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Gama Bomb - Speed Between The Lines 2018

In einer Landschaft mit vielen mittelmäßigen Thrash-Bands haben sich GAMA BOMB immer wieder abgesetzt. Unauffällig irisch, mit Texten, die Humor und soziale Kommentare mischen und für legendäre, biergetränkte Bühnenshows bekannt sind, haben sie nie ein Geheimnis daraus gemacht, zu genießen, was sie tun.

Geändert hat sich an dieser Formel auch dieses Mal jedenfalls nichts. GAMA BOMB beschleunigen in "Give Me The Leather" innerhalb weniger Sekunden von 0 auf 1000, während Philly Byrne - passend zum Titel - einige Halford-Screams vom Boliden brüllt, und drosseln dann höchstens mal in "Bring Out The Monster" (auf die völlig bekloppte Idee, einen Dialog mit einem Monster einzufügen, muss man auch erstmal kommen und so herrlich umsetzen können) die Schlagzahl. Ansonsten gibt es die gewohnt höchst unterhaltsame Mischung aus Gaga-Texten ("Kurt Russell", "666teen" und "R.I.P. U"), blitzschnellen Riff- und Drumfeuerstößen, zu denen man sich aus sicherheitstechnischen Gründen besser nicht hinter's Steuer oder den Lenker klemmt, weil man dadurch, wie der Englischsprachgebräuchler so schön zu sagen pflegt, apeshit go-en könnte ("Hanging" und "Faceblaster"), die überall gestreuten Gangshouts, zeitgemäße, spöttisch verpackte Gesellschaftskritik ("Alt-Reich" und "World Gone To Hell") und Ehrerbietungen an unterschiedlichste Legenden ("Motorgeist" erinnert gitarrentechnisch z.B. stärker an OVERKILL).

Den Vorwurf, sie hätten auf ihrem letzten Album „Untouchable Glory“ mit angezogener Handbremse musiziert und würden zunehmend zu einer „ernsten“ Band werden, wollten GAMA BOMB offenbar nicht auf sich sitzen lassen, denn auf „Speed Between The Lines“ suchen [und finden] die Iren den Weg zurück zu ihren Wurzeln.

Auf GAMA BOMB ist Verlass. Die Iren schwächeln auch nach 16 Jahren Bandgeschichte nicht. „Speed Between The Lines“ ist eine knackige Crossover-Abrissbirne, die zwar kein bisschen innovativ, dafür aber höchst unterhaltsam daherkommt.

Wer seinen Thrash Metal also ohne "lästige" Grooves und Tempomäßigungen braucht und sich zum Lachen nicht im nächstbesten Bunker verstecken muss, ist bei GAMA BOMB immer noch an der richtigen Adresse.

Tracklist

01 Give Me Leather
02 A Hanging
03 666teen
04 Bring Out The Monster
05 R.I.P. U
06 Motorgeist
07 Alt-Reich
08 Stay Rotten
09 We R Going 2 Eat U
10 Kurt Russell
11 World Gone To Hell
12 Faceblaster

 

GAMA BOMB - Bring Out The Monster (2018) // Official Music Video // AFM Records