Skip to main content

Nozomu Wakais Destinia - Metal Souls 2018

DESTINIA liefern mit „Metal Souls“ ein zeitgemäßes Heavy Metal-Album mit massenhaft tollen Ideen und noch tolleren Riffs ab, auf dem die Truppe zu keiner Zeit ihre Wurzeln aus dem Blick verliert und doch voll am Puls der Zeit musiziert.

Um seine Musik nun auch endlich in Europa publik zu machen, hat der Gitarrist, den man – soweit es seine Gitarrenkünste betrifft – als eine Art japanische Ausgabe von Yngwie Malmsteen bezeichnen könnte, für sein Europa Debüt prominente Mitstreiter ins Boot geholt. Hierzu gehören der gefühlt allgegenwärtige Ausnahmesänger Ronnie Romero (u.a. Lords Of Black, Ritchie Blackmore’s Rainbow, CoreLeoni), Marco Mendoza (The Dead Daisies) und Tommy Aldrige (Whitesnake), die dem ganzen einen Hauch von Supergroup verleihen.

Bei einer derart hochwertigen Konstellation von Musikern steht die technische Umsetzung natürlich zu keiner Zeit in Frage. Musikalisch rangieren DESTINIA zwischen zeitgemäßer Wucht und gitarrenlastigem 80er-Pathos, was alles in allem eine ziemlich schmackhafte Mischung im Fahrwasser von Bands wie DREAM EVIL oder LORDS OF BLACK mit allerdings weitaus traditionsbewussterer Attitüde ergibt. Der eröffnende Titeltrack ist dabei noch die uninteressanteste Nummer, denn während der große Refrain sicherlich mitzureißen vermag, fallen Riffing und Struktur doch etwas generisch aus. Ab dem nachfolgenden „Rain“ soll sich das jedoch ändern: Die Nummer vereint gekonnt das klassische Riffing des Stadiorocks der goldenen 80er mit der Durchschlagskraft moderner Studioproduktionen und versammelt so nahezu alle Vorzüge von „Metal Souls“ in sich. Gleiches gilt für die eher im Uptempo-Bereich angesiedelten Brecher „The End Of Love“ und „Promised Land“, in denen DESTINIA stets melodisch und gerne auch an der Grenze zum Kitsch aber gleichzeitig immer mit dem gebotenen Maß an Härte auftreten. Echte Highlights sind die Power Ballade „Take Me Home“, die den vom Label beschworenen WHITESNAKE-Einschlag in den Vordergrund rückt, das rockige „Raise Your Fist“, welches sofort zum Mitsingen animiert sowie „Cross The Line“. Dabei sollte es jedem klar sein, dass die amerikanisch-japanische Formation mit der angesprochenen Rezeptur kaum das Genre revolutionieren kann und tatsächlich ist Vieles von dem, was die Truppe auf ihrem neuesten Album macht, schon in ähnlicher Form dagewesen, was dieses Album eines Stückes seines Wiedererkennunswertes beraubt. Weil das Gebotene aber mit einem hohen Maß an Spielfreude und Authentizität gespielt wird, fällt das nicht wirklich negativ ins Gewicht. Beim Projekt eines Gitarristen ist oftmals zu befürchten, dass sich das Material in erster Linie um die Gitarrenarbeit des Bandchefs dreht und die Songs als Ganzes in den Hintergrund rücken, aber auch hier zeigen sich DESTINIA von einer ziemlich guten Seite. Mr. Wakai garniert zwar jeden der Songs mit [mindestens] einem technisch versierten Gitarrensolo, macht sich aber nie der Selbstbeweihräucherung schuldig und agiert angenehm songdienlich – eine Tugend, die in seiner Zunft beileibe nicht selbstverständlich ist.

Mit “Metal Souls” hat Nozomu Wakai ein beeindruckendes Europa Debüt seiner Formation DESTINIA hingelegt, nicht zuletzt aufgrund der großartigen Musiker, die an diesem Projekt beteiligt sind. Wer sich für auf Musik in der Schnittmenge zwischen Melodic Hard Rock und Metal begeistern kann, der wird mit diesem Album garantiert nichts falsch machen. Bleibt zu hoffen, das DESTINIA in dieser Besetzung vielleicht auch irgendwann einmal live zu sehen sein werden.

Tracklist

  1.     Metal Souls
  2.     Rain
  3.     The End Of Love
  4.     Promised Land
  5.     Take Me Home
  6.     Raise Your Fist
  7.     Be A Hero
  8.     Metamorphoses
  9.     Cross The Line
  10.     Judgement Day
  11.     Ready For Rock (Bonus Track)

Nozomu Wakais Destinia - Metal Souls 2018