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Overkill - The Wings Of War 2019

OVERKILL beweisen mit „The Wings Of War“ erneut, dass sie sich den Titel „die Motörhead des Thrash“ redlich verdient haben. Es gibt nur wenige Bands, die ihren ureigenen Sound über 19 (!) Studioalben durch geschickt dosierte Variationen am Leben halten können. Während man auf dem Vorgänger „The Grinding Wheel“ etwas vom Gaspedal ging und Platz für verschachtelte Arrangements und überlange Songs ließ, gestalten sich die Kompositionen auf „The Wings Of War“ wieder wesentlich straighter und kürzer (die Sechs-Minuten-Marke wird diesmal nur einmal überschritten, auf dem Vorgänger gleich fünfmal). Einen Anteil daran hat sicherlich Schlagzeug-Neuzugang Jason Bittner, der die Band mit seinem variablen und vor Energie strotzenden Spiel frische Impulse verleiht.

„Last Man Standing“ eröffnet den Reigen und nach ein paar Takten kesselt es gewalting. Visier runter und ab. Overkill haben immer eine starke Punkattitüde in ihrer Spielart des Thrash Metals gehabt. Auf dem letzten Album hat mir dies etwas gefehlt. Im Opener von „The Wings Of War“ ist schon mehr Punk als im kompletten „The Grinding Wheel“. „Believe In The Fight“ nimmt die Vorlage dankend auf und mit viel Energie rauscht der Song in die Gehörgänge. Allerdings variiert die Band ihr Tempo hier recht stark und baut auch mal ein paar groovende Teile in den Song ein.

Diesen Abwechslungsreichtum zeigen Overkill über das komplette Album hinweg. „Head Of A Pin“ ist zwar nicht wesentlich langsamer, trotzdem wirkt der Song aber irgendwie schleppend. Schleppend schnell! Ein Widerspruch in sich, aber Overkill bekommen 2019 auch das hin!

„Distortion“ bedeutet Verzerrung, trotzdem fängt der Song mit cleanen Gitarren, nur um dann nach knapp einer Minute eben mit der titelgebenden Verzerrung einzusetzen.

Ein wenig Zeit zum Durchatmen gibt es im Song „Where Few Dare To Walk“. Dieses Lied erinnert ein wenig an das „Years Of Decay“-Album. Für Overkill-Verhältnisse ist der Song fast schon episch angelegt!

Im Vergleich zu „The Grinding Wheel“ legen Overkill wieder ein paar Kohlen mehr in Feuer und klingen somit gleich abwechslungsreicher, punkiger und wilder!

Frontmann Bobby „Blitz“ Ellsworth kommentiert:

    Es war eine tolle Zeit, The Wings of War aufzunehmen! Etwas Altes fühlt sich neu an, was sicher auch daran liegt, dass unsere Chemie durch den Einstieg von Jason Bittner verändert wurde. Ich war neugierig darauf, wie es ausgehen würde. Ich denke, man kann sagen, dass wir mit der veränderten Chemie innerhalb der Band ein Upgrade erreicht haben – wir holen unsere Wurzeln in die Gegenward.
    Die neue Formel erzeugt nicht nur mehr Power, sondern auch mehr Platz für Melodien, eine klassische Win-Win-Situation. Der Schlüssel war, den Fokus nicht auf die Veränderung zu legen, sondern ein Teil davon zu werden. Ich kann Euch sagen, es macht immer noch einen höllischen Spaß, ein neues Overkill-Album aufzunmehmen.

Auf „The Wings Of War“ kommt in geballter Form alles zusammen, was auf den letzten OVERKILL-Alben seit „Ironbound“ gut funktioniert hat. Räudiger, aber auch melodischer Thrash Metal, der ein gutes Maß an Brutalität aufweist, ohne die klassischen Heavy-Metal-Einflüsse untergehen zu lassen. Hinzu kommt der Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen und auch nach vielen Jahren im Business noch einmal ein paar Kleinigkeiten auszuprobieren. Es hat sich gelohnt.

Tracklist

1. Last Man Standing
2. Believe In The Fight
3. Head Of A Pin
4. Bat Shit Crazy
5. Distortion
6. A Mother’s Prayer
7. Welcome To The Garden State
8. Where Few Dare To Walk
9. Out On The Road-Kill
10. Hole In My Soul

 

OVERKILL - Welcome To The Garden State (OFFICIAL MUSIC VIDEO)