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Manimal - Purgatorio 2018

Man benötigt als Band überdurchschnittlich hohe kompositorische Fähigkeiten, um ein Album auch dann wie aus einem Guss klingen zu lassen, wenn sämtliche Songs mit einer riesigen Anzahl unterschiedlicher Details und Besonderheiten getränkt sind. Seit Gründung im Jahr 2001 gelingt der Göteborger Formation MANIMAL dieses Kunststück nun zum dritten Mal.

Die Schweden mischen wieder gekonnt klassischen Heavy Metal mit verschiedenen aufpeppenden Stilen, sodass ihre melodiös-harte Linie erhalten bleibt. Der durchmarschierende Sound des Double-Bass wird mit ins Ohr gehenden Hooks und klasse Soli aufgewertet, zwischendurch sogar auch mal mit Keyboardklängen. Je weiter man sich in das Album rein hört, umso häufiger zieht man Parallelen, egal ob zu IRON MAIDEN, QUEENSRYCHE oder moderner zu AVANTASIA.

Beim Songwriting haben sich MANIMAL Zeit genommen und die Songs wohl durchdacht und mit einigen Feinheiten aufgewertet. Vor allem die Gitarren liefern echt leckeres Material, egal, ob es die speedigen und knackigen Melodien bei „Manimalized“ sind, oder die leicht düster-melodischen Riffs bei „Behind Enemy Lines“. Der coole Vibe von „Spreading The Dread“ fährt richtig gut ein, wenn man ein wenig lauter aufdreht, die Chorus Parts der Jungs beim Industrial angehauchten „Denial“ entschärfen die Härte ein wenig und machen das Stück schön rund. Das abschließende „The Fear Within“ beendet ein wenig langsamer den Reigen der neun Songs. Die Ruhe gibt Samuel die Gelegenheit, hier viel mit seiner Stimme auszudrücken. Das bewusste Zurücknehmen der Gitarren und der stellenweise Fokus auf Schlagzeug und Keyboard sowie einfache Rhythmen machen den Song passend zum Text ein wenig beklemmend und doch befreiend, sobald die vier Mannen zusammen spielen.

Stilistisch lässt sich die Scheibe ungefähr mit einer Kollaboration von JUDAS PRIEST und KAMELOT vergleichen. Sie legt ein paar mehr ruhige Momente an den Tag, als man es von PRIEST-Hitalben wie “Painkiller” kennt, orientiert sich in etwa zu gleichen Teilen an Alben dieser Zeit wie auch an solchen etwas “softer”-rockigen aus früheren Tagen der Briten und fügt dem ganzen dann eine angemessene Portion KAMELOT-Emotionen hinzu, inklusive dezent eingesetzter Synths.

Die Einflüsse von MANIMAL sind unüberhörbar, doch ist “Purgatorio” alles andere als stumpfe Kopiererei. Den Jungs steht, so lässt sich vermuten, eine dicke musikalische Zukunft bevor und jeder, der Interesse an partytauglichem Heavy Metal der alten Schule mit neueren Power-Metal-Einflüssen hat, könnte an “Purgatorio” eine Menge Freude haben.

Tracklist

01. Black Plague
02. Purgatorio
03. Manimalized
04. Spreading The Dread
05. Traitor
06. Behind Enemy Lines
07. Denial
08. Edge Of Darkness
09. The Fear Within

 

MANIMAL - Manimalized (2018) // Official Lyric Video // AFM Records