Skip to main content

Khemmis - Desolation 2018

Vor zwei Jahren entfachten Khemmis mit ihrem Zweitwerk HUNTED einen durchaus ansehnlichen kleinen Hype in der Doom-Szene. Darauf fusionierten sie – ähnlich wie zuletzt Pallbearer – tieftraurige Töne mit punktuellen modernen Sludge-Momenten à la Baroness. Auf dem Nachfolger DESOLATION hat das Quartett seinen Sound auf das nächste Level gehoben.

Das amerikanische Quartett KHEMMIS hat sich als unaufhaltsam erwiesen mit seinem dritten Longplayer »Desolation«. Nachdem die Band bereits mit ihrem Vorgängeralbum die US-Szene aufwirbelte und »Hunted« vom Decibel Magazin zum 'Album des Jahres 2016' gekürt worden war, wurde nun auch das neue Meisterwerk »Desolation« ebenfalls zum 'Album des Monats' im deutschen Metal Hammer und bei Powermetal.de ernannt. Die Scheibe präsentiert eine packende, einzigartige Mischung aus Doom und epischem Heavy Metal.

Schon die ersten Klänge des Openers „Bloodletting“ verschaffen Erleichterung: KHEMMIS klingen trotz allem immer noch ganz wie sie selbst. Das bedeutet, dass wir auch auf „Desolation“ diesen eingängigen Sound zwischen Doom und Epic Metal serviert bekommen, den die Band gewohnt aufgeräumt klingend in die Ohren gleiten lässt. Die klare, kräftige Stimme von Phil Pendergast schwebt wieder einmal elegant und hymnisch über das Geschehen hinweg und produziert ein ums andere Mal Gänsehautmomente. Kontraste liefern die an passenden Stellen eingesetzten gutturalen Vocals, die das dramatische Moment der Songs unterstreichen. Die dadurch entstehende Dynamik lässt sich wunderbar bei „Maw Of Time“ beobachten, in dem sich beide Gesangstechniken teilweise eine Art sinistres Frage-und-Antwort-Spiel liefern.

Und auch das können KHEMMIS 2018 hervorragend: Den Songs wohnt eine ungemeine Dramatik inne, die den Hörer einfach für sich einnimmt. Natürlich hilft hier auch die bereits erwähnte, klare Produktion mit, durch die dem Album ein Sahnesound auf den Leib geschneidert worden ist. Für den ein oder anderen Doom-Jünger könnte dieser Umstand möglicherweise etwas störend anmuten, da die Platte teilweise geradezu ungewöhnlich sauber klingt. Doch einerseits ist das Geschmackssache, andererseits lässt sich das wiederum durch eine interessante Entwicklung innerhalb des Sounds erklären. Eine Entwicklung, die „Desolation“ letzten Endes dann doch ein wenn auch kleines Stück von seinen Vorgängern abhebt.

Das Album ist kraftvoll, facettenreich und melodiös. Es zeichnete sich durch die angenehme Stimme von Phil Pendergast aus, bietet aber auch Growls und Shouts für diejenigen, die es etwas härter mögen. Die heißen Rhythmen reißen mit Sicherheit jeden Metalhead mit – heftiges Headbangen ist vorprogrammiert.

Tracklist

  1. Bloodletting (6:24)    
  2. Isolation (4:48)
  3. Flesh To Nothing (7:31)    
  4. The Seer (6:02)    
  5. Maw Of Time (7:23)    
  6. From Ruin (9:27)

KHEMMIS - Isolation (OFFICIAL VIDEO)