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Fretless - Damnation 2019

Acht Jahre nach ihrem Debüt ´Local Heroes´ spielen Sänger Patte Carlsson und Band abermals Old-School-Metal, der sich bisweilen schwer zwischen den Stühlen breitmacht. Einerseits spielen die Herrschaften schlichten Heavy Metal, dem eine mächtig teutonische Ader nicht abzusprechen ist. Oftmals müssen dann die Gitarren und Keyboards die Melodien zum Höhepunkt tragen, da sich der Gesang bisweilen nicht allzu ausschweifend damit aufhält. Keyboards sind natürlich ein gutes Stichwort, das die Die-Hard-Metaller aufschrecken wird.

Seinen Quasi-Neustart begeht das Quartett jedoch mit ungebrochener Spielfreude und ohne offensichtliche Rücksicht auf etwas, das besonders gut bei diesem oder jenem Publikum ankommen könnte. "Damnation" setzt vielmehr dort an, wo die Band seinerzeit aufhörte, und lässt sich dabei nicht ohne weiteres als stärker oder schwächer als ihr Einstand bewerten.

Fest steht indessen, dass die Typen keinen Fußbreit von ihrem angestammten Stil abweichen, wie sie schon im Intro ("are you ready for some heavy metal?") klarstellen. Angestammter Stil, das bedeutet eine satt bratende Kombination aus leider nur im Opener Orgel-schwangerem Hardrock (Rainbow und Purple lassen nicht nur wegen des Titels 'Burn' grüßen) und traditionellem Stahl aus vorwiegend britischer Fertigung. Es ist eine aussterbende Disziplin, in der dieser Tage allenfalls noch TNT, Europe, Pretty Maids oder - um einen jüngeren Vertreter zu nennen - Astral Doors brillieren, also auch eine irgendwie naturgegeben skandinavische Art von Musik.

Sänger und Gitarrist Patte Carlsson spart nicht mit lyrischen Plattheiten ("burn, fucker!" und "spread your wings" sind nur zwei abgedroschene Floskeln), doch die passen hervorragend zur geradlinigen Ausrichtung seiner Mannschaft - genauso übrigens auch wie seine raue Stimme, die der momentan kämpferischen Haltung der Band prima steht. Umgekehrt wären die ohne Ausnahme leicht zugänglichen Tracks auf "Damnation" noch ein wenig cooler, wenn er sich beim Dichten etwas mehr Mühe um aussagekräftige Worte geben würde.

Wenn FRETLESS es schaffen, das Lineup nun konstant zu halten und in absehbarer Zeit neues Material auf ähnlich hohem Niveau abzufeuern, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn diese Band nicht deutlich an Bekanntheit gewinnt. "Damnation" ist ein starkes Album, das  viel Spaß macht

Tracklist

01. Unholy War
02. Burn
03. Let’s Get High
04. Higher Ground
05. Black Widow
06. Black Moon
07. Spread Your Wings
08. Damnation
09. No More
10. Sweet Cherie
11. This Is My Home
12. Spellbound
13. Freedom

 

Let's Get High

 

zu hören bei www.darkradio.de