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Ozzy Osbourne - Ordinary Man 2020

Je größer der Star, um so größer und dunkler der Schatten, den er vorauswirft. Beim „Prince Of Darkness“ ist der – wen wundert‘s – riesig, ein ganzes Schattenreich. Da wird nicht nur die Journaille, sondern sogar die eigene Plattenfirma im Dunkeln gelassen. Keine Infos, eigentlich keine Musik und dann kommt kurz vor Veröffentlichung auch noch der Knaller: ein Interview von Ozzy und Sharon, in dem erstmals die ganze Wahrheit über seine einjährige Auszeit enthüllt wurde. Nicht nur ein Sturz stecke dahinter, Ozzy leide außerdem unter einer besonderen Art der Parkinson-Krankheit. Da rückt ein schnödes Rockalbum in den Hintergrund, ORDINARY MAN aber bleibt dort nur bis man es zu hören bekommt, und das durften wir – genau ein einziges Mal. Zunächst die zum Zeitpunkt der Listening-Session noch halb-geheimen, bemerkenswerten Fakten: Der tapfere Ozzy singt. Die Songs schrieb er zusammen mit Gitarrist und Produzent Andrew Watt (Post Malone). Zudem bestand die Band für die Sessions aus der festen Rhythmusgruppe Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) und Duff McKagan (Guns N’ Roses), vervollständigt durch mehrmalige Einsätze von Tom Morello (Rage Against The Machine) und Slash. Ach ja, und einen Song, die obligatorische spät-lennonsche Ballade, begleitet dann noch Sir Elton John am Klavier, der dabei auch eine Strophe des Titelstücks einsang.

Under The Graveyard und Straight To Hell, beide erschienen bereits 2019, und jüngst nun das Duett mit Sir Elton John beim Titeltrack der am 21. Februar erscheinenden Scheibe. Diese drei Tracks haben die Vorfreude auf die insgesamt elf Songs umfassende Platte wachsen lassen. Nun liegt es uns vor und der erste Höreindruck ist zwiespältig, wobei das Positive überwiegt. Über die drei bereits veröffentlichen Songs muss nicht mehr viel gesagt werden. Kümmern wir uns um die Neuen. Mit All My Life, Song Nummer zwei nach dem Opener Straight To Hell, liefert der selbst ernannte Fürst der Dunkelheit ein ruhigeres Stück. Die leichte Gitarre unterstützt den Sänger, der gut bei Stimme ist. Dann wird es mit dem Refrain kräftiger, um danach wieder in die ruhigen Gefilde zurückzukehren. Der leichte Streichereinsatz lässt die Midtempo Nummer gefällig wirken. Das inkludierte Gitarrensolo verleiht dann die nötige Härte.

Goodbye, mit 5:34 Minuten der längste Song des Albums, hört sich fast an, als wenn er live aufgenommen wurde. Etwas verwirrend beginnt es, um dann in einen fetten, Black Sabbath-mäßigen Riff überzugehen. Dann wird der Sound schon fast etwas spaßig. Gewöhnungsbedürftig, er erscheint mir insgesamt zu abgefahren. Der Song mit Sir Elton John ist eine waschechte Ballade und entschädigt für die vorhergegangene Verwirrung. Der dürfte, wie auch andere Balladen von Ozzy, lange überdauern, auch wenn er an der einen oder anderen Stelle schon etwas schmalzig wirkt. Nach Under The Graveyard kommt bei Eat Me ein richtig guter Bass zum Einsatz. Hier wird voll in die Kerbe der älteren Black Sabbath Sachen geschlagen. Das hätte auch aus den frühen Siebzigern sein können. Today Is The End fängt als Midtempo Nummer mit einer guten Melodie an und ist zunächst noch akzeptabel. Dann wird das abrupt durch einen Gitarrenpart unterbrochen, der eher als Geschrammel durchgeht und disharmonisch wirkt.

Scary Little Green Man ist ein angenehmer Track, der mit einer guten Melodie daherkommt und dem Fürsten auch stimmlich gut liegt. Weiter geht es mit Holy For Tonight. Balladenhaft singt sich Ozzy durch diese Nummer, die mit Frauenstimmen hinterlegt ist und sich inhaltlich mit den letzten Stunden eines Menschen beschäftigt.
Die letzten zwei Tracks werden mit Post Malone gemeinsam absolviert. Da geht es mit It’s A Raid zügig zur Sache. Fast schon im Schnelldurchlauf rockt der Track.
Post Malone, ist ein amerikanischer Rapper, Singer, Songwriter.
Beim abschließenden Take What You Want gefällt die Kollaboration wesentlich besser. Das ist musikalisch und melodiös. Gute Nummer, die von Post Malone und Travis Scott dominiert wird. Ein außerordentlich gutes Stück und lässt den Song davor vergessen machen. Dazu gibt es eine super gespielte Gitarre.

Bandmitglieder:

Gesang – Ozzy Osbourne
Gitarre – Andrew Walt
Bass – Duff McKagan
Schlagzeug – Chad Smith
Gastgitarre – Slash, Tom Morello
Gastgesang – Post Malone, Sir Elton John
Piano on Ordinary Man – Sir Elton John

Tracklist:

  1.     Straight To Hell
  2.     All My Life
  3.     Goodbye
  4.     Ordinary Man (feat. Sir Elton John)
  5.     Under The Graveyard
  6.     Eat Me
  7.     Today Is The End
  8.     Scary Little Green Man
  9.     Holy For Tonight
  10.     It’s A Raid (feat. Post Malone)
  11.     Take What You Want (feat. Post Malone & Travis Scott)

 

Ozzy Osbourne - Straight to Hell (Official Music Video)

 

zu hören bei www.darkradio.de