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Malcolm Rivers - Karmageddon 2017

Wer frisches, wertiges Metalcore-Futter sucht, wird hier fündig!

Malcolm Rivers - Karmageddon 2017



Wie schon beim Namensgeber Malcolm Rivers, dem schizophrenen Protagonisten des Films „Identity“, der verschiedene Persönlichkeiten in sich vereint, vereint die Band Malcolm Rivers aus Münster verschiedene Genres. Einzuordnen sind sie irgendwo zwischen (Post)-Hardcore und Metal mit teilweise cineastischen und elektronischen Elementen.
Nach zwei in Eigenregie veröffentlichten EPs steht mit Karmageddon nun das Debütalbum von Malcolm Rivers in den Startlöchern.

KARMAGEDDON bietet hochwertig produzierten und sauber geschriebenen Metalcore der Neuzeit. Ein wenig Elektronik hier, Klargesang im Refrain da, drückende Vers-Riffs und Breakdowns dort - und schon sitzt der seit Jahren im Genre gepflegte Sound.
Vorteil der bereits 2008 gegründeten Malcolm Rivers: Der Klargesang von Frontmann Andreas Unnerstall besitzt eine angenehm individuelle Stimmfarbe. Zudem verlassen sich die Münsteraner nicht ausschließlich auf das bekannte Baukastensystem, sondern lassen sachte Einflüsse aus Postcore und komplexeren Gefilden einfließen. Inhaltlich setzt die Band natürlich nicht auf Gewalt mit Fahrzeugen, sondern beschäftigt sich mit dem Konzept Karma und stellt die Frage, was man eigentlich mit der Zeit anfängt, die einem noch bleibt.

Bei aller Ernsthaftigkeit, die sich in der Musik von Malcolm Rivers verbirgt, bieten die Live-Shows vor allem eins: Unterhaltung. Allerdings sucht man einstudierte Choreos oder eine aufgesetzte Tough-Guy-Attitüde bei Malcolm Rivers vergeblich. Freude an der Musik, freundschaftliches Vertrauen und eine gehörige Portion Selbstironie bilden die Basis für eine authentische und energiegeladene Bühnenshow. Live konnten Malcolm Rivers unter anderem schon als Support von Darkest Hour, Bury Tomorrow, Funeral For A Friend oder Continents überzeugen.

Ruhige, ausgeglichene Klänge führen mich mit Hourglass ins Album. Zum Ende des Intros findet eine dramatische Steigerung statt und gibt den perfekten Übergang zum melodischen The Last Call. Down In Truth gewinnt nochmals an Kraft, gut verständliche Shouts hauen durch den Track und besonders die saubere Zusammenarbeit von Bass und Drums bleiben im Ohr.
Mit dem Titelsong Karmageddon geht es straight nach vorn und es kommt Tempo ins Spiel, das aber im kurzen, ruhigen Time To Burn wieder völlig rausgenommen wird und im nächsten Moment werden einem die Shouts von The Outlaw förmlich ins Ohr gepeitscht, die dann mit klaren Gesangspassagen im Wechsel durch den Song ziehen. Mit reißenden Gitarrenriffs und Druck, kommt Dark Passenger daher.
Living In Denial lädt gerade, melodisch, besonders in den klaren Gesangsteilen und im Backgroundeinspieler zum runter kommen ein. Dieser Song ist mal total mein Ding.
Bass und Drums dominieren in Ground And Pound und das Zusammenspiel im Gesang ist einfach genial. Mistakes überzeugt nochmals mit seinen Gitarrenriffs, sauber.
Final Seconds holen mich mit orchestralem Einspiel und Klaviertönen wieder auf den Boden, gehen in Justice über und geben dem Album ein harmonisches, aber knallendes Endstück.

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Tracklist

    Hourglass
    The Last Call
    Drown In Truth
    Karmageddon
    Time To Burn
    The Outlaw
    Dark Passenger
    Living In Denial
    Ground And Pound
    Mistakes
    Final Seconds
    Justice

https://www.youtube.com/watch?v=AvB546AveHM