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Insomnium - Heart Like A Grave 2019

Wenn es eine Band gibt, die den finnischen Melodic Death perfektioniert – wenn nicht gar selbst geprägt – hat, dann ist es ohne Zweifel INSOMNIUM.

"Heart Like A Grave" nimmt seinen Vorgängern „Shadows Of The Dying Sun“ (2014) und Winter‘s Gate (2016) absolut nichts. Die Skandinavier halten mit einer gewohnt blitzsauberen Produktion an ihrem abgesteckten Claim zwischen artverwandten Landsleuten wie Amorphis oder Omnium Gatherum fest und setzen klugerweise nach wie vor auf mehrere dezidierte Alleinstellungsmerkmale …

Dazu gehören vor allem thrashige Ausflüge wie im abwechselnd kämpferischen (Strophen) und melancholischen (Refrains) 'Neverlast' oder während des neunminütigen 'Pale Morning Star', das nach dem sehr gedrungenen ersten Drittel des Albums einen epischen Mittelteil einleitet. Das schleppende 'And Bells They Toll' geht hingegen als Grummel-Ballade durch, wobei klarer Gesang wie zuvor schon in ‚Valediction‘ einen den Growls ebenbürtigen Stellenwert genießt. Passend dazu gibt es wohldosiert kurze akustische Einschübe oder Intros ('The Offering', 'Mute Is My Sorrow').

Darüber hinaus strotzen die Stücke neuerdings dank "triple axe attack" noch mehr vor Harmonien (Gitarrist Ville Friman lässt sich nun auch im Studio von Session-Mitglied Jani Liimatainen helfen, weil er als Universitätsdozent stark eingespannt ist), als es bislang ohnehin schon der Fall war, von den vielen wirklich tollen Solos ganz zu schweigen.

INSOMNIUM haben mit „Heart Like A Grave“ ein für sie sehr typisches Album abgeliefert, das allerdings trotz der vertrauten Elemente von einer Weiterentwicklung zeugt. Diese Entwicklung war bereits „Winter’s Gate“ anzuhören, das die Band aufgrund seines engen Konzepts aber vielleicht doch ein wenig an der vollen Entfaltung gehindert hat. Das ein oder andere Stück braucht möglicherweise einen extra Durchlauf, und ein Kracher wie „While We Sleep“ ist auf „Heart Like A Grave“ nicht wirklich vertreten, doch am Ende gibt es kein Stück, das nicht gefällt, und so haben INSOMNIUM auch hier wieder einen Volltreffer gelandet, der höchstens kleine Abzüge zulässt. Diese gibt es dann dafür, dass doch nicht alle Stücke auf Anhieb zünden und wirkliche Headbang-Orgien ausbleiben. Doch das ist, wie so oft, Jammern auf hohem Niveau.

Tracklist

1     - Wail of the North     3:07     
2     - Valediction 5:06     
3     - Neverlast 4:47     
4     - Pale Morning Star 8:58     
5     - And Bells They Toll 6:02     
6     - The Offering 5:00     
7     - Mute Is My Sorrow 6:02     
8     - Twilight Trails 7:06     
9     - Heart Like a Grave 7:05     
10     - Karelia     7:50

 

INSOMNIUM - Heart Like A Grave (OFFICIAL VIDEO)

 

zu hören bei www.darkradio.de