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Rhapsody Of Fire - The Eighth Mountain 2019

RHAPSODY OF FIRE ist eine italienische Symphonic Power Metal Band, die als ein Teil aus der Asche der ursprünglichen Band RHAPSODY hervorgegangen ist. Der zweite Ableger musiziert unter dem Namen LUCA TURILLI’S RHAPSODY ebenfalls weiter. Die Band steht für Symphonic Power Metal, der neben einer gehörigen Portion Bombast, Pathos und technischen Fähigkeiten der Musiker, von Tempo, orchestralen Arrangements und hymnischen Melodien lebt.
Die Story dreht sich um verlorene, korrupte Seelen. Alex Staropoli: „Es geht darum, für welchen Weg im Leben man sich entscheidet. Die Story ist zwar fiktiv, trägt aber klare Bezüge zur Realität, so wie sie sich uns tagtäglich darstellt.“

Der Opener "Seven Heroic Deeds" überrascht zunächst mit Härte und Geschwindigkeit. Auch wenn "The Eighth Mountain" durchgängig als astreines Melodic Power Metal Album durchgeht, der Einstieg fällt recht sperrig aus. Doch ab "Master Of Peace" bis zum Grande Finale hindurch, bekommen wir songwriterisch die pure Essenz von RHAPSODY. Und zwar die klassischen RHAPSODY, noch ohne OF FIRE Zusatz. Das bedeutet, dass nicht der Bombast oder die Cineastik und Opulenz vor allem der TURILLI-Werke im Vordergrund steht, sondern ein an sich gewöhnlicher Melodic Power Metal Sound mit starker Neunziger Prägung, welcher dann durch orchestrale Elemente und subtil eingebaute technische und harmonische Finessen veredelt wird.

Eröffnet wird durch Abyss Of Pain, einer orchestralen kurzen Nummer. Danach wird es gleich rasant. Seven Heroic Deeds bietet das in dem Genre gewohnte Gitarren- und Keyboard-Highspeed Gewitter. Dazu ein paar Chöre und eine gute Melodie und fertig ist das Rhapsody Of Fire Rezept. Auch Master Of Peace trifft in die gleiche Kerbe. Diesmal ist es noch etwas gitarrenlastiger. Giacomos Stimme finde ich nicht so herausragend aber durch die Präsenz der Instrumente und des guten Songs fällt das nicht so ins Gewicht. Der Stimme fehlt es insgesamt noch an Unverwechselbarkeit, auch wenn technisch alle im Lot ist. Rain In Fury fährt noch mehr auf der Symphonic Power Metal Schiene und das mit Hochgeschwindigkeit und Pathos. Sehr unterhaltsam bisher.

Bei White Wizard kommt das Orchester gefühlvoll zum Einsatz. Auch leichte Pianoklänge bieten hier eine ruhigere Facette, bis dann der Song zu einem klasse Mid-Tempostück avanciert. Da zeigt sich die Stärke von Giacomo Volis Stimme. Warrior Head bleibt in der ruhigen Grundstimmung. Diese Ballade wird durch Flöten, Oboen und mittelalterliche Klänge dominiert. Bevor dann mit neun Minuten das Opus March Against The Tyrant, ein typisches Rhapsody Of Fire Stück, mit unterschiedlichen Tempowechseln und dem Einsatz von Akustikgitarren für Abwechslung sorgt, wird mit The Courage To Forgive die ruhigere Phase abgehakt.

Bei Clash Of Times wird’s wieder rasant. Fliegende Gitarrenläufe, mächtige Drums und ordentlich Pathos gefallen an dieser Stelle ausgesprochen gut. Auffällig ist die unauffällige Stimme Volis. Ich durfte Rhapsody Of Fire in dieser Konstellation bereits Live mit dem neuen Sänger erleben. Da fällt das nicht so ins Gewicht, aber auf CD ist die Stimme bisher ohne wirkliche Höhepunkte. The Legend Goes On zeichnet sich durch eine geile Gitarrenarbeit von Roby De Micheli aus, der hier und bei den bisher gehörten Liedern voll überzeugen kann. Bei The Wind, The Rain And The Moon wird es wieder ruhiger und mit Flöten und Orchester wird eine schöne Power Ballade angestimmt, die den Hörer einfängt. Dann kommt mit The Eighth Mountain noch mal eine Vollbedienung, die das Album gekonnt abschließt. Fast elf Minuten lang wird eine Geschichte aus der Nephilim’s Empire Saga erzählt, die musikalisch genial umgesetzt wird. Erst düster beginnend, dann flotter werdend mit tollen Gitarrenparts und symphonischen Einlagen wird es zum Ende hin noch dramatisch, als Christopher Lee mit tiefer Stimme erzählt und das Orchester den finalen Abschlusspunkt setzt. Das erzeugt Spannung und sorgt für ein gutes Gefühl.

Eine instrumentale Fraktion, die in Top-Form aufspielt. Hammermäßige Gitarren, geile double-bass Drums und pochender Bass, Tasteninstrumente, die mit dem Orchester und klasse Chören zusammen für die symphonischen Einflüsse sorgen und dazu Vocals, die technisch gut sind aber nicht an das Organ von Fabio Lione heranreichen. Noch nicht. Im Großen und Ganzen ist das Album aber gut gelungen und ganz sicherlich kein Reinfall.

Alben-Lineup:

Alex Staropoli – Keyboards, Piano
Roberto De Micheli – Guitars
Alessandro Sala – Bass
Manuel Lotter – Drums
Giacomo Voli – Vocals

Track-Liste:

1. Abyss of Pain (00:48)
2. Seven Heroic Deeds (04:47)
3. Master of Peace (05:31)
4. Rain of Fury (04:09)
5. White Wizard (04:56)
6. Warrior Heart (04:29)
7. The Courage to Forgive (04:54)
8. March Against the Tyrant (09:22)
9. Clash of Times (04:41)
10. The Legend Goes On (04:33)
11. The Wind, the Rain and the Moon (05:22)
12. Tales of a Hero’s Fate (10:47)

 

RHAPSODY OF FIRE – Rain Of Fury (2019) // Official Music Video // AFM Records