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Life Of Agony - The Sound Of Scars 2019

Life Of Agony zählten einst zu den Göttern der zwischen Hardcore, Grunge und Alternative pendelnden Crossover-Szene. Mitte der Neunziger, als Songs von Biohazard, Rage Against The Machine, Fear Factory, Pro Pain und Dog Eat Dog noch ganze Hinterhöfe in Schutt und Asche legten, grüßten auch die New Yorker um Frontfrau Mina Caputo vom oberen Ende der Rock-Nahrungskette.

26 Jahre nach dem Erscheinen ihres Debüts RIVER RUNS RED spinnen Life Of Agony die Geschichte weiter, mit der ihre Karriere so fulminant begonnen hatte.
Der Junge, der sich damals das Leben nehmen wollte, hat überlebt – doch die Dämonen sind damit noch lange nicht verschwunden. Wer nun glaubt, dass THE SOUND OF SCARS ein zorniger Aufguss von RIVER RUNS RED wäre, der irrt. Vielmehr spannen Life Of Agony hiermit einen stilistischen wie inhaltlichen Bogen, der alle Entwicklungsphasen, welche die Band seither genommen hat, miteinschließt. Sprich: Das Raue, Ungezügelte hat seinen Platz (in ‘Black Heart’ oder ‘Once Below’), doch schon der vielschichtige Titel-Song macht deutlich: Life Of Agony sind heute viel mehr als das, was sie damals waren.

Richtig los geht es im Grunde erst nach einem Intro und einer kurzen Riff-Aufwärmrunde mit dem schlichten Reim "scars are what we are" in Form von 'Black Heart', einer noch recht klassischen LOA-Hymne mit teils chorischem Gesang und hymnischem Refrain nebst für Joey Z. üblichen Licks voller Oberton-Harmonien. Der Gitarrist hat "The Sound of Scars" klanglich gemeinsam mit Tool- und System-Of-A-Down-Produzentin Sylvia Massy verboten heavy in Szene gesetzt - inklusive vertrautem Hardcore-"Plong" auf Band-Küken Veronica Bellinos Snare-Drum.

Die meisten Songs dieses Konzeptalbums sind vertrackter als bei „A Place Where There´s No More Pain“ (2017). Inhaltlich setzt man die Geschichte des Debüts „River Runs Red“ fort, passend zum Titel. Nur der grandios-epische Abschluss ´I Surrender´ ist über vier Minuten lang (5:57), vier „Songs“ (inklusive Intro) sind kurze Überleitungen. Bleiben neun Stücke, jedes einzelne ein Paradebeispiel, wie man Härte mit Emotion verbinden kann. Aus ´Stone´ zum Beispiel hätten sie vor 25 Jahren noch drei Songs gemacht, jetzt haben sie die Erfahrung und den Mut, daraus eine Einheit mit Akustikbreak werden zu lassen.

Unterm Strich ist "The Sound Of Scars" immerhin das beste LIFE OF AGONY-Album dieses "Jahrtausends".
Diese Narben bereiten nur Freude, keinen Schmerz.

Tracklist

1. Prelude
2. Scars
3. Black Heart
4. Lay Down
5. Then
6. Empty Hole
7. My Way Out
8. Eliminate
9. Now
10. Once Below
11. Stone
12. Weight Of The World
13. When
14. I Surrender

 

LIFE OF AGONY - Lay Down (Official Video) | Napalm Records

 

zu hören bei www.darkradio.de