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Foo Fighters - Concrete And Gold 2017

Nicht ohne Grund bezeichnete die Band das neue Album bereits als eine Motörhead-Version von »Sgt. Pepper«.

Foo Fighters - Concrete And Gold 2017



Dave Grohl hat sich den Traum vieler Rockdrummer erfüllt, irgendwann selbst ganz vorn zu stehen, an Mikrofon und Gitarre, und die großen Posen in immer größeren Hallen zu üben. Für seine Band hat er den passenden Schlagzeug-­Epigonen gefunden. Taylor Hawkins, ein glühender Bewunderer von Grohl, musste sich lange beweisen, bis er seinen Meister schließlich in puncto Klöppelei überflügelte. Beide vereint die Liebe zu rockistischen Klang-Eskapaden, beide plündern die Rock­geschichte. Von Led Zep über Queen bis Dino­saur Jr. lassen sie auch auf dem neunten Foo-Fighters-Album kein, nun ja, Zitat aus, um ihren Idolen Tribut zu zollen - oder weil ihnen selbst nix Gescheites eingefallen ist.

Kein Geringerer als Sir Paul McCartney unterstützte die Band bei den Aufnahmen. Der Ex-„Beatle“ und Grohl-Kumpel saß bei „Sunday Rain“ an den Drums - und beeindruckte Schlagzeuger Hawkins, der bei dem Song wiederum den Gesang übernahm: „Ich könnte nicht so spielen!“

Drei Monate lang nahmen die „Foo Fighters“ im Studio das Album auf, zahlreiche Musiker schauten vorbei und wirkten mit: Beispielsweise Shawn Stockman von der R-’n’-B-Gruppe „Boyz II Men“, Jazz-Saxofonist Dave Koz und sogar Pop-Star Justin Timberlake, der laut der Band bei „Make It Right“ im Hintergrund singt (aber kaum herauszuhören ist). Es sei einfach darum gegangen, zusammen Spaß zu haben, erklärt die Band.

Als „Motörhead-Version von ,Sgt. Pepper’“ bezeichnet Bandchef Dave Grohl das neue Werk, was sich hübsch liest, aber natürlich Schmarrn ist, weil die Foo Fighters weder den LSD-Spirit der ‘67er-Beatles noch die Lakonie eines Lemmy Kilmister besitzen. Grohl und Band sind die ultimativen Superstars-Next-Door, grundsolide, grundsympathisch, daher unscheißefindbar. Mit CONCRETE AND GOLD lauschen wir aufs Neue der Blaupause der Rock-am-Ring-Platte, hören den bombastischen Aufschlag („T-Shirt“), den Minischocker mit Geknüppel und Geschrei („Run“), den Song zum lässigen Kopfnicken („Make It Right“), das Rockmonument („The Sky Is A Neighbourhood”) und den Tearjearker („Happy Ever After (Zero Hour)“). „Mama, was ist das?”, könnte ein Alienkind in vielen Lichtjahren fragen, und die Antwort würde sein: „Dies, mein Schatz, ist ROCK.” Ohne Präfix und in Großbuchstaben.

Als Produzenten für ihr neues Album erwählte die Band Greg Kurstin, den Grohl vor ein paar Jahren noch als Mitglied der Indieband The Bird and the Bee kennen und schätzen lernte. Im Laufe der Jahre schaffte es Kurstin zum absoluten Starproduzenten, der für Künstler wie Adele, P!NK und Take That hinterm Mischpult saß, und nun im berühmten EastWest-Studio in Hollywood auch für die Foo Fighters.

Trotz seiner poppigen Vergangenheit und der Premiere im Heavy Rock ist es Kurstin gelungen, »Concrete And Gold« gemeinsam mit der Band einen rundum fetten Sound zu verleihen, der auf hoher Riffdichte, großen Melodien und durchdachten Arrangements basiert. Nicht ohne Grund bezeichnete die Band das neue Album bereits als eine Motörhead-Version von »Sgt. Pepper«.

Tracklist

  1. T-Shirt
  2. Run
  3. Make It Right
  4. The Sky Is A Neighborhood
  5. La Dee Da
  6. Dirty Water
  7. Arrows
  8. Happy Ever After (Zero Hour)
  9. Sunday Rain
10. The Line
11. Concrete And Gold

https://www.youtube.com/watch?v=ifwc5xgI3QM