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Headless Beast - Phantom Fury 2019

"Phantom Fury" ist ein cooles Album, das wie die Faust aufs Auge in den gegenwärtigen Metal-Betrieb passt. HEADLESS BEAST haben sich nicht umbesetzt und profitieren nun von einer aufeinander eingespielten Personenkonstellation, die traditionellen Edelstahl mitsamt seiner Historie verinnerlicht zu haben scheint. Die Ulmer gehen gleichzeitig frisch und abgeklärt zu Werke, während auch im Studio (wieder produzierte Vagelis Maranis) und in puncto visueller Gestaltung (einmal mehr prangt das Bandmaskottchen von Markus Vesper als richtiges Gemälde statt Photoshop-Collage auf dem Cover) Konstanz gewahrt wurde.
Bei »Phantom Fury« handelt es sich um ein klassisches Heavy Metal Album, welches sich stilistisch zwischen NWoBHM und Teutonenstahl in einem zeitgemäßen Soundgewand bewegt. Es stellt eine Weiterentwicklung und Fortführung des auf »Forced to kill« eingeschlagenen Weges dar.

Inhaltlich setzt sich »Phantom Fury« mit den Phänomenen und Begleiterscheinungen der heutigen Zeit auseinander, welche unsere Lebensumstände und unser tägliches Handeln unterschwellig beeinflussen. Dazu zählen Manipulation, Verblendung, Maßlosigkeit, sozialer Abstieg, Missbrauch von Religion, Versagens- und Zukunftsängste, Gefahr des heutigen Mediennutzungsverhaltens, ungewollte Veränderungen, Radikalisierung der Gesellschaft und der Verfall von Werten. Diese führen erkennbar zu einer steigenden allgemeinen Unzufriedenheit und äußern sich in einem sich verschärfenden Umgangston sowie einer zunehmend gespalteten und sich radikalisierenden Gesellschaft. Das Leitthema des Albums ist:
»Die Zeit in der wir heute leben, löst eine gespenstische Wut in uns aus« = Phantom Fury

Das einleitende Titelstück, ein flotter Feger wie aus dem nordamerikanischen Genre-Lehrbuch, und später auch 'Suicide Solution' sind Kracher vor dem sprichwörtlichen Herrn, denen gegenüber das düster fiese 'The Darkness' und das schleppende Groove-Finale 'Pray For Nothing' dynamische Kontraste setzen. Eher rockige Tracks hingegen, etwa 'Used To The Evil' und 'To The Grave' neben 'Feed The Beast', belegen das Potenzial der Band, hypothetische Genre-Hits zu schreiben; das müsste jetzt nur noch ein zugkräftiges Label erkennen, die HEADLESS BEAST den Massen unterjubeln könnten, denn an und für sich lechzen eine Menge Leute nach solchem Stoff, wozu man sich - was hiermit einmal mehr eindrucksvoll bewiesen wäre - nicht unbedingt im Ausland umschauen muss.

HEADLESS BEAST stehen 20 Jahre nach ihrer Gründung mit ihrem zweiten Langspieler im vollen Saft.

Tracklist

1. Phantom Fury
2. Resurrection
3. One Year In Hell
4. Used To The Evil
5. Virtual Abyss
6. Feed The Beast
7. Suicide Solution
8. To The Grave
9. The Darkness
10. World Of Fear
11. Black Reign
12. Pray For Nothing

 

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