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Screamer - Highway Of Heroes 2019

Was SCREAMER da auf ihrem inzwischen vierten Album abliefern, kann sich wirklich hören lassen. Schon der Vorgänger „Hell Machine“ machte viel Spaß, daran hat sich auch mit „Highway Of Heroes“ nichts geändert.
Wenn beim nächsten Schwermetall-Großereignis wieder rhetorische Fragen à la "Are you metal?" oder "Dou you like old shit?" in die Menge geworfen werden, dann dürften die Schweden von SCREAMER in der ersten Reihe ausgelassen die Pommesgabeln und Krüge voll goldgelber Getreidebrause schwingen - zumindest, wenn der moderierende Quizmaster vom alten Schlag stammt und noch weiß, wie man echten Stahl schmiedet. Denn wie sich in den bisher zehn Jahren ihres Wirkens sicherlich herumgesprochen hat, haben die 1990er und alles, was auf sie folgte für die Jungs aus Ljungby niemals stattgefunden. Mit Oldschool liegt man bekanntlich nie daneben.

Nach dem Intro entern die Schweden mit "Ride On" den Highway und präsentieren eine aggressive, NWoBHM-getränkte Abrissbirne, die selbst nach zwei Tagen harter Schufterei die Augen öffnet wie ein Maßkrug Zuckerpampe mit Koffeinzusatz [Anm. d. Verfassers: so in etwa schoss mir der erste, spontane Gedanke beim Anspielen der Platte durch den Kopf]. Andreas Wikström, der mit seiner verhältnismäßig tiefen Stimme dezent in Richtung GRAND MAGUS musiziert, packt hier einige erstklassige Halford-Screams aus, die zusammen mit den PRIESTigen Riffs eine sehr deutliche Verneigung in Richtung Birmingham vollführen. "Shadow Hunter" tanzt eine flotte Sohle und lässt aus der Vier- und Sechssaiterfraktion unüberhörbare IRON MAIDEN- Einflüsse erkennen. Aber Reminiszenzen hin oder her - der Auftakt ist auf alle Fälle saustark und auch im weiteren Verlauf der Platte wird auf vorbildliche Weise Traditionsstahl produziert. Zwar mögen nicht alle Songs an das bombige Duo am Albumanfang herankommen, doch gibt es an jeder Ecke kleine Hooks, feine Twingitarren, gelegentliche Glam-Duftnoten und reichlich NWoBHM-Flair mit Tieftönerromanzen à la Steve Harris. Auch das sehr mitsingtaugliche "Highway Of Heroes" und das "Out Of The Dark" bringen noch einige Punkte auf die Haben-Seite. Mit 35 Minuten ist das gute Stück recht kompakt, aber auch im Heavy Metal ist das Leben kein Wunschkonzert.

Mit knapp 35 Minuten fällt die Spielzeit des Drehers zwar alles andere als üppig aus, jedoch sind mir diese kurzen, qualitativ hochwertigen Alben, die dafür ohne jeglichen Ausfälle daherkommen, um einiges lieber, als diese um jeden Preis der Welt in die Länge gezogenen Scheiben.

Tracklist:


1. Ride On (3:27)
2. Shadow Hunter (3:07)
3. Rider Of Death (3:41)
4. Sacrifice (4:40)
5. Halo (4:17)
6. Highway Of Heroes (3:44)
7. Out Of The Dark (3:22)
8. Towers Of Babylon (2:55)
9. Caught In Lies (5:01)

Line Up:

Andreas Wikström: Gesang
Anton Fingal: Gitarre
Dejan Rosic: Gitarre
Fredrik Svensson Carlsson: Bass
Henrik Petersson: Drums

 

Screamer - Highway of Heroes (2019)

 

zu hören bei www.darkradio.de