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Lords of Salem - Hell Over Salem 2019

Der Teufel säuft Benzin!
Wenn sich eine ebenso raubeinige wie kumpelhafte Endzeit-Truppe als musikalischen Stil ‚DEAD POP SEX ACTION‘ auf die totenköpfig bestickte Rock’n’Roll-Fahne pinselt, ist sofort kollektives Aufhorchen angesagt! Und wenn die leidenschaftlichen Tattoo-Maniacs in ihren verschlissenen Klamotten auch noch so dermaßen fest entschlossen aussehen wie die LORDS OF SALEM, ja, verdammt, dann muss doch gleich noch viel lauter aufdreht werden!

Mit Feuer und Rock ’n‘ Roll entfesseln LORDS OF SALEM eine wilde Jagd auf deren EP „Hell Over Salem“. Die Ödländer orientieren sich hierbei in Richtung Hard/Heavy Rock, mit etlichen Einschlägen aus dem amerikanischen Sektor. Größtenteils offeriert uns der Bandtross eine frische, zeitlose Art dieser Musik. Blickt der Rezensent auf das Outfit des Albums, inklusive Bandbilder, so denkt selbiger, die Band ist im Industrial Sektor beheimatet. Nichts von alledem, die Jungs sind eine klassische Sache und bieten eine frische Form aus jüngeren Tagen.

 Solch eine Ausrichtung findet sicherlich nicht bei jedem Schöngeist seine Bewunderung, eine besondere Attitüde absprechen kann man einer Band wie Lords Of Salem aber nicht. Und musikalisch sind wir bei der EP „Hello over Salem“ absolut im grünen Bereich. Von Achim Köhler (Primal Fear, Brainstorm) amtlich gemixt und gemastered, zeigen die vier Kämpfer beachtliche musikalische Finesse in allen vier Songs der EP. Lediglich der rote Faden, in welche Stilrichtung man sich eigentlich bewegen will, fehlt ein wenig.

 Denn alle Songs sind unterschiedlicher Natur. Beim Opener „Monster Girl“ haben wir es nach überstandenem Anfangsgelächter mit einem reinrassigen Riff-Rocker zu tun. Erdig, staubig mit kernigen Rhythmen und recht hohem, cleanen Gesang von Postel. „Hell over Salem“ klingt dagegen schon anders mit unheilvoller Violine zu Beginn und während des gesamten Songs im Background. Die Gitarre erklingt tiefer gestimmt, somit auch moderner und auch die Vocals knallen garstiger und düsterer. Ein Power-Refrain animiert sofort zum Fäusterecken und leichte Horror-Vibes unterstreichen die dunkle Seite der Macht. Toll gemachte Nummer, die sich einprägt.

 „Zombie Monkey Woman“, welches von Sirenen und einer Durchsage eröffnet wird, geht wiederum in eine andere Richtung. Hauptamtlich verwursten Lords Of Salem hier Industrial Klänge, welche auch Die Krupps gerne hören würden, und speien Gift und Galle in Form von reichlich abgefuckten Vocals. Derbes Brett, daß man vielleicht sogar auf ganz dunklen Tanzflächen aufführen könnte.

 Zum Abschluß dieser EP kredenzen uns Lords Of Salem mit „Rock'n Roll Machine“ dem Songtitel anheimelnd einen umfassenden Rock'n Roll Groove. Das mit Wah-Wah-Effekten unterlegte Gitarrensolo bringt die Nummer in old schoolige Zeiten und vollendet einen gutklassigen Rock'n Roller, der wieder mehr zurück in Richtung Opener geht.

Nein, eine rote Linie zieht sich nicht durch „Hell over Salem“. Dennoch ist jeder einzelne Song eine ausgesprochen kurzweilige Angelegenheit, mit jeweils ordentlich Arschtritt-Komponenten und spritzigen Rhythmen. Noch ein bisschen mehr Angepisstheit würde vielleicht nicht schaden, dennoch passen Image und Musik bei den Herren Salem's wunderbar zusammen.

Fans von Bands wie Lordi und Danzig, die auch einen Spritzer Kiss und Mötley Crüe vertragen, sollten unbedingt reinhören. Kein Wunder, dass Rob Zombie die Jungs im Vorprogramm haben wollte.

Tracklist

01. Monster Girl 03:09
02. Hell Over Salem 04:06
03. Zombie Monkey Woman 03:44
04. Rock n Roll Machine 03:58
Total: 14:59 min.


Besetzung

Postel (Vocals)
Häriän (Guitar)
Marple (Bass)
Alex (Drums)

 

LORDS OF SALEM - Hell over Salem (Official Video)