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Mirror - Pyramid Of Terror 2019

MIRROR klingen so original wie eine Bande blutjunger Maniacs, obwohl sie in echt mittelalte Maniacs sind. Und zwar welche, die wissen, wie es geht. Bei MIRROR nämlich wirkt alles eine Runde nachhaltiger und erwachsener als bei vielen der tatsächlich jungen Achtziger-Revivalisten. „Pyramid Of Terror“ ist trotz aller nach einigen Durchgängen freigelegten Eingängigkeit schlicht zu kantig, zu sperrig, zu düster, um als Instant-Ohrwurm-Attacke schnell zu verglühen. Getragen von den großen Vocals von Jimmy Mavrommatis sowie den grandiosen Gitarren macht die Platte lange Spaß.

Hinter der Band steckt u.a. der ehemalige Bassist von Electric Wizard und Satan´s Wrath, Tas Danazoglou. Das zweite Album "Pyramid Of Terror" ist eine unironische und durch und durch herzblutige Liebeserklärung an den klassischen 70er-Rock, die Großtaten von Rainbow (mit Dio!) und die basische Energie der NWOBHM irgendwo zwischen Di´Anno-Maiden und frühen Angel Witch mischt.

Nach sehr akzeptablem Knisterrillen-Intro ist der Titelsong eine recht gerade, aber doch einigermaßen repräsentative Hymne mit galoppierendem Harris-Bass und Doppelleads aus dem großen Buch der eisernen Jungfräulichkeit. Eine gewisse Epik, die das gesamte Werk durchzieht, schwingt trotz aller Energie mit. Mavrommatis neigt zur großen Geste, erinnert dadurch, wenngleich nicht in der Stimmfarbe, mal etwas an Dio, dann wieder mehr an eine Mischung verschiedener HELLOWEEN-Sänger ohne gute Laune („Secrects Of Time“) und bisweilen gar an John Arch („Master Of The Deep“).

Und überhaupt lebt die NWOBHM-Melange davon, dass die im Geiste der eingangs Genannten angesetzte Chose nicht nur dezent okkult mystifiziert wurde bzw. mystisch okkultisiert, sondern dass sie auch charmant nach links und rechts blickend zitiert. Das erwähnte „Master Of The Deep“ ist im Riff ganz nonchalant BLACK SABBATHs „A National Acrobat“, „Apollo Rising“ reckt sich in seiner Epik tendenziell gen CANDLEMASS, „Nitocris“ ist etwas gegen den Strich in Richtung FATES WARNING gebürstet und „I Am The Freak“ wiederum erinnert anfangs krachig-quietschend gar sekundenlang an gute alte VOIVOD.
(metal.de)

Lasst Euch auf eine Reise in den klassischen Metal/Rock ein, die auf wundersame Weise die üblichen Genre-Klischees umschifft.

Tracklist

01. Pyramid of Terror
02. I Am the Freak
03. Secrets of Time
04. Master of the Deep
05. Running from the Law
06. Apollo Rising
07. Black Magic Tower
08. Nitocris
09. The Last Step Down

 

Pyramid of Terror