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Enforcer - Zenith 2019

Dieser Tage steht das fünfte Studioalbum der Mannen um Frontmann Olof Wikstrand an. Auf den Vorgängerplatten brachte er den ENFORCER-Sound mit kleinen, wenn auch bestimmten Schritten vorwärts. Die Vorabsingle „Die For The Devil“ mit ihrem Stadionrock-Refrain zeigte bereits, dass Fans sich diesmal auf krassere Experimente gefasst machen müssen.

Das Album wurde von Jonas und Olof Wikstrand in Eigenregie produziert. Das Songwriting begannen beide bereits 2017 in den USA, wohin Jonas vor einigen Jahren ausgewandert ist. Aufnahmen, Mixing und Mastering folgten – auf mehrere Studios verteilt – in Schweden. Für einen besonders breiten Sound, der nicht altbacken klingen sollte, wurden die Drums in einem Live-Setting und ohne digitale Effekte eingespielt. Vocals und weitere Instrumente wurden dann um dieses Live-Gerüst herum gebaut. Nach eigener Aussage wollte die Band sich etwas von ihrem Speed Metal-Stil distanzieren und auf Zenith ein Bisschen experimentierfreudiger agieren. In gewohnt selbstbewusster und fast überheblicher Manier gibt Olof in einem offiziellen Album-Trailer an, dass Enforcer mit Zenith „das größte Heavy Metal-Album aller Zeiten“ kreieren wollten.

Bereits im Februar 2019 veröffentlichen Enforcer die erste Single und den Opener Die For The Devil:
Der Song reiht sich vielversprechend in die Diskographie der Schweden ein und hätte auch auf From Beyond (2015) erscheinen können. Eine epische Komposition, eingängige Melodien und kontrastreiches Songwriting waren bereits die Stärken des Vorgängers.

Die zweite Single Searching For You erscheint Anfang April und klingt noch deutlich vielversprechender. Hier bieten Enforcer ihren Fans rohe, aggressive und schnelle Riffs im Stil von Death By Fire

Leider kann der Rest des Albums die Erwartungen der ersten Singles nicht ganz erfüllen. Während der Titletrack Zenith Of The Black Sun, The End Of The Universe oder One Thousand Years Of Darkness – abgesehen von den viel zu lauten Keyboards in der Bridge nach dem Refrain und trotz der extremen Eingänigkeit – noch gut anzuhören sind, enttäuscht zum Beispiel Sail On, das einen fast funkigen Charakter hat, auf ganzer Linie. Besonders die Operetten-haften Ode To Death oder Forever We Worship The Dark klingen überladen und treiben die Experimentierfreudigkeit ein Stück zu weit. Vor Allem die Chöre und Uni-Sono-Parts zwischen Instrumenten und Vocals wirken hier überzogen und fehl am Platz. Im Vergleich dazu wirkt sogar die Ballade Regrets, die nahezu komplett als Klavierstück ausgelegt ist, passend und trägt zur Atmosphäre der Platte bei.
Einen letzten Lichtblick bietet – passend zum Titel – Thunder And Hell. Hier besinnen sich Enforcer auf ihre Stärken und die Elemente, die ihre früheren Alben so großartig gemacht haben – sogar das akustische und mittelalterliche Outro ist stimmig. Trotz der schwächeren Songs gelingt es der Band erstaunlich gut, das den typischen Enforcer-Sound und die dazugehörige Atmosphäre einzufangen.

Das „größte Heavy-Metal-Album aller Zeiten, ohne Limitierungen“ wollten ENFORCER mit „Zenith“ erschaffen. Dieses sehr hoch gesteckte Ziel erreichen die Schweden mit ihrer fünften Platte freilich nicht. Doch dafür legen sie ihr bislang bestes Album vor. Sorgt der erste Hördurchgang noch für verwirrtes Kopfschütteln, geht das spätestens beim dritten in extatisches Headbangen über.

Tracklist:

  1.     Die For The Devil
  2.     Zenith Of The Black Sun
  3.     Searching For You
  4.     Regrets
  5.     The End Of A Universe
  6.     Sail On
  7.     One Thousand Years Of Darkness
  8.     Thunder And Hell
  9.     Forever We Worship The Dark
  10.     Ode To Death


Bandmitglieder:

    Vocals, Guitars – Olof Wikstrand
    Drums – Jonas Wikstrand
    Bass – Tobias Lindkvist
    Guitars – Jonathan Nordwall

 

ENFORCER - Die For The Devil (OFFICIAL MUSIC VIDEO)