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Ravager - Thrashletics 2019

RAVAGERS' Erstlingswerk „Eradicate…Annihilate…Exterminate“ von 2017 war ein gutklassiges Debüt, aber auch kein Grund zum Ausrasten. Ganz anders sieht es beim neuen Album aus, „Thrashletics“ ist eine gehörige Steigerung geworden und das in allen Punkten. Die Jungs spielen eine Mischung aus Teutonenthrash ala ASSASSIN, TANKARD oder old KREATOR und fucking Westcoast Amithrash. Hervorragend, mit mächtig Bums produziert wird erfolgreich versucht auch etwas Abwechslung in den beschränkten Stil zu packen.

Etliche melodische Passagen, Akustikbreaks und Killersoli machen das Ganze interessant. Das heisere Gebrülle von Phipsi ist herrlich aggro und auch das Cover ist zwar genretypisch aber zumindest lenkt es nicht auf eine falsche Fährte. Thrash Metal the old school way wird suggeriert und das bekommt man auch. Auf die Glocke ohne Ende. Dabei gibt es die Band aus Walsrode erst ab 2014 und man konnte 2016 immerhin ein Demo bzw. eine EP namens „Alarm Glock Terror“ veröffentlichen.

Nach einem langsamen, aber zugleich unheilvoll wirkenden Intro steigt die Band mit “Mindblender” in ein wahres Thrash Gewitter ein, das genauso gnadenlos alles in Schutt und Asche legt wie der erwähnte Hulkzilla auf dem Cover. Wütende Riffs und aggressive Vocals bestimmen den Song, der lediglich im hinteren Teil kurzzeitig etwas entschleunigt und mit Gang-Shouts glänzt, bevor der kurze Anflug von Entspannung rigoros plattgewalzt wird. Der nachfolgende Titeltrack kommt noch eine Spur wilder daher, zudem gibt sich der ehemalige Dew Scented Frontmann Leif Lensen die Ehre und greift dem Quartett stimmgewaltig unter die Arme. Mit “Dysphoria”, “Pit Stop…Don’t Stop The Pit” und “Kill For Nothing” haben RAVAGER drei Riff Granaten im Gepäck, deren eingängige Refrains sich unbarmherzig in die Gehörgänge fräsen und Live garantiert eine Macht sein dürften, wobei mich insbesondere der Chorus von “Pit Stop…” an alte Anthrax Songs erinnert.

Das absolute Highlight liefern die Niedersachsen aber mit “Slaughter Of Innocents” ab, ein fast neunminütiges, beinahe episches Thrash Monster, bei dem es um das “My Lai” Massaker vom 16.03.1968 geht, bei dem 504 vietnamesische Zivilisten kaltblütig von amerikanischen Soldaten niedergemetzelt wurden. Der Song pendelt zwischen wütenden Riff-Attacken und einem eindringlichen, ruhigeren Part, der von einem tollen Solo gekrönt wird, bevor die Riff Maschinerie erneut zuschlägt. “Dead Future” sorgt für den finalen Abriss, an dessen Ende sich ein längerer Instrumental-Teil mit Erzähler-Part anschließt und der Song langsam austrudelt.

Nach vierzig schweißtreibenden Minuten bleibt neben einer gehörigen Verspannung in der Nackenmuskulatur nur die Erkenntnis, dass RAVAGER mit ihrem Zweitwerk einen echten Kracher abgeliefert haben, bei dem – fast – keine Wünsche offen bleiben. So muss ne Thrash-Metal Scheibe klingen und nicht anders!

Tracklist

01. Descending Dawn
02. Mindblender
03. Thrashletics (Out Of Hell)
04. Society Of Blunted State
05. Dysphoria
06. Slaughter Of Innocents
07. Pit Stop … Don’t Stop In The Pit!
08. Kill For Nothing
09. Dead Future

Total Playing Time: 40:57 min

LINE-UP:

Philip Herbst – Vocals
Marcel Lehr – Guitars
Dario Rosenberg – Guitars
Justus Mahler – Bass
André Sawade – Drums

 

Ravager - Dead Future (OFFICIAL VIDEO)