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Lord Dying - Mysterium Tremendum 2019

LORD DYING suchten das Leben und fanden den Tod.
Die Sludge-Band aus Portland, Oregon hat laut eigener Aussage mit „Mysterium Tremendum“ ein Konzeptalbum über Tod und Jenseits geschrieben, obwohl es eigentlich um das Diesseits gehen sollte.
„Ursprünglich hatten wir vor, ein Album über das Thema Leben zu schreiben, aber dann wurde es doch eins über den Tod”, erklärt Lord Dying-Gitarrist und -Sänger Erik Olson zum dritten Studio-Album Mysterium Tremendum.

Obwohl sich die Platte als Doppel-Konzept-LP also um den Tod dreht, beschäftigt sie sich im Prinzip mehr damit, wie es denn auf der anderen Seite aussieht und was uns dort eventuell erwartet.
Mit Jon Reid am Schlagzeug und Bassist Don Capuano nehmen sie eine erste EP auf, mit der sie dann 2011 zusammen mit Witch Mountain und Red Fang durch Nordamerika touren. Das Interesse größerer Plattenfirmen lässt nicht lange auf sich warten und 2013 erscheint das Debüt Summon The Faithless, das sie auf kurzen Touren mit Down und Ghost promoten. Danach geht es weiter als Support von Corrosion Of Conformity, Valient Thorr sowie zwei Europa-Reisen mit Red Fang und einem Auftritt auf dem Roadburn Festival in den Niederlanden. 2015 schließlich kommt mit Poisoned Altars die zweite Platte auf den Markt, es schließen sich Touren mit Crowbar, Weedeater, Misery Index und Toxic Holocaust an. In Kanada, Großbritannien und Europa spielt man zusammen mit Cancer Bats. Anschließend wechselt die Rhythmussektion, Bassist Matt Price und Drummer Chase Manhattan komplettieren das neue Line-Up, der Album-Zyklus wird mit einer weiteren Europa-Tour im Vorprogramm von Voivod und Entombed A.D. abgeschlossen.

Mysterium Tremendum ist nun das entscheidende dritte Album, das Olson und Evans schon von Beginn an machen wollen. Es ist auch keine Überraschung, dass es musikalisch das bisher abwechslungsreichste in der Karriere von Lord Dying ist. Man kann nämlich schon nach den beiden Vorgängern ahnen, wohin der Weg der Band führen würde. „Das neue Album ist eigentlich genau das, was wir schon eher machen wollten”, meint Evans.

Der Auftakt stellt hingegen die Verbindung zu „Poisoned Altars“ her und packt die gewohnte Mischung aus Sludge und Stoner mit metallischen Untertönen aus. Im Mittelteil machen sich urplötzlich filigrane, nachdenkliche Momente breit – das sukzessive Verschieben in neue musikalische Sphären beginnt und erreicht in „Severed Forever“ einen Höhepunkt. Der erste von zwei Siebenminütern gibt sich zunächst sperrig und unnahbar, führt letztlich aber sämtliche klangliche Welten auf knisternde Weise zusammen. Hier sind mehrere Durchläufe von Nöten, wie auch beim nicht minder abgedrehten zweiten Giganten „Split From A World Within Devoid Of Dreams, Death, The Final Loneliness“.

Ein Hauch von Mastodon weht durch die Luft, wenn Lord Dying neue Wege beschreiten. An die Grandezza und das ausdifferenzierte Songwriting ihrer Landsleute kommt der Vierer aus Portland, Oregon allerdings noch nicht heran.

„Mysterium Tremendum“ wirkt eher wie ein ambitioniertes Übergangsalbum, das sich langsam aber sicher von der druckvollen Präsentation der bisherigen Platten verabschiedet und in neue, anspruchsvollere Gefilde schielt. So braucht es einige Durchläufe, gerade um die komplexen Momente gen Album-Mitte zu erfassen, und doch geht die Rechnung mit Abstrichen auf: Lord Dying sind qualitativ noch nicht 100%ig dort, wo sie sein wollen (und auch sollen), auf dem Weg dorthin ergeben sich trotzdem massig gute bis spektakuläre Momente für ein kurzweiliges Album mit Luft nach oben.

Tracklist

1     - Envy The End 5:34     
2     - Tearing At The Fabric Of Consciousness 0:23     
3     - Nearing The End Of The Curling Worm 5:54     
4     - The End Of Experience 4:50     
5     - Exploring Inward     2:23     
6     - Severed Forever     7:27     
7     - Even The Darkness Went Away 2:58     
8     - Freed From The Pressure Of Time 4:42     
9     - Lacerated Psyche 4:30     
10     - Split From Within/Devoid Of Dreams/Death, The 7:20     
11     - Saying Goodbye To Physical Form 5:11

 

Lord Dying - Envy the End (Official Audio)