Skip to main content

Queensrÿche - The Verdict 2019

Dass die Band nach der Trennung von Geoff Tate mit ihrem inzwischen nicht mehr so neuen Sänger Todd La Torre im Aufwind ist, das wird kaum jemand bestreiten, dessen Ohren noch links und rechts am Kopf sitzen. Für „The Verdict“ musste die Band auf die Dienste von Scott Rockenfield verzichten. Das Schlagzeug hat auf „The Verdict“ ebenfalls La Torre übernommen.

QUEENSRŸCHE war noch nie eine Band, die sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat und im Laufe ihrer langen Karriere und auch nach längerfristigen bandinternen Streitigkeiten und Besetzungswechseln nach wie vor eine Konstante in der Musik-Szene bildet

Die zehn neuen Songs fühlen sich an wie die gute alte Zeit. Wie zu “Warning” oder auch dem Jahrhundertwerk “Operation Mindcrime”. THE VERDICT schickt sich an, sich genau in die Reihe dieser Klassiker einzufügen. Dabei ist BLOOD OF THE LEVANT zwar ein guter Song, der ohne Umschweife rockig nach vorn geht und das Album standesgemäß eröffnet, doch richtig geht es mit MAN THE MACHINE los. Ein flotter Headbanger mit ordentlich Drive und Melodie. Und hier zeigt sich erstmals, dass Sänger La Torre noch mal eine Schippe drauf gelegt hat, was seine Stimme angeht.

Hatten wir bis jetzt eher flotte Nummern die geradeaus gehen, ohne große Frickeleien oder technischen Schnick Schnack, wird mit LIGHT-YEARS dann erstmals offensichtlicher die Prog-Keule geschwungen. Allein der Refrain gestaltet sich sehr eingängig und animiert zum Mitsingen. Bei INSIDE OUT muss ich erstmal schauen ob ich noch die richtige Band aufliegen hab. Die ersten 70 Sekunden sind doch recht ungewöhnlich. Zunächst balladesk, was ja nicht so abwegig ist, doch Rhythmus und Klang sind schon etwas speziell.

PROPAGANDA FASHION geht wieder sehr direkt nach vorne, trägt aber die progressiven Elemente offensiver zur Schau als die beiden ersten Stücke der Platte. Und wenn ein Song schon DARK REVERIE heißt, dann lässt es die Vermutung zu, ein dunkleres, düsteres Stück vorliegen zu haben. DARK REVERIE ist eine düstere und kraftvolle Ballade, die emotional aufgeladen ist und sich im episch anmutenden Finale entlädt. Das ist schon Gefühlskino. Stark!
BENT pendelt zwischen treibender Up-Tempo Nummer, schweren, groovenden Parts, langen Soli und epischen Melodien, hat mit knapp sechs Minuten ja auch die meiste Zeit auf dem Album um als abwechslungsreichstes Stück zu glänzen. INNER UNREST geht dann so richtig weit zurück zu den Anfängen der Band. Ohne Frage könnte das Stück auf “The Warning” stehen. Und ich hab es oben schon erwähnt. Ich vermisse keinen früheren Sänger. INNER UNREST ist ein zeitloses Stück, das Nostalgie versprüht und Erinnerungen weckt.

Am Ende bieten QUEENSRŸCHE mit LAUNDER THE CONSCIENCE noch mal alles auf, was diese Band so groß gemacht hat. Alte Tugenden verschmelzen homogen mit dem neuen Sound und steuern den unverwechselbaren Sound in die Zukunft.

Der Frontmann äußert sich folgendermaßen zum neuen Langspieler: "Ich bin extrem stolz darauf, was wir auf diesem Album erreichen konnten. Die unnachgiebige Hingabe und harte Arbeit von allen Beteiligten hat sich gelohnt. Ich bin aufgeregt und freue mich darauf, dass es nicht nur uns, sondern der ganzen Welt gehört. Hoffentlich macht euch allen das Hören genauso viel Spaß, wie es uns gemacht hat, das Album zu schreiben."
Gitarrist Michael "Whip" Wilton fügt hinzu: ""The Verdict" ist das härteste und progressivste Album, dass wir seit langer Zeit herausgebracht haben.

Tracklist

01 – Blood of the Levant (03:27)
02 – Man the Machine (03:50)
03 – Light-years (04:09)
04 – Inside Out (04:31)
05 – Propaganda Fashion (03:36)
06 – Dark Reverie (04:23)
07 – Bent (05:59)
08 – Inner Unrest (03:50)
09 – Launder the Conscience (05:15)
10 – Portrait (05:16)

 

Line-Up:

Todd La Torre – Vocals, (Drums on record)
Michael Wilton – Guitar
Parker Lundgren – Guitar
Eddie Jackson – Bass

 

QUEENSRYCHE - Man The Machine (Lyric Video)