieser Mann ist wirklich mit einer Wahnsinnsstimme gesegnet und veredelt jeden Song mit unglaublichen Gesangslinien und Melodien. Er klingt phasenweise wie Chris Cornell und hebt den Mix aus traditionellen englischen Heavy Metal und modernen Hardrock auf ein hohes Level.

Mit Belly of the Beast und The Messenger geht gleich mal ordentlich die Luzie ab. Die zwei zeitgemäßen, flotten Headbanger springen förmlich aus den Lautsprechern und sind der perfekte Einstieg. Der Titelsong The Coffin Train klingt dagegen verdammt nach Soundgarden, was an den schweren, schleppenden Riffs und dem Gesang von Rasmus Bom Andersen liegt. Auch Shades Of Black und Serrated Love sind sehr heavy und düster und atmen den Spirit der Seattle Legende um Chris Cornell. Until We Burn könnte sogar glatt auf einem Audioslave Album stehen. Das episch angelegte The Sleeper besticht durch sein abwechlungsreiches Arrangement mit vertrackten Rhythmen, Keyboards und Tempowechseln. Wesentlich straighter geht es da wieder auf Death By Design und The Phoenix mit heavy guitar playing und screaming vocals zu Werke.

DIAMOND HEAD erleben seit einigen Jahren auf ihre alten Tage hin einen neuerlichen Zenit. Das Duo Brian und Ras hat seinen Mitstreiter auf "The Coffin Train" ausnahmslos gute bis sehr gute Hardrock- bis Metal-Songs kompiliert, die so deutlich auf eine ausgeprägte eigene Identität verweisen, wie es in der turbulenten Historie der Band lange Zeit nicht der Fall gewesen ist, und allein schon für den jugendlichen Biss, den der betagte Teil der Mitglieder hiermit hervorkehrt, kann man die Gruppe nicht genug würdigen.

Tracklist

1. Belly Of The Beast
2. The Messenger
3. The Coffin Train
4. Shades Of Black
5. The Sleeper (Prelude)
6. The Sleeper
7. Death By Design
8. Serrated Love
9. The Phoenix
10. Until We Burn

 

Diamond Head - The Coffin Train (Official Video)