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Empire Of Giants - Iceolation 2019

Die 2016 gegründete Band kokettiert nicht nur mit dem üblichen Spruch “wir passen in keine Schublade”, die Kombo aus Berlin baut sich ihren eigenen musikalischen Schrank, der unter anderem fette Heavy Metal-Riffs mit Shouts und klassisch geprägtem, weiblichen Clean Gesang kombiniert, ohne das letzterer in Tarja-artiges Geträller abdriftet.

„Final Call“ eröffnet das Album mit einem kalten Wind, gefolgt von einer melancholischen Gitarrenmelodie, um kurz darauf von der Energie, der definierten Screams von Frontmann Sebastian Giemsch, erfüllt zu werden. Frontfrau Kira Albers lässt sich nicht lange bitten und bringt zum Chorus hin ihre eigene Note, mit ihrer seichten und doch kraftvollen Stimme, mit in den Gesamtklang des Songs ein. Begleitet werden sie von rythmisch anspruchsvollen Gitarrenriffs und einem massiven Zusammenspiel aus Bass und Drums.

Nicht weniger gewaltig geht es mit „Cut My Roots“ weiter, welcher gleich zu Anfang ein groovendes Gitarrenriff, begleitet von Sebastians Screams, entfesselt. Auch wird man hier von einem interessanten „Ping-Pong-Spiel“ zwischen Kira und Sebastian überrascht, welches in einen schnellen, mitreißenden Chorus mündet.

Wer ein richtiges Metalbrett, mit harmonischen Zwischenspielen und einem gewaltigen Breakdown sucht, wird hier seine Freude haben.

Weiter geht es mit „Surface“, welcher wieder von einem Mix aus harmonischem Instrumental, aggressiven Screams und einer einprägsämen Gesangsmelodie eröffnet wird. Der Chorus wirkt fast schon tragisch und verleiht dem Song tiefgang.
Hier wird die Stärke von „Empire of Giants“ deutlich, den schmalen Grat zwischen harten Metal-Elementen und durchdachter, mitreißender Emotion zu finden und voll zu nutzen.

Einer der schönsten Songs, dieses Albums führt die Reise fort. „Blinded“ erfüllt den Raum mit seinen ruhigen Tonfolgen, um zwischendurch wieder von energetischen, harten Phrasen unterbrochen zu werden. Gerade der Chorus aber setzt wieder in seiner Gänze auf eine gewaltige Wand aus kraftvollem Gesang und komplexen Akkorden, die für das musikalische Können der Band sprechen.

Es folgt der namensgebende Song des Albums, „Iceolation“. Dieser wird durch eine schnelle, rythmische Passage eröffnet, der in einen ruhigen Vers mit marschartigem Rhythmus mündet.

Vor dem Chorus wir noch einmal der Spannungsbogen angezogen, um dann schlussendlich ein beeindruckendes Zusammenspiel aus melodischen Leadgitarren, präzisen Rythmen und einer mitreißenden Gesangsmelodie zu entfesseln.

„Aurora Borealis I“, der erste Teil aus einem zweiteiligen Song, der diesem Album innewohnt und ungewohnt ruhig, fast wie eine Ballade, beginnt. Komplett getragen durch Kiras sanfte Stimme, zeigt dieser Song eine ganz andere Seite der Band, die die melodiösen Segmente, die sich auch in anderen Songs finden, einfach mal ausreizt.

„Days of Mayhem“ bietet nun den vollen kraftvollen Kontrast zu der vorherigen Ruhe und dreht wieder zu gewohnter Härte auf.
Der Song kennt nur eine Richtung: Vorwärts. Ein Song der geradezu zu einem Circle-Pit oder zumindest zu ziemlich intensivem Headbangen einlädt. Im Hintergrund des Chorus erwischt man immer mal wieder leichte Klavierakzente, die dem Sound ein gewisses „organisches“ Element verleihen und der kraftvollen Härte dieses Songs sanfte Obertöne verleihen

Es folgt der wahrscheinlich härteste dieses Albums, „Survive the Night“. Ein Metal-Brett feinster Art, dominiert von Sebastians Screams und Growls. Zwischendurch unterbrochen durch ein, von Synthesizern getragenes, Zwischenspiel, nur um dann wieder in ein aggressives Gewitter, aus präziser Gitarrenarbeit und energetischer Stimmarbeit zu münden.

„Homesick“ führt die vorige Energie fort und prescht gerade zu nach vorne. Gerade der vom Schlagzeug vorgegebene Shuffle-Rythmus verleiht diesem Song einen unglaubliche Schwung, der einfach mitreißt und geradezu einlädt, sich einfach von der Musik treiben zu lassen. Zudem bemerkenswert ist das Gitarrensolo, welches zum Ende hin eine „space-artige“ Note mit in den Song einbringt.

Mit „My Promise“ folgt ein weiterer, balladen-artiger Song, getrieben von einer melancholischen, fast dramatischen Melodie. Kiras Stimme kommt hier besonders vor einem kurzen Instrumentalpart gut zur Geltung in dem Spannung und Tonhöhe stetig zunehmen. Der Refrain erweist sich als nicht weniger tragisch schön und erzeugt beim Hörer eine einfühlsame Stimmung.

„Aurora Borealis II“ bietet den drastischen Kontrast zum ersten Teil dieses Zweiteilers. Man wird empfangen von einer düsteren, dramatisch gesprochenen Ansage, nur um danach in einen mächtigen, gescreamten Eissee aus Klang und Instrumentalgewalt geworfen zu werden.

Empire Of Giants haben mit ihrer Musik vielleicht kein absolutes Alleinstellungsmerkmal, aber auf jeden Fall so viel Seltenheitswert, dass sie äußerst angenehm auffallen, denn hier ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Unterschiedlichste musikalische Facetten fließen zu einem Sound zusammen, der sowohl Fans des modernen Metals anspricht als auch Anhänger von Bands, die sich eher dem Symphonic, Alternative oder auch leicht folkigen Metal verschrieben haben.

Trackliste

01. Final Call
02. Cut My Roots
03. Surface
04. Blinded
05. Iceolation
06. Aurora Borealis I
07. Days Of Mayhem
08. Survive The Night
09. Homesick
10. My Promise
11. Aurora Borealis II
12. Born Anew

Line-up:
Gesang – Kira
Shouts/Backings – Basti
Schlagzeug – Vincent
Bass/Backings – Lukas
Gitarre – Alex
Gitarre – David

 

EMPIRE OF GIANTS - SURFACE - HARDCORE WORLDWIDE (OFFICIAL HD VERSION HCWW)