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Erdling - Yggdrasil 2020

Die Band Erdling hat sich 2015 aus der Band Stahlmann gegründet und konnte mit der Debütsingle Blitz und Donner direkt auf sich aufmerksam machen. In den drei darauffolgenden Jahren erschien je ein Album. Mit den Scheiben konnte die Band sich eine steigende Fanbase erspielen und auch die erste Headlinertour starten.

Nach einem kurzen gesprochenen Intro, dass das Sterben des Weltenbaumes Yggdrasil anspricht, geht es mit „Blizzard“ gleich knüppelhart weiter. Der Track hämmert nur so aus den Boxen. Gespickt mit satten Riffs, gepaart mit hartem Gesang, wurde der Song mit kräftigen Schlagzeugsalven abgerundet.
Was mit treibenden Electrobeats beginnt, gipfelt im Schlagzeuggeballer vom Feinsten. „Wir sind Midgard” energiegeladen, vorpreschend schlägt der Song einem entgegen. Gesanglich mischt sich Neill perfekt in das Geschehen, ein kurzes Gitarrensolo und sonst Gitarrengeschredder. Was für ein Brecher. Der Refrain frisst sich in den Gehörgang, absolute Ohrwurm-Garantie!

Ruhigere Schlagzeugparts wechseln sich mit Drumgewitter ab. „Hundert Welten“ – im Refrain singt Neill, „Und wir reiten mit den Walküren…“ – genauso kommt einem der Track auch vor. Ein wilder Ritt mit den Walküren! Gelegentliche Synthbeats untermalen den Song, sonst schlagen Erdling hier gnadenlos mit voller Härte zu.
Die meinen es ernst, auch „Am Heiligen Hain“ wartet mit treibendem Rhythmus auf. Irgendwie wirkt das Werk sanft, vielleicht liegt es an dem Gesang, den eigentlich ist auch hier genug Power im Einsatz. Satte Riffs, genug Schlagzeug, es fehlt an nichts.

„Im Namen der Krähe feat. Robse“ – Synthbeats à la Rammstein, dazu tiefe Growls. Hier wurde ein solides instrumentales Grundgerüst erschaffen, an dem gesanglich mächtig gerüttelt wird. Während Neill zwischen melodischem und härterem Gesang wechselt, schlägt Robse (Equillibrium) mit fetten Growls zu. Einen Hauch von Metacore haftet der Intonierung an, und ein wenig We Butter The Bread With Butter oder Limp Bizkit kann man ausmachen.

Bei „Sturmfänger“ flutet sich der Raum erstmal in ruhigen, sanften Klängen. Sehr gefühlvoll steigt Neill stimmlich ein. Die Instrumente untermalen das Ganze, ohne aufdringlich zu wirken. Im Refrain wirkt das Ganze etwas härter, mit mehr Nachdruck oder eher mit einem flehenden Unterton. Vielleicht könnte man deswegen den Song wohl am ehesten als Ballade betiteln. Gänsehaut pur, so emotional, zerbrechlich hat man Erdling noch nicht erlebt.

Schlachtrufe „Blut und Erde“ hämmern aus den Boxen. Das gleichnamige Lied wurde mit Schlagzeugsalven unterlegt, dazu mischt sich harter Gitarrensound und kraftvoller Gesang. Das geht ins Ohr und die leichten Medieval-Klänge runden das Ganze ab. Treibend, mit leider nur einem Growl versehen, macht der Track mächtig was her. Gefolgt von dem Brecher „Grendel“, Knurren leitet den Song ein. Brachialer Einstieg von Drums und Gitarre, oder sollte man eher Schlagzeug-Gemetzel sagen? Hier tobt ein blutiges Battle gegen die Ängste, der Track schlägt einem nur so entgegen. Anlage voll aufgedreht, denn, wie sagt man so schön? Die Nachbarn sollen ja auch was davon haben. Gesanglich bewegt sich Neill von melodisch zu hart und wieder zurück. Das Knurren vom Anfang beschließt dann das Lied.

„Wölfe der Nacht feat. Chris Pohl“, den kleinen poppigen Ausreißer des Albums, konnte man sich ja schon auf Youtube anhören. Der Track ist sehr gut gelungen, auch wenn Pohl hier etwas schwach, vielleicht zu Goth rüberkommt. Gegen die stimmliche Leistung von Neill wirkt er etwas monoton. Trotzdem ist es ein sehr schöner Song, der den doch sonst harten Silberling etwas aufbricht. Das Video kann sich sehen lassen, nicht zuletzt, weil Leo das Ganze tänzerisch untermalt. Der Clip schaffte es in 10 Tagen auf über 70.000 Aufrufe!

Den Abschluss macht „Yggdrasil“, leicht Medieval-poppig, aber doch mit genug Power, schlägt einem das Lied entgegen. Auch hier muss man sagen, der Refrain macht den Track zum Ohrwurm. Und eigentlich muss man es nicht mehr erwähnen, doch auch hier gibt es instrumental wieder einen vor den Latz!

Mit „Yggdrasil“ kredenzen ERDLING einen gekonnten Leckerbissen in Sachen NDH meets Dark Metal!

Line Up
Neill Freiwald – Gesang, Gitarre, Programmierung
Neno Knuckle – Gitarre
Robin Sem Verdföllnis – Bass
Christian Eichlinger – Schlagzeug

Tracklist

01. Hel (Intro)
02. Blizzard
03. Wir Sind Midgard
04. Hundert Welten
05. Am Heiligen Hain
06. Im Name Der Krähe (feat. Robse Dahn)
07. Sturmfänger
08. Blut Und Erde
09. Grendel
10. Wölfe Der Nacht (feat Chris Pohl)
11. Yggdrasil

 

Erdling - Wölfe der Nacht (feat. Chris Pohl) (Official Music Video)

 

zu hören bei www.darkradio.de