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Parkway Drive - Reverence 2018

Die Australier haben mit jedem ihrer Alben ihren Fan-Kreis erweitert, sich in neue Herzen gespielt

Parkway Drive - Reverence 2018



Die Australier haben mit jedem ihrer Alben ihren Fan-Kreis erweitert, sich in neue Herzen gespielt und größere Bühnen eingenommen.
Was die Band mit "Ire" 2015 schon angedeutet hatte, setzt "Reverence" mit noch deutlicherer Konsequenz fort: Parkway Drive kommen auf ihrer neuen Platte nur noch in gelegentlichen Remineszenzen als Metalcore-Pioniere zum Vorschein und stellen sich dafür musikalisch so breit und kreativ wie noch nie auf.

In den allermeisten Fällen gelingt diese Neuausrichtung wirklich exzellent. "The void" lässt Parkway Drive etwa ungeahnt thrashig erklingen, was der Band hervorragend steht, auch weil Frontmann Winston McCall wohl noch nie derart hymnische Gesangspassagen gelungen sind. "I hope you rot" würde mit seinen knüppelnden Melodic-Death-Metal-Riffs stark an die besagte deutsche Referenz-Band Heaven Shall Burn erinnern, wenn die durchgängig stürmische Atmosphäre nicht durch regelmäßig wiederkehrende Background-Chöre durchbrochen würde. Ein besonders gelungenes Experiment vollbringt die Band in "Cemetery bloom", das unter einem Synthie-Streicher-Teppich zwischen erhabenen Choralgesängen und McCalls Sprechgesang changiert und damit ein überraschendes, bedrückendes und im Gesamtkontext stimmiges Konstrukt schafft.

Zu jenem Sprechgesang greift McCall auf "Reverence" fast immer dann, wenn er gerade nicht die Kehle zum Schrei erhebt. Das funktioniert in manchen Fällen gut, stellt an anderen Stellen aber die wohl einzige wirkliche Schwäche der Platte dar. Gerade in "Shadow boxing" versucht sich McCall an einem ambitionierten Stimm-Crescendo, indem er seine Zeilen fast Rap-artig losfeuert, was eher aufgesetzt und deplatziert wirkt. Viel besser macht er es im Closer "The colour of leaving", der unter melancholischen Gitarrenmelodien beinahe ein Art Spoken-Word-Hörspiel inszeniert. Während der Wind im Hintergrund leise rauscht und die Krähen krächzend in der Luft kreisen, treten Parkway Drive in beschwert ausklingender Atmosphäre von der Bühne. Es ist das finale Puzzlestück, mit dem die Band nicht nur sich selbst, sondern auch der Szene eine wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt: Veränderung tut gut. Und deswegen darf eine Metal-Platte eben auch mal traurigschön enden.

“Reverence” ist ganz offensichtlich das, wonach PARKWAY DRIVE der Sinn steht. 2018 schreibt diese Band primär Hymnen und streut Mega-Singles. Mit dieser Ausrichtung könnten die Australier schon bald VOLBEAT-gleich über die Metal-Szene hinauswachsen.

Tracklist

1. Wishing Wells
2. Prey
3. Absolute Power
4. Cemetery Bloom
5. The Void
6. I Hope You Rot
7. Shadow Boxing
8. In Blood
9. Chronos
10. The Colour of Leaving

https://www.youtube.com/watch?v=WL_8ZY89dP4