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Sacrosanct - Necropolis 2018

Sacrosanct? Da war doch mal was?
Die deutsch-holländischen Progressive Metaller SACROSANCT
Sacrosanct wurden bereits 1988 von Gitarrist Randy Reinhard (ex-Pestilence) und Marco Foddis (drums) gegründet. Bis 1992 veröffentlichte die Band drei Alben, verschwand dann jedoch in der Versenkung. Jetzt, eine Vierteljahrhundert später will es die reformierte Band nochmal wissen.

„Necropolis“ ist von der ersten Sekunde an anzuhören, dass hier keine unerfahrenen Jungspunde am Werk sind. Die Songs, die sich alle samt im klassischen Heavy Metal bewegen, strahlen eine gewisse Reife aus. Der Fokus der Band liegt dabei auf den Riffs, die die Songs tragen. Dazu gesellen sich die angenehm rauen, aber trotzdem melodischen Vocals von Richard F. Hesselink. Der so entstehende Sound ist nicht wahnsinnig originell, aber dafür jederzeit hörbar. Dazu kommt die angenehme, fast schon old schoolige Production, die weit weg von vielen aktuellen Plastik-Produktionen ist, die künstlich aufgebläht wurden.

Der Einstieg über das satte acht Minuten lange 'The New Age Of Fear' zeigt bereits, wes progressiven Geistes der Silberling ist. Mit der Basis des Heavy Metal und vielen Anleihen zum Power Metal wird es hier weniger thrashig, als die Vergangenheit der Band vermuten lässt, wobei sich etwa in 'The Grim Sleeper' auch der Thrash deutlich wiederfindet und der Song daher im Verhältnis besonders dynamisch rüberkommt. Der Gesang von Richard F. Hesselink, Randy Meinhard (ex-PESTILENCE) und Christian Göwert an den Gitarren, Kees Harrison (ex-SPHERE OF SOULS) am Bass und Jonas Schütz, der live die Drums gibt, zeigen in der Umsetzung, dass SACROSANCT eben keine blutigen Anfänger sind. Die 25 Jahre Album-Pause korrelieren hier mit einem sehr soliden, gut konzeptionierten und souverän eingespielten Album, das alle Themen des Progressive bedient ohne - trotz der allgemeinen Songlänge von sieben bis neun Minuten - in zu viele Längen abzudriften. Die Songs sind in sich komplex, folgen aber einem sehr ähnlichen Muster.

Der melodische Ansatz und der Prog-Einschlag sind geblieben, allerdings geht man musikalisch nicht mehr ganz so langsam und trist wie auf „Tragic Intense“ vor. Die meisten Tracks bewegen sich im Midtempo und bekommen durch den Gesang von Neusänger Richard F. Hesselink eine gewisse Portion Melodramatik spendiert, die die Band glücklicherweise nicht mit übermäßigen Keyboard-Einsätzen untermauert. Schade ist nur, dass manche Kompositionen aufgrund ihrer Überlänge nicht auf den Punkt kommen und die Spannungsbögen mit zunehmender Spielzeit abflachen.

Tracklist:

01. The New Age Of Fear
02. My Last White Light
03. The Grim Sleeper
04. Only One God
05. Melancholy
06. Clouds Obscured The Sun
07. Necropolice
08. The Pain Still Lasts

SACROSANCT sind:

Richard F. Hesselink – Vocals
Randy Meinhard – Guitars (ex Pestilence)
Christian Göwert – Guitars
Kees Harrison – Bass (ex Sphere of Souls)
Jonas Schütz – live Drums

 

SACROSANCT - "My Last White Light" (Official Video)