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Mega Colossus - HyperGlaive 2016

Positiver Wahnsinn in Notenform

Mega Colossus - HyperGlaive 2016



Was ist die Steigerung von Colossus (So hieß die Truppe vorher.)? MEGA COLOSSUS! Und was ist die Steigerung von Coverartworks wie "Night On Bröcken" und "Crystal Logic"? "Hyperglaive"! Sieht man jedoch über diese Marketing-technischen Todsünden hinweg und lässt sich auf den musikalischen Content ein, gibt es einiges zu entdecken. Zunächst einmal treiben bei MC gleich drei Gitarristen ihr Unwesen, so dass sich mehrstimmige Leads und Harmonien gleich beim Opener ´Gods And Demons´ als Markenzeichen der Band heraus kristallisieren. Klar, dass man da gleich an Maiden denkt, die sicher einen großen Einfluss auf den Sound von MC hatten. Allerdings fallen mir auf Anhieb auch ein paar Landsleute ein, an die ich mich zumindest phasenweise erinnert fühle und zwar Valkyrie (Gitarrenarbeit) und Slough Feg (Kauzfaktor). Sänger Sean Buchanan verfügt über ein sehr charakteristisches Organ und ist sich auch für den einen oder anderen hohen Scream nicht zu schade (´Sunsword´). Die Produktion von "Hyperglaive" ist old school as fuck und arbeitet trotz der Gitarrenlastigkeit des Gesamtsounds die Rhythmusarbeit von Ry (Bass) und Doza (Drums) gut heraus. Insgesamt tönt alles sehr roh und ungeschliffen und das ist auch gut so. Wem Amibands wie Agurs und Dawnbringer gefallen, der wird auch an MEGA COLOSSUS seine helle Freude haben.

Es wird munter den großen Helden IRON MAIDEN gehuldigt, das ganze aber mit der Verschrobenheit von SLOUGH FEG und extrem frischem Songwriting verrührt, so dass die acht neuen Songs vor Ideen noch mehr übersprudeln, als vor zweistimmigen Gitarrenläufen.

Altbekannte Themen wie Frank Herberts "Dune" werden einmal mehr von der Band aufgegriffen, dieses Mal in 'Behold The Worm', während sich auch wieder neue nerdige Referenzen finden. Es ist eine der vielen kleinen Freuden dieses Albums, zu erraten, welche Filme, Computerspiele und Bücher wohl als Inspiration für die Texte hergehalten haben mögen.
Dazu gibt es aber Hit nach Hit um die Ohren gehauen, vom Opener 'Sunsword' angefangen, über das eingängige 'Sea Of Stars' bis hin zum vertrackten 'You Died', zu dem es ein irrwitziges Video gibt. Die Band mag sich selbst nicht allzu Ernst nehmen, musikalisch kann sie es jedoch mit der Speerspitze der eigenwilligen Traditionalisten wie SLOUGH FEG oder auch VISIGOTH locker aufnehmen. Spielfreude, innovative, packende Riffs und Soli und eine natürliche, aber auch druckvolle Produktion kommen hier zusammen, dazu absolut grandioses Artwork, das dem Hörer, sollten ihn Band- und Albumname nicht schon vorbereitet haben, eindeutig klar macht, dass hier Metal in seiner eskapistischsten und zugleich traditionellsten Form geboten wird.

"Hyperglaive" ist ein Album geworden, das mit seiner Energie und seinem Enthusiasmus jeden noch so trüben Wintertag erhellt und jeden mit guter Laune ansteckt, positiver Wahnsinn in Notenform und ein absolutes Muss für Fans traditionellen Heavy Metals.

Tracklist


    Sunsword
    Sea Of Stars
    Gods And Demons
    The Judge
    Betta Master
    Behold The Worm
    You Died
    Star Wranglers


https://www.youtube.com/watch?v=VjMRfBB4sbE