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NorthTale - Welcome to Paradise 2019

Die Zeichen stehen seit einiger Zeit wieder überaus gut für melodischen Power Metal mit hohem Hymnenfaktor, das haben in den letzten Jahren unter anderem Bands wie SABATON und BATTLE BEAST mit ihren großen Erfolgen zur Genüge bewiesen. Nun schickt sich die schwedisch-amerikanische Combo NORTHTALE mit ihrem Debütalbum »Welcome To Paradise« an, es ihnen gleich zu tun – das Potential dazu haben sie allemal. Allerdings hat man es hier auch nicht mit einem Newcomer im klassichen Sinne zu tun, denn während Gitarrist Bill Hudson zuletzt bei U.D.O. mit von der Partie war und Drummer Patrick Johansson lange für Yngwie Malmsteen die Felle verdrosch, brillierte Sänger Christian Eriksson noch auf dem letzten TWILIGHT FORCE-Album. Stilistisch orientiert sich die Ende 2017 gegründete Formation auf den dreizehn Albumtracks oftmals an hymnischem Power Metal der Marke HAMMERFALL oder HELLOWEEN, was vor allem in mitreißenden Nummern wie dem Titelsong, ‚Shape Your Reality‘ oder ‚Siren‘s Fall‘ durchscheint. Aber auch Bands wie ANGRA oder RHAPSODY haben hier und da hörbare Spuren im Sound des Quintetts hinterlassen, das sich mit einem derart starken Debüt im Rücken definitiv auf dem Vormarsch befindet.

Das Album startet mit dem Titeltrack Welcome To Paradise durchaus verheißungsvoll. Die bereits im Vorfeld zitierten Vergleiche zu Helloween sind in der Tat zutreffend. Der Speed der Nummer, wie auch die Gitarrenläufe erinnern stark an Walls Of Jericho, wenngleich Northtale den eigenen Symphonic Einfluss und den Einsatz der Keyboards für sich zu nutzen wissen. Das Arrangement baut instrumental, wie auch gesanglich auf stringenten Melodien auf, die Intonation wirkt sehr erfrischend. Die enthaltenen ruhigeren Passagen nehmen zwar den Groove ein wenig raus, dennoch ist das aber ein in sich gesehen schlüssiger Song, der insbesondere durch den hymnenartigen Refrain seine Reife erlangt. Das somit entfachte Feuer erhält durch Higher weiter Nahrung. Der rote Faden wird hier konsequent weiter aufgenommen. In puncto Druck, Speed, Melodie und Härte folgen Track drei bis fünf ohne Unterlass und halten das hohe musikalische Niveau.

Mit Way Of The Light schlagen Northtale erstmals ruhigere Töne an. Deutlich reduzierter und feinsinniger präsentieren die Jungs hier eine lupenreine Metalballade. Die Vocals von Christian Eriksson kommen sehr schön getragen zur Geltung und setzen durchweg dort Akzente, wo man sie erwartet.

Nachdem mit dieser Ballade quasi etwas durchgeatmet werden konnte, kehren Northtale gleich wieder in das bewährte Schema zurück und zimmern Shape Your Reality in die Rille. Everyone’s A Star hingegen kommt erstmals im Midtempo daher. Wie man so schön sagt, ist weniger manches Mal mehr, dies stellt diese Nummer unter Beweis. Der verhaltenere Beat gibt deutlich mehr Einblick ins Arrangement. Die technischen Fertigkeiten der Instrumentalisten treten somit nachvollziehbarer in Erscheinung.

Und wenn wir schon über die Fähigkeiten der Musiker sprechen, so sei hier vor allem Bill Hudson erwähnt. Die Gitarrenarbeit darf mit Recht als einzigartig bezeichnet werden. In Bildern gesprochen verschmelzen Gitarrist und Instrument ineinander und nicht weniger als eine Symbiose ist die Folge. Bill Hudson fühlt den Rhythmus und seine Finger fliegen nur so über das Griffbrett. Einen solchen Ausnahmegitarristen in seinen Reihen haben zu dürfen, kommt einem wahren Segen gleich. Gleiches gilt für Jimmy Pitts, der sich an den Keyboards des Öfteren wahre Gefechte mit Bill Hudson liefert. Patrick Johansson am Schlagzeug sorgt ein ums andere Mal für den fulminanten Speed. Er reizt jeden Kessel seines Sets bis aufs Blut aus, ohne dabei auch nur die kleinste Taktunreinheit zu produzieren. If Angels Are Real kommt einer wilden Raserei gleich und soll vorangegangene Zeilen nochmals verdeutlichen. Beinahe sanftmütig soll Even When wohl als Outro dienen. Ganz leise und versöhnlich verabschieden sich Northtale mit diesem episch anmutenden Song von einem ganz starken Debütalbum.

Tracklist

1     - Welcome to paradise 4:36     
2     - Higher 3:45     
3     - Follow me 4:39     
4     - The rhythm of life 3:50     
5     - Time to rise 3:51     
6     - Way of the light 4:47     
7     - Shape your reality 3:39     
8     - Everyone's a star 3:46     
9     - Sirens' fall 3:52     
10     - Bring down the mountain 3:50     
11     - Playing with fire 4:31     
12     - If angels are real     4:28     
13     - Even when 3:29

Bandmitglieder:

Gesang – Christian Eriksson
Gitarre – Bill Hudson
Bass – Mikael Planefeldt
Keyboard – Jimmy Pitts
Schlagzeug – Patrick Johansson

 

https://www.youtube.com/watch?v=3ZeqWRx_LRI

 

zu hören bei www.darkradio.de