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Ingrimm - Auf Gedeih Und Verderb 2020

INGRIMM – ein Synonym für rauen aber ehrlichen Mittelalter-Metal
Hier erwartet den Hörer weder schwülstiges Minnewerk, noch die zehnte Version der Merseburger Zaubersprüche: Donnernde Drums, grollender Bass und kompromisslos harte Gitarrenriffs bilden das Fundament für harmonische Melodien, vorgetragen auf mittelalterlichen Instrumenten, wie Dudelsack und Drehleier.

„Himmel und Hölle“ legt nach mittelalterlichem Auftakt gleich mit ordentlich Schmackes los und brettert direkt mit fettem Doublebass und Dicke-Eier-Riffing los. Ein starker Titel, der ganz im gewohnten INGRIMM-Stil grundelnde Gitarren mit tanzbaren Mittelalter-Melodien verquickt. Das derbe „Klang von Leder“ räumt im Anschluss mit der Befürchtung, INGRIMM könnten sich vielleicht doch irgendwann gängigen Genre-Klischees unterwerfen, auf, groovt in den Strophen extrem garstig und kombiniert dazu einen epischen Refrain mit drückender Atmosphäre. Vor allem der Violineneinsatz in der Bridge weiß zu begeistern. Trademarks die auch „König der Idioten“ an Bord hat, wenngleich auch das Tempo ein Bisschen zurück genommen wird und eine fast etwas orientalisch anmutende Melodie eingebunden wird.

„Glück in Sicht“ kommt dann zunächst unspektakulär und mit fluffiger Dudelsack-Melodie ums Eck, überrascht schließlich aber mit derben Breakdown-Parts und gar garstigem Kellergebrüll. Direkt Powermetallisch und flott fetzt „Sturm und Drang“ durchs Gebälk, verquickt ein paar herzhafte Growls und ungewöhnlich hartmetallisch kratzende Drehleier zu einem ordentlichen Brecher von Song, der nachhaltig beweist, dass der mittelalterliche Instrumentaleinsatz nicht zwangsläufig schunkelkompatibel ausfallen muss. Das Abgespeckte „Drachenritt“ groovt gut, bleibt aber trotz sattem Riffing ein wenig unspektakulär. Dafür geht’s mit „Ich bin ein Mann“ wieder kerniger zur Sache und INGRIMM nehmen im wahrscheinlich härtesten Titel des Albums textlich im Vorbeigehen auch das klischeehafte Alphamännchen auf die Schaufel – dass die Bridge dann mit einer Irish-Folk-Melodie konterkariert ist mutig, aber unterm Strich eigentlich ziemlich geil.

Mit „Schalk im Nacken“ und „Mammon“ stürzen sich INGRIMM kopfüber ins Powermetallische Universum mit leicht thrashiger Schlagseite. Speziell „Mammon“ drückt das Gaspedal voll durch, wechselt zwischen Stakkato-Riffs und Mittelalter-Lead, serviert den durchschlagskräftigsten Refrain der Platte und bringt im hinteren Drittel noch einmal ansprechende Härte ins Spiel, wo gezeigt wird, wie metalkonform auch antike Instrumente solieren können. Das fast ein wenig balladesk anmutende „Der Schinder“ (nach der gleichnamigen Romanreihe von Nadine D'Arachart und Sarah Wedler und in Zusammenarbeit mit den Autorinnen entstanden) nimmt das Tempo kurz vor Schluss ein Bisschen heraus und kreiert in den stampfenden Passagen angemessen bedrückende und zur Buchthematik passende Atmosphäre, bevor „Schuldig oder nicht“ noch einmal kräftig reinknallt, dass die Hütte ordentlich unter den tiefer gestimmten Gitarren wackelt.

INGRIMM machen keine Gefangenen und setzen uns mit „Auf Gedeih und Verderb“ ihr bislang ausgereiftestes Album vor!

René Brandt – vocals
Alex Haas – guit
Alex Finzl – drums
Christian Hadersdorfer – bagpipes, hurdy-gurdy
Stephan Fimmers – bass
Julia Wink – violin

Tracklist

1. Himmel und Hölle (3:24)
2. Klang von Leder (3:54)
3. Albtraum (5:04)
4. König der Idioten (5:10)
5. Glück in Sicht (3:42)
6. Sturm und Drang (3:28)
7. Drachenritt (4:09)
8. Ich bin ein Mann (3:19)
9. Schalk im Nacken (2:39)
10. Mammon (3:54)
11. Der Schinder (4:54)
12. Schuldig oder nicht (4:22)

 

Das neue "Ingrimm" Album "Auf Gedeih und Verderb" Vorab-Hörprobe

 

zu hören bei www.darkradio.de