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Shotgun Rodeo – By Hook Or By Crook 2018

Nach zehn Jahren Bandgeschichte kommt jetzt erst das zweite Album? Was auf den ersten Blick so aussieht, als hätten sich Shotgun Rodeo gemütlich viel Zeit gelassen bei der Arbeit, wandelt sich zu einem kleinen Fleiß-Zeugnis, wenn man sich anschaut, wie viele EPs die Diskografie der Norweger ergänzen. 2012 und 2013 gab es als ersten Vorgeschmack auf das Wirken der Band zwei dieser Kurzwerke, 2015 folgte dann das Debüt-Album “World Wide Genocide”. Ein Jahr später legten Shotgun Rodeo direkt nochmal nach und veröffentlichten eine weitere EP. Da fragt man sich dann wohl eher, woher die Norweger die Energie und die Kreativität für diese hohe Schlagzahl nehmen.

Stilistisch haben Shotgun Rodeo ihre Orientierung im etwas grobkörnigeren Heavy Metal, ohne den Themenkomplex  Melodie vollständig zu ignorieren. Umgesetzt wird dieser hier nach dem Prinzip der eingängigen Härte. Druckvolle Riff-Arbeit, nachdrücklicher Rhythmus und ein Sänger, der sich garantiert nicht zwischen schön trällernden Chor-Knaben verstecken kann, so klang und klingt Heavy Metal am besten – und Shotgun Rodeo geben sich redlich Mühe, sowohl Anhänger des klassischen Heavy Metal als auch Fans des modernen Heavy Sounds zufrieden zu stellen. Wer allerdings Wert auf feingliedrige melodische Arrangements legt, ist hier definitiv falsch.

Der Opener und Titel-Track “By Hook Or By Crook”  agiert trotz übelstem Headbanger-Riff strukturell noch etwas spröde und verleitet so zwar mechanisch zum auspowern, aber außer dem Kontrast aus Gang-Shout Titelzeile und melodischem Rest-Refrain bleibt hier noch nicht allzu viel hängen und macht dies durch hohes Tempo nur teilweise wieder gut. “Y.O.P.B” ist hingegen einer der Songs, bei denen Shotgun Rodeo experimentierfreudig über den Genre-Rand blicken und ihren grundlegenden Heavy Metal Sound mit Punk Rock Einschlägen kreuzen. So entwickelt der Track in seiner eher grob behauenen Art den Bock-Faktor einer Mitgröhl-Hymne von The Offspring, gestaltet diesen aber wuchtiger unterlegt aus. Mit “The Bandwagon Syndrome” gibt’s dann eine Midtempo-Nummer zum gepflegten Kopfnicken, die höchstens bei der Titelzeile zum Einsatz der Stimmbänder verleitet.

“Shooting Slugs” ist dagegen eine mitreissende Nummer, die sich zu einem meinem Lieblinge auf dem Album entwickelt hat. Melodisch arbeiten sich der druckvoll agierende Gitarrist und Bassist durch ihre Parts, wobei Don Shrediablo seinem Namen alle Ehre machen darf und dem Leitmotiv einen schrägen Charakter verpasst. Die energiegeladene Gitarrenarbeit setzt sich so in Kontrast zum vorantreibenden Schlagzeug.  Mit “I Am The Silver Bullet” treten Shotgun Rodeo den Beweis an, dass sie auch das Zeug zu Metal-Hymnen der klassischeren Art haben. Das eröffnenden Riff-Motiv darf sich langgezogen entwickeln, die im Tempo variierende Songstruktur kommt ohne das deutliche Abheben des Refrains aus und Sänger Nino Escopeta zeigt, dass er neben kraftvollem, rauem Gesang auch die hohen Metal-Töne gut hinbekommt.

Tracklist

01. By Hook Or By Crook
02. Taking My Life Back
03. Fort Knox
04. Y.O.P.B
05. Blaming The Kremlin
06. The Bandwagon Syndrome
07. Shooting Slugs
08. Human Hand Grenade
09. Stereotypical
10. Tony Iommi
11. I Am The Silver Bullet
12. Bastardize The World
13. Twist Of The Knife

 

Shotgun Rodeo - Fort Knox (Official Music Video)