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Shadow Domain - Digital Divide 2018

Shadow Domain lassen sich nicht so recht in ein Genre einordnen. Überwiegend findet man einen Industrial / Cyberpunk-Stil in den Songs, aber man schielt auch rüber zu progressiven und psychedelischen Richtungen und kleidet alles in ein düsteres Kleid. In den Songs kommt über die Instrumente, Vocals und Lyrics bedrückende Düsterkeit und Pessimismus rüber.

Eine ScienceFiction Geschichte aus einer dunklen Welt, die mit harten Klängen und viel Electro umgesetzt wird. Die Bässe wühlen sich entsprechend aufregend in die Bauchgegend, die Riffs kommen hart und abgehackt. Gesanglich steht Benjamin entsprechend seinen Mann, er singt, grölt, schreit, brüllt, gibt alles, um die perfekte Umsetzung dieser Düsternis zu liefern.

Wer jetzt von einem Dauer-Gehämmere ausgeht, dem ist nicht so. Zum Beispiel „Magnitizdat“, dieser Song wird regelmäßig nach harten Riffs runter geholt auf schöne sphärische Klänge. „Turbogenerator“ wirft den Elektrobeat an, hat aber auch wieder diese Bremser drinnen und die sphärischen Töne.

Ein ziemlich ins Ohr gehendes Riff gibt es bei „Give Up On Joy“, das gelegentlich an Elektrobands der 80er und Gothic/Wave erinnert. Ähnlich „Simulacrum“ – nein, das ist keine Ballade, das passt nicht vom Stil, aber es geht aufgrund der ruhigen Töne doch irgendwie in diese Richtung. „Hyperkarma“ ist drückend-beklemmend in seiner abgehackten Spielweise und der Screams-Gesang-Mischung. Und doch gibt es auch bei diesem Song schöne Teile, die harmonisch gehalten sind. „Omega Point“ und „Neurotopia“ sind ähnlich, aber aggressiver und in ihrem gutturalen Klang eine Mischung aus Death und Punk.

Mit den beiden letzten Songs „Shadow Domain“ und „Who Watched The Watchers“ findet das Album einen guten Ausklang, erneut angesiedelt in dem Mix wütend (Screaming/Growling/Shouts, Stakkato) und normal (schön gesungen, weiche Klänge). Dazu gibt es jeweils passende sphärische oder metallische Industrial-Töne sowie dunkle Melodien, die von Gothic angehaucht sind.

Gitarrenriffs (Kris Norris, ex Darkest Hour) als Schicksalsgrollen aus der Unterwelt. Bass-drum-Salven (Nick Oshiro, ex Static-X) von Thors Hammer. Darüber brüllt Shadow Domain-Frontmann Benjamin (ex Sybreed) seine dystopischen Fantasien, nur um kurz darauf eindringlichen zu klagen. Und schon switcht er wieder um: purer gutturaler Angriff. Kontrastierend dazu fährt die Musik in beklemmend psychedelische Electro-Sphären herunter. Es sind diese Vollgas-Brems-Passagen, welche den Songs verheißungsvolle Spannung verleihen. Auf Digital Divide gibt es zehn Stücke davon - sie pochen sich tief in die Großhirnrinde und bleiben dort haften.

Tracklist

1     Digital Divide     
2     Magnitizdat     
3     Give up on Joy     
4     Turbogenerator     
5     Simulacrum     
6     Hyperkarma     
7     Omega Point     
8     Neurotopia     
9     Shadow Domain     
10     Who Whatched the Watchers

 

Shadow Domain - Magnitizdat (offizielles lyric video) | Bleeding Nose Records